Vietnam Grand Prix 2020

Der neue Stadtkurs von Hanoi

Hanoi - F1-Stadtkurs - Streckenskizze Hanoi - F1-Circuit - Detail Hanoi - F1-Circuit - Detail Hanoi - F1-Circuit - Detail 10 Bilder

Die Formel 1 wird 2020 erstmals einen Grand Prix in Vietnam austragen. Die F1-Bosse bestätigten, dass alle Formalitäten für das Rennen in Hanoi erfüllt seien. Gefahren wird auf einem 5,565 Kilometer langen Stadtkurs.

Knapp zwei Jahre nach der Übernahme der Formel 1 durch das US-Unternehmen Liberty Media konnten die Verantwortlichen nun endlich das erste neue Rennen verkünden. Vietnam wird 2020 einen Platz auf der F1-Landkarte bekommen. Gefahren wird dann in Hanoi, der Hauptstadt des südostasiatischen Staates.

„Seit unserer Übernahme haben wir immer angekündigt, die Formel 1 an neue Orte bringen zu wollen, um die Anziehungskraft der Serie zu stärken. Der Grand Prix in Vietnam ist ein Beitrag zur Realisierung dieses Ziels“, erklärte F1-Boss Chase Carey bei der offiziellen Verkündung. „Hanoi ist momentan eine der aufregendsten Städte weltweit. Das Rennen dürfte eines der Highlights im Kalender werden.“

Vietnam als Konkurrenz für Traditions-GPs

Bei den traditionellen Formel-1-Fans wird der Expansionskurs nicht nur auf Zustimmung treffen. Immerhin konkurrieren neue Destinationen in Übersee mit den Klassikern im Kalender, wie Hockenheim, Monza oder Silverstone. Die können aber bei den teuren Grand-Prix-Gebühren mangels staatlicher Förderung nicht mit den Exoten mithalten.

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Eine Lösung wäre, den Kalender einfach weiter aufzublasen und mehr Rennen zu fahren. Kritiker fürchten allerdings, dass bei einer Inflation jeder einzelne Grand Prix abgewertet wird und das Interesse damit sinken könnte. Außerdem kritisieren die Teams, dass die Belastungen für das Personal langsam in einen Bereich steigen, der nicht mehr tragbar sei.

Doch diese Bedenken spielten bei der Verkündung des Vietnam-Grand-Prix keine Rolle. Die Verantwortlichen in Hanoi sehen das Rennen als eine lohnende Investition für das Stadt-Marketing: „Wir können damit Hanois spezielle Kombination aus alter und moderner Schönheit zeigen und beweisen, dass wir Veranstaltungen von globaler Bedeutung austragen können“, erklärte Stadtrat Nguyen Duc Chung.

Schneller Stadtkurs mit Action-Garantie

Am Ende sollen aber nicht nur neue Touristen aus dem Ausland nach Vietnam gelockt werden. Das Rennen soll gleichzeitig auch Werbung für den ersten vietnamesischen Autohersteller machen. Die Firma „VinFast“ soll ihm Rahmen des F1-Events einem globalen Publikum vorgestellt werden.

VinFast - BMWs aus Vietnam
Lux A2.0 und Lux SA2.0

Dabei helfen, dass das Rennen ein großer Erfolg wird, soll natürlich auch die Strecke selbst. Die Experten von Liberty haben zusammen mit dem lokalen Promoter und dem Designbüro von Herman Tilke einen 5,656 Kilometer langen Stadtkurs mit 22 Kurven gestaltet, der die Fahrer vor neue Herausforderungen stellen und spektakulären Rennsport garantieren soll.

Gefahren wird im Westen der Stadt, in der Nähe des My Dinh National Stadions, zum Teil auf öffentlichen Straßen, zum Teil aber auch auf speziellen Abschnitten, die für das Rennen neu gebaut werden. Das soll dem Kurs einen unverkennbaren Look geben. Man wollte weg vom 90-Grad-Kurven-Einerlei herrkömmlicher Stadtkurse.

Abkürzung beim Boxenstopp

Dank drei langer Geraden – die längste davon über 1,5 Kilometer – handelt es sich um einen relativ schnellen Stadtkurs mit Top-Speeds von rund 335 km/h. Die Designer haben ihre gute Erfahrung vom Kurs in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, einfließen lassen. Die Ingenieure müssen beim Setup und den Abtriebsleveln Kompromisse eingehen.

Hanoi - F1-Circuit - Detail Foto: FOM/Liberty
Wer in die Boxengasse abbiegt, kürzt etwas Weg ab und verliert nicht ganz so viel Zeit.

Auch die natürlichen Höhenunterschiede des Geländes spielten bei der Setzung des Kurses eine Rolle. Die Kurven 12 bis 15 führen wie der erste Sektor in Monaco bergauf. Bei der Kombination der Kurven 16 bis 19 hat man sich von den „Esses“ in Suzuka inspireren lassen. Neben den Highspeed-Passagen gibt es aber auch einige extrem langsame Kurven und Haarnadeln. Beim engen Richtungswechsel in Kurve 1 und 2 habe man sich die erste Passage des Nürburgrings als Vorlage genommen.

Ein besonderes Feature der Strecke in Hanoi ist die Boxengasse. Wer zum Reifenwechsel abbiegt, kürzt die letzten Abschnitt und die erste Kurve praktisch ab. Damit reduziert sich der Zeitverlust eines Stopps, was zu mehr Variabilität bei der Strategie sorgen soll. Wann das Rennen im Jahr 2020 genau stattfindet steht noch nicht fest. Die Verantwortlichen wollen sofort mit dem Bau beginnen. Die Fertigstellung wird wie immer bei neuen Strecken erst kurz vor dem Rennen erwartet.

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