Erster Blick auf den echten Williams FW48: So sieht der Nachzügler aus

FW48-Rollout mit Verspätung
Erster Blick auf den echten Williams

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.02.2026
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Es war eine schwere Geburt. Eigentlich wollte Williams dieses Jahr zu den ersten Teams gehören, die mit ihrem Neuwagen auf die Strecke gehen. Teamchef James Vowles hatte zum Ende der vergangenen Saison optimistisch angekündigt, dass der FW48 noch vor dem offiziellen Shakedown-Test in Barcelona seinen Rollout in Silverstone feiern soll. Doch am Ende kam alles ganz anders.

Eine Kombination aus fehlgeschlagenen Crashtests sowie Verzögerungen bei der Produktion der Teile und des Zusammenbaus führte dazu, dass Williams als einziges Team die Barcelona-Woche absagen musste. Am Dienstag (3.2.) gab der Traditionsrennstall dann immerhin einen ersten Ausblick auf die neue Lackierung für die Saison 2026. Das Design wurde jedoch auf einem generischen Rendering gezeigt, das mit der Realität nicht viel gemeinsam hatte.

Doch schon einen Tag später wagte sich dann endlich der echte FW48 aus der Deckung. Williams hatte den Grand-Prix-Kurs in Silverstone gemietet. Bei feucht-kalten Bedingungen spulten Carlos Sainz und Alex Albon die Jungfernfahrt ab. Der Rollout erfolgte im Rahmen eines sogenannten Filmtags. Mehr als 200 Kilometer erlaubt das Reglement für einen solchen privaten Test nicht.

Williams FW48 - Shakedown - Silverstone - 2026
Williams

Ein erstes Foto vom Williams FW48

Am Abend veröffentlichte Williams dann immerhin ein Foto von dem historischen Ereignis. Viele Details sind auf dem Frontalbild aus der Boxengasse nicht zu erkennen. Wie das Datenblatt schon beim Launch verriet, setzt Williams an der Vorderachse auf eine Pullrod-Aufhängung. Dass sonst nur noch Alpine und Cadillac diesen Weg gehen, sollte die Ingenieure etwas beunruhigen.

Allerdings haben die Fahrwerksspezialisten eine ganz besondere Geometrie ausgetüftelt. Ähnlich wie beim Aston Martin wurde der vordere Arm des oberen Querlenkers extrem weit oben an der Frontpartie angedockt. Der hintere Arm dagegen ist weit nach unten versetzt. Das sorgt für eine sogenannte Anti-Dive-Charakteristik. Das Auto taucht also beim Bremsen nicht so stark ein.

James Vowles - Williams FW48 - Shakedown - Silverstone - 2026
Williams

Breite Nase, große Airbox

Von der hinteren Aufhängung war auf dem Bild noch nichts zu sehen. Im Datenblatt gaben die Ingenieure aber schon bekannt, dass es sich um eine Pushrod-Dämpfung handelt, wie es auch bei den meisten anderen Autos der Fall ist.

Auf dem Bild erkennen lässt sich, dass der Neuwagen eine relativ breite Nase trägt. Sie dockt über zwei leicht nach außen ragende Halterungen am Hauptblatt des Frontflügels an. Es bleibt also dabei, dass nur Mercedes und Aston Martin auf eine alternative Lösung setzen, bei der der Flügel über das mittlere Element mit der Nase verbunden ist.

Auch die Airbox beim Williams lohnt einen genaueren Blick. Dem allgemeinen Trend folgend ist die Hutze über dem Fahrer relativ voluminös ausgefallen, wenn auch nicht ganz so extrem wie zum Beispiel beim Racing-Bulls-Renner.

Carlos Sainz - Williams FW48 - Shakedown - Silverstone - 2026
Williams

Paparazzi am Streckenrand

Auf YouTube ist noch ein Paparazzi-Video vom Streckenrand aufgetaucht, das einen ersten Blick auf die Seite des FW48 erlaubt. Das unscharfe Material und die spezielle Camouflage-Lackierung erschweren es allerdings, Details zu erkennen. Es scheint, als trage der Williams an den Kühleinlässen einen Überbiss. Die Seitenkästen kommen ohne einen tiefen Undercut aus. Das spricht für ein kompaktes Packaging.

Beim Bahrain-Test in der kommenden Woche muss Williams dann endlich die Karten auf den Tisch legen. Beim ersten offiziellen Kräftemessen mit allen elf Teams sind zum ersten Mal Reporter und Fotografen erlaubt. Dann dürfte kein FW48-Detail mehr verborgen bleiben.

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