Kimi Antonelli erlebte im Shanghai-Sprint ein Déjà-vu. Wie schon in Melbourne kam der Mercedes-Youngster schlecht von der Linie weg und verlor viele Plätze. "Kimi hat vergessen, den richtigen Modus zu betätigen", erklärte Teamchef Toto Wolff nach dem Mini-Rennen. "Er hatte keinen Boost. Und wenn Du im falschen Modus bist, dann kommst Du einfach gar nicht weg."
Beim Versuch, sich die verlorenen Plätze zurückzuholen, übertrieb es der Silberpfeil-Pilot etwas. In Kurve 6 rutschte er untersteuernd in Isack Hadjar. Beim Franzosen gingen durch die Kollision einige wichtige Aero-Teile fliegen. Das linke Vorderrad des Mercedes hatte das halbe Bargeboard des Red Bulls wegrasiert.
Die FIA-Kommissare kamen schnell zu einem Urteil. Für Antonelli setzte es eine Zehn-Sekunden-Strafe, die der Italiener beim Boxenstopp in der späten Safety-Car-Phase absaß. Die unfreiwillige Wartezeit vor dem Service warf den Teenager aus dem Kampf um die Podiumsplätze bis auf Rang fünf zurück. Der Sieg von Teamkollege George Russell zeigte, dass deutlich mehr drin gewesen wäre.

Nach seinem schlechten Start legte sich Antonelli mit Hadjar an.
Hadjar schlägt Entschuldigung aus
Toto Wolff war nach dem Rennen etwas zwiegespalten, was die Strafe anging: "Es war klar sein Fehler. Ich finde, zehn Sekunden sind dennoch ein bisschen harsch. Am Ende hat er Hadjar aber auch das Rennen gekostet. Die Stewards sind in der schweren Situation, das richtig einzuschätzen."
Nach dem Rennen ging Antonelli im Parc Fermé direkt zu seinem Unfallgegner. Der 19-Jährige stieg aus seinem Cockpit und versuchte, Hadjar, der noch in seinem Auto saß, die Hand zu reichen. Doch der Red-Bull-Pilot schickte Antonelli mit einer unfreundlichen Geste einfach weg und nahm die Entschuldigung nicht an.
Wolff schüttelte nur den Kopf, als ihm die Szene im Sky-Interview vorgespielt wurde: "Das ist unsportlich. Das kann es nicht sein, ihn wegzuwinken", kritisierte der Österreicher die Reaktion von Hadjar.

Bei Hadjar saß der Frust nach der Sprint-Pleite tief.
Schumacher: "Hadjar ist ein Heißsporn"
Auch Sky-Experte Ralf Schumacher konnte das Verhalten nicht ganz nachvollziehen: "Nach 20 Runden kann man da schon etwas abschalten. Aber das ist sein Charakter. Er ist ein Heißsporn. Er ist jemand, der absolut fokussiert ist und alles gibt für den Sport. Er wird auch dazulernen. In fünf Jahren würde es vielleicht anders machen."
Hadjar selbst war der Frust auch bei seinen Interviews noch ins Gesicht geschrieben. "Kimi hat sich da total selbst ausgebremst. Danach hatte ich für den Rest des Rennens mit einem Schaden zu kämpfen. Das war sehr schmerzhaft. Wir konnten nichts lernen. Mit dem Schaden musste ich nur noch versuchen, mich zu verteidigen."












