Mercedes - Formel 1 - GP England 2019 Wilhelm
Lewis Hamilton - Mercedes - GP England 2019 - Silverstone - Rennen
Vettel - Verstappen - GP England 2019 - Silverstone - Rennen
Vettel - Verstappen - GP England 2019 - Silverstone - Rennen
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Vorschau GP England

Mercedes, und dann lange nichts

Silverstone ist die perfekte Strecke für den neuen Mercedes. Doch im Verfolgerfeld könnte es wie schon im Vorjahr zu spannenden Duellen kommen. In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum britischen Grand Prix.

Die Formel 1 hat sich mit drei unterhaltsamen Rennen aus der Corona-Pause zurückgemeldet. Der britische Grand Prix bildet am kommenden Wochenende den Startschuss für den zweiten sogenannten "Triple-Header" des Jahres. Die Strecke in Südengland stellt die Teams dabei vor ganz neue Herausforderungen. Nach Spielberg mit seinen langen Geraden und Budapest, wo enge Kurven das Layout dominieren, müssen die Autos ihr Talent nun vor allem in schnellen Kehren beweisen.

In Sachen Spannung verheißt das nichts Gutes. In den wenigen schnellen Ecken der ersten Rennen fuhr Mercedes in einer eigenen Liga. Der Silberpfeil überzeugt durch eine effiziente Aerodynamik und einen starken Motor. Das gleiche gilt mit leichten Abstrichen auch für die Kopie von Racing Point. Legt man die Leistungen des Saisonstarts zu Grunde, dann bestehen gute Chancen, dass die Piloten des Werks- und des Kundenteams die Podiumsplätze unter sich aufteilen.

Red Bull, McLaren und Renault dürften bei einem normalen Verlauf wohl nur um die verbleibenden Punkte kämpfen. Ferrari-Fans sollten den Fernseher am besten gar nicht erst einschalten. Auch das Wetter kann uns nur wenig Hoffnung auf Spannung machen. Regen ist nicht in Sicht. Die Hitzewelle, die Deutschland am Wochenende erreichen soll, verlässt die Insel schon am Freitagabend. Am Samstag und Sonntag werden nur noch Temperaturen im Bereich von 20°C bis 22°C erwartet.

Die Strecke – Silverstone Circuit:

In Silverstone fand 1950 der erste Formel-1-Lauf überhaupt statt. Mit dem alten Layout hat die mittlerweile zehn Mal umgebaute Streckenführung auf dem ehemaligen Militär-Flugplatz aber nicht mehr viel gemeinsam. Obwohl über die Jahre immer mehr Kurven eingefügt wurden, gehört Silverstone nach wie vor zu den schnellsten Rennstrecken des Formel-1-Kalenders.

Vor allem die vielen fließenden Kurvenkombinationen machen Silverstone zu einem Highlight für Fans und Fahrer. Die Abfolge Copse, Maggotts und Becketts verlangt von den Piloten Mut und Präzision. Mit der aktuellen abtriebsstarken Autogeneration steigen die Fliehkräfte kurzfristig auf einen Höchstwert von mehr als 5,5g seitlicher Belastung. Das ist beinahe die doppelte Kraft, die Astronauten bei einem Raketenstart aushalten müssen!

Auch für die Reifen sind die hohen Kurvengeschwindigkeiten eine Herausforderung. Pirelli bringt deshalb wie üblich die drei härtesten Mischungen, die im Sortiment vorhanden sind. Die Erfahrung aus den letzten Jahren hat gezeigt, dass die Teams damit trotz der hohen Belastungen mit nur einem Stopp über die Runden kommen. Für das zweite Silverstone-Wochenende sieben Tage später probieren es die Italiener deshalb mal mit den drei mittleren Sorten.

Überholen ist in Silverstone traditionell nicht so einfach. Die FIA hatte es 2018 einmal mit einer zusätzlichen DRS-Zone vor Kurve 1 (Abbey) probiert. Doch das Flachstellen des Flügels führte zu einigen Unfällen und konnte nicht zur Steigerung der Überhol-Action beitragen. Deshalb ist man wieder zurück auf nur noch zwei DRS-Zonen gegangen.

Pirelli-Grafik - GP England 2020 - Silverstone 1
Pirelli
Pirelli bringt für das erste Silverstone-Wochenende die harten C1-Reifen, beim zweiten Wochenende sieben Tage später geht es dann eine Stufe weicher.

Fast Facts zum GP England:

  • Streckenlänge: 5,891 Kilometer
  • Rundenzahl: 52
  • Renndistanz: 306,198 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 18 (8 links, 10 rechts)
  • Distanz Pole Position bis Kurve 1: 296,3 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 508,9 Meter
  • Längste Gerade: 1.034 Meter (Hangar Straight)
  • DRS-Zonen: 2 (vor T6 und vor T15)
  • Top-Speed: 330 km/h
  • Reifen: C1, C2, C3

Setup:

Weil die aktuellen Autos jede Menge Anpressdruck generieren, werden viele der schnellen Kurven mittlerweile zu Vollgaspassagen. Deshalb bauten die Ingenieure in den vergangenen Jahren immer flachere Flügel auf die Autos. Zu weit runter dürfen die Ingenieure mit dem Abtrieb aber nicht gehen, weil sonst Zeitverlust in den langsamen Kurven droht. In den Highspeed-Passagen muss vor allem die Vorderachse auf dem Asphalt kleben. Untersteuern können die Piloten bei den schnellen Richtungswechseln überhaupt nicht gebrauchen.

Um die aerodynamische Stabilität zu verbessern, wählen die Ingenieure meist ein straffes und tiefes Fahrwerk. Der Faktor Federweg für eine gute Traktion oder das Überfahren von Kerbs ist in Silverstone nicht so relevant. Mit dem 2019 verlegten Asphalt wurden auch die letzten Bodenwellen glattgebügelt. Die Bremsen sind ebenfalls kein großer Faktor. Im Gegenteil: Zwischen Luffield und Stowe stehen die Fahrer 40 Sekunden lang ununterbrochen auf dem Gas. Hier müssen die Ingenieure dafür sorgen, dass die Carbon-Stopper nicht auskühlen.

Updates:

Nach drei Rennen in kurzer Abfolge legte der F1-Zirkus kurz vor Silverstone die erste Verschnaufpause in dieser Saison ein. Wir erwarten beim England-Gastspiel deshalb die erste größere Upgrade-Welle. Selbst Mercedes will noch einmal nachlegen, was die Konkurrenz sicher nich gerne hören dürfte.

Bei Red Bull versucht man mit modifizierten Teilen endlich die plötzlich auftretenden Strömungsabrisse in den Griff zu bekommen. McLaren hat ebenfalls Upgrades in Sachen Aerodynamik angekündigt. Und am Ende hofft Williams mit verbesserter Technik endlich auch bei der Rennpace die Lücke zum restlichen Mittelfeld zu stopfen.

Lewis Hamilton - GP England 2019
Motorsport Images
Im letzten Jahr feierte Lewis Hamilton beim Heimspiel den 80. Sieg seiner Karriere.

Favoriten

Wir haben es schon eingangs erwähnt: Mercedes kann sich in Silverstone nur selbst schlagen. Hinter vorgehaltener Hand sprechen sogar die Ingenieure des Weltmeisterteams von einem Elfmeter ohne Torwart. Das einzige Auto, das einigermaßen mithalten dürfte, scheint aktuell Racing Point zu sein. Die Kopie des Originals wies bisher aber auch immer mindestens eine halbe Sekunde Rückstand auf.

Wenn das Mercedes-Quartett vorne Fehler macht, könnte vielleicht auch Max Verstappen in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen – aber auch nur, wenn Red Bull die Aerodynamik-Probleme endlich in den Griff bekommt. Dafür will man im Training zunächst mit Aero-Teilen einer älteren Spezifikation beginnen. Sollte der RB16 wieder Zicken machen, dann läuft vor allem Alexander Albon in Gefahr, in die Fänge des Mittelfelds zu geraten.

Renault und McLaren lagen bisher stets nah beinander. In Silverstone wird das Verfolger-Duell wohl auch durch die Wirksamkeit der Upgrades entschieden. Ferrari hat dagegen keine neuen Teile für den Trip auf die Insel angekündigt. Wir befürchten, dass sich Sebastian Vettel und Charles Leclerc selbst über kleine WM-Pünktchen freuen müssen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP England 2019:

Schon im Vorjahr machten die beiden Mercedes-Piloten den Sieg in Silverstone unter sich aus. Von der Pole Position konnte zunächst Valtteri Bottas die Führung verteidigen. Der Finne musste auf der Strecke einige Angriffe von Lewis Hamilton parieren. Doch dann rollte in Runde 20 das Safety-Car auf die Bahn. Ein Ausrutscher von Antonio Giovinazzi lieferte Hamilton die perfekte Vorlage. Der Weltmeister hatte seinen einzigen Stopp etwas länger herausgezögert und konnte im Gegensatz zu Teamkollege Bottas von der Neutralisation profitieren.

Dahinter kam es zum Duell zwischen Max Verstappen und den beiden Ferrari. Vor allem mit Charles Leclerc lieferte sich der Holländer in der ersten Rennhälfte zahlreiche packende Zweikämpfe. In Runde 37 kam es dann zum Aufeinandertreffen mit Sebastian Vettel. Verstappen ging zunächst am Ferrari vorbei, wurde dann aber vor Kurve 16 beim übermütigen Konter Vettels von hinten abgeschossen.

Beide Autos drehten sich ins Kiesbett. Der Ferrari musste mit beschädigter Nase an die Box. Später setzte es noch eine Zehn-Sekunden-Strafe für Vettel, die den Deutschen bis auf Rang 16 zurückwarf. Verstappen konnte zwar weiterfahren, fiel aber hinter Charles Leclerc und Teamkollege Pierre Gasly auf einen enttäuschenden fünften Platz zurück.

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights des spektakulären England-Grand-Prix aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP England 2020

Session Termin
Training 1 Fr. 31. Juli, 12.00 Uhr
Training 2 Fr. 31. Juli, 16.00 Uhr
Training 3 Sa. 1. August, 12.00 Uhr
Qualifying Sa. 1. August, 15.00 Uhr
Rennen So. 2. August, 15.10 Uhr
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