Formel 1: Verstappens beißender Spott nach dem Melbourne-Auftakt

Red-Bull-Pilot wird in Melbourne Sechster
Verstappens beißender Spott

GP Australien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.03.2026
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Max Verstappen - Red Bull - GP Australien 2026
Foto: Red Bull

Diese Formel 1 wird wegen ihrer neuen Regeln noch für viele Rennen ausreichend Gesprächsstoff liefern. Chef-Kritiker Nummer eins heißt seit den Testfahrten in Bahrain Max Verstappen. Dort drosch der viermalige Weltmeister in einer Medienrunde auf das technische Reglement ein. Die neuen Autos titulierte er als Formel E auf Steroiden.

Das kam bei den Verantwortlichen nicht gut an. Die Fahrer sollen sich möglichst bedeckt halten, wenn es um das neue Baby der Formel 1 geht. Schließlich lockte man mit der Steigerung der Elektro-Leistung neue Hersteller (Audi) und Rückkehrer (Honda) in die Beletage des Motorsports.

Verstappen schert sich nicht sonderlich um die öffentliche Darstellung der Rennserie. Der Niederländer will am Limit fahren. Und das immer. Egal, in welchem Fahrzeug der 28-Jährige sitzt. Die Devise lautet: Gaspedal bis zum Bodenblech. Das geht in der neuen Ära nicht mehr. Die Piloten müssen viel bedachter mit Gas umgehen. Wer zu viel elektrische Energie aus der Batterie saugt, wird bestraft. "Du musst lernen, dass es manchmal schneller ist, in einer Kurve vom Gas zu gehen, anstatt Energie zu opfern, die du anderswo besser brauchen kannst", erklärte Verstappens alter WM-Rivale Lewis Hamilton die Umstellung.

Aufholjagd nach Quali-Unfall

Die Umstellung ist für Verstappen kein Problem. Schnell ist der Ausnahmekönner weiterhin, aber das interessiert ihn nicht. "So macht es keinen Spaß. Du fährst nicht das Auto. Das Auto fährt dich. Ich bin jetzt schon mental so erschöpft wie nach einer ganzen Saison", ätzte der Red-Bull-Pilot.

Dabei half auch nicht die Aufholjagd im Rennen. Nach dem unverschuldeten Abflug im Qualifying musste Verstappen von Platz 20 in den Saisonauftakt (8.3.) von Australien starten. Das Energie-Management war zu stark auf Rekuperieren eingestellt, als er auf Kurve 1 zuschoss. Die Hinterräder blockierten, Verstappen klatschte in die Bande.

Am Sonntag war er bereits nach einer Runde 16., bis zur ersten VSC-Phase fuhr der Familienvater auf Platz neun. Diese hatte ausgerechnet Teamkollege Isack Hadjar ausgelöst, weil sein Red-Bull-Motor den Dienst quittierte. Zuvor lag Verstrappens neuer Stallgefährte auf dem fünften Rang.

Isack Hadjar - Red Bull - GP Australien 2026
Sam Bagnall via Getty Images

Norris stoppt Verstappen

Red Bull beorderte seine Nummer 1 zum Reifenwechsel an die Box und gab ihm nach dem Stint auf den harten Gummis die Medium-Mischung mit.

Der 71-malige GP-Sieger ließ im RB22 die Gegner stehen. Auch wenn sich einer hart wehrte. Und der kommt noch aus dem eigenen Red-Bull-Nachwuchsprogramm. Debütant Arvid Lindblad zeigte im Racing Bulls ein starkes Rennen und wurde letztendlich Achter. Der Brite machte in einem einzigen Rennen einen besseren Eindruck als Yuki Tsunoda in der gesamten letzten Saison. Aber das nur mal so nebenbei.

Verstappen hatte gegen Rennhälfte dann seinen alten Kumpel Lando Norris eingeholt. McLaren sah die überlegene Pace des Verfolgers und holte den Weltmeister deshalb zum zweiten Service in Runde 34 herein. Verstappen folgte sieben Umläufe. Trotz der frischeren Reifen konnte er nicht mehr an Norris vorbeiziehen und wurde Sechster.

Red Bull zu langsam

Immerhin reichte es zur schnellsten Rennrunde. "Es war super viel Spaß. Es war eigentlich ein Top-Rennen", behauptete der Niederländer, grinste dabei aber so, dass jeder wusste: Das war purer Sarkasmus. Freude machte auch nicht der Blick aufs Gesamtergebnis. Verstappen verlor 54,617 Sekunden auf Rennsieger George Russell.

Obwohl man schneller als McLaren war, fehlte es auf Mercedes und Ferrari an zu viel Zeit. Auch wenn diese nur einmal stoppten. "Letztendlich spielt es keine Rolle, ob man der drittschnellste oder der viertbeste ist. Wir streben die Spitze an". Ich hoffe, dass wir im Laufe der Saison den Rückstand aufholen, denn momentan ist er noch recht groß", gab Verstappen zu Protokoll.

Vielleicht wird dann auch seine Laune besser, wenn er gewinnt. Vollgas fahren hin, Energie-Management her.

Fazit