


Der GLC stellt eine große Schnittmenge an Automobilkompetenz dar. Er bietet viel Platz, fährt gut, schnell, komfortabel und sparsam, zieht schwere Anhänger und unterstützt mit dem richtigen Maß an moderner Technik.

Ein Check auf der Bühne ist immer lohnenswert. Bei praktisch allen Längsmotor-Mercedes empfiehlt sich ein Blick auf Fahrwerksverschleiß. Was nicht mit bloßem Auge erkennbar ist, lässt sich durch Durchbewegen mit einem Hebel feststellen.

Steht kein Werkzeug zur Verfügung, lässt sich Verschleiß mit etwas Gefühl auch am Rad erkennen. Verdrehen in Lenkrichtung entlarvt ausgeschlagene Spurstangenköpfe, Rauf-Runter (wie im Bild) macht defekte Stütz- und Domlager hörbar, und ruckartiges Belasten in Richtung des Radsturzes überprüft Querlenkerlager.

Auch ein Klassiker: Hoher Bremsenverschleiß. Anders als früher findet sich der übrigens mindestens genauso früh an der Hinterachse. Hier greift der Abstandstempomat nämlich meist allein zu - zur besseren Spurtreue.

Die elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung zieht je nach Motorisierung bis zu 2,5 Tonnen. Wer die ausnutzen möchte, sollte Wert auf den werkseitigen Verbau legen, der mit größeren Kühlerlüftern einhergeht. Das wird nämlich nicht bei jeder Nachrüstung beherzigt.

Infotainment und Bedienbarkeit sind dank Comand Online immer noch auf hohem Niveau. Das Basis-Display hat hingegen dicke Kunststoffränder und wirkt schnell altbacken.

Die optionalen Memorysitze lassen sich ganz daimlertypisch in der Türverkleidung verstellen. Das ist funktioniert ideal und macht einen noblen Eindruck.

Gibt's oberhalb vom Lichtschalter nur einen Parkticket-Halter, wurde an der Fahrassistenz gegeizt. In die zwei Blindstopfen würde noch die Nachtsichtfunktion, sowie die 360-Grad-Kamera passen.

Die Tubenoptik des Kombiinstruments ist Teil von Exclusive- und AMG-Line. Die Basis sieht simpler aus, ist aber ebenso funktional. Das mittige Farbdisplay und die analogen Skalen sind so gut ablesbar, dass das Digital-KI ab der Modellpflege nicht wirklich zu vermissen ist.

Der Dreh-Drücksteller vom Comand wird überragt vom optionalen Touchfeld. Sieht gut aus, funktioniert aber im Hinblick auf Touch-Erkennung nicht allzu präzise.

Sind Anhängerkupplung und E-Heckklappe werkseitig an Bord, lassen sie sich über diese Schalter in der Türverkleidung bedienen.

Die äußerst bequemen Sitze bieten auch für große Passagiere gute Platzverhältnisse und Verstellmöglichkeiten. Ein Ärgernis sind jedoch die Teilleder-Versionen, wie sie in den gehobenen Linien serienmäßig sind. Dann sind Stoffteile nämlich von "Artico" Kunstleder flankiert, was bei Mercedes in aller Regel schon bei geringen Laufleistungen Scheuerstellen zeigt. Mies!

Hinter dem großen Tankdeckel verbirgt sich beim Diesel auch der Stutzen für AdBlue. Das ist komfortabel. Soll Harnstoff nachgefüllt werden, empfiehlt es sich, den Tank maximal zu füllen. Kleinere Mengen werden nämlich manchmal nicht erkannt.

Wird's kurvig, verhält sich der GLC erfreulich handlich. Das erkauft er sich jedoch mit einem relativ straffen Fahrwerk. Wer da sensibel ist, wählt besser die optionale Luftfederung Airmatic.

Auf langen Strecken bei hohen Geschwindigkeiten punktet der GLC dann aber trotzdem mit markentypischem Komfort und souveränem Fahrverhalten.

Zuletzt einen großen Dank an Uwe Gedig mit seiner Oldtimer-Mietwerkstatt in Nürnberg. Er stellt uns nicht nur immer wieder seine Bühne für Fotoaufnahmen zur Verfügung, sondern bietet auch beste Schraubermöglichkeiten und viel Knowhow für seine Kunden.
Leistung
163 PS – 510 PS
Verbrauch
1 l/100km – 12 l/100km
Hubraum
1.950 cm³ – 3.982 cm³
Grundpreis
46.981 € – 103.661 €
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