Darum verbannt man auf einem Drag-Strip in Florida Elektroautos vom Rennbetrieb

Verbot wegen Sicherheitsbedenken
Darum verbannt man E-Autos vom Drag-Racing

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.01.2026
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Elektroautos dominieren gegenüber herkömmlichen Verbrennern die Beschleunigungsdisziplin und damit auch die sogenannten Drag-Rennen. Sofort anliegendes Drehmoment und reproduzierbare Leistung machen sie auf der Viertelmeile fast unschlagbar. Genau diese Fahrzeuge sind auf einem Drag-Strip in Florida jetzt aber nicht mehr willkommen und dürfen die Verbrenner nicht mehr ärgern.

Der Orlando Speed World Dragway hat alle rein batterieelektrischen Fahrzeuge von Rennen und Testfahrten ausgeschlossen. Seit dem 8. Januar 2026 dürfen dort keine Elektroautos mehr fahren. Das Verbot gilt ohne Übergangsfrist und umfasst sämtliche Veranstaltungen. Hybridfahrzeuge hingegen bleiben erlaubt.

Offiziell begründen die Betreiber der Strecke diesen Schritt mit Sicherheitsbedenken. Nach eigenen Angaben überprüfte das Management interne Notfallpläne und sprach mit zuständigen Sicherheitsstellen. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Die vorhandene Infrastruktur reicht nicht aus, um die Risiken von Elektrofahrzeugen verantwortungsvoll abzudecken.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem beschädigte Hochvoltbatterien. Sie können giftige oder brennbare Gase freisetzen. Gleichzeitig fällt es Ersthelfern oft schwer, zu erkennen, ob ein verunfalltes Fahrzeug vollständig spannungsfrei ist. Bei einem bewusstlosen Fahrer entsteht deshalb ein Risiko, wenn er befreit werden muss. Die Karosserie kann weiterhin unter Strom stehen.

Abschleppen von E-Autos als Problem

Auch die passive Sicherheit bereitet den Betreibern Sorgen. Nach einem Unfall lassen sich Türen unter Umständen nicht mehr entriegeln. Der Zugang zum Innenraum bleibt blockiert. Die Bergung erschwert sich zusätzlich, weil manche Elektroautos ohne Strom nicht rollen. Klassische Abschlepptechnik stößt hier an ihre Grenzen.

Besonders heikel bleibt das Thema Brandbekämpfung. Batteriebrände folgen eigenen Regeln. Sie lassen sich nicht mit herkömmlichen Feuerlöschern kontrollieren. Spezialisierte Einsatzkräfte nutzen je nach Fall große Wassermengen, Thermodecken oder vollständige Unterwasserlagerung. Der Orlando Speed World Dragway verfügt alledings nicht über diese Mittel.

US-Regierung stoppt E-Auto-Förderung

Die Entscheidung zeigt ein strukturelles Problem. Viele Drag-Strips arbeiten mit kleinen Teams und knappen Budgets. Sie leben vom Engagement weniger Helfer. Hochspezialisierte Sicherheitsausrüstung gehört dort nicht zum Standard. Ein Zwischenfall mit einem Elektroauto würde die Abläufe überfordern und könnte zu gefährlichen Situationen führen.

Damit trifft das Verbot weniger die Fahrzeuge selbst als die Rahmenbedingungen des Breitensports. Elektroautos entwickeln sich schneller als die Infrastruktur vieler Rennstrecken. Das Verbot von batteriebetriebenen Rennwagen auf der Viertelmeile könnte aber auch ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung in den USA sein. Schließlich hatte die Regierung um Präsident Donald Trump im Juli 2025 die Förderung für Elektroautos gekippt.

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