02/2019 Bentley Bentayga Speed Bentley
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02/2019 Bentley Bentayga Speed 22 Bilder

Bentley Bentayga Speed läuft aus

Edel-SUV künftig ohne W12-Version

Das Zwölfzylinder-Sterben geht weiter: Nun kündigt Bentley an, künftig keinen Bentayga Speed mehr in Europa anbieten zu wollen. Der offizielle Grund: die zu geringe Kunden-Nachfrage.

Es gab in letzter Zeit ein wenig Verwirrung um den Bentley Bentayga. Als die Briten vor wenigen Tagen das Facelift ihres Luxus-SUV enthüllten (mehr dazu lesen Sie hier), gaben sie nur konkrete Daten für die Version mit Vierliter-V8-Biturbo-Benziner an. Verbunden mit dem Hinweis, dass sich die Modellpflege im weiteren Jahresverlauf auch auf die weiteren Modellvarianten durchschlagen wird. Explizit erwähnt wurden der Plugin-Hybrid mit V6-Benziner und die Speed-Version.

Bentley macht die Rolle rückwärts

Im Wortlaut las sich das am 30. Juni 2020 so: "Zudem ist ein leistungsorientiertes Speed-Modell mit einer noch imposanteren Optik geplant. Der Speed ist das Spitzenmodell der Bentayga-Familie und wird von Bentleys bewährtem 6,0-Liter-W12-TSI-Motor angetrieben werden." Dessen technische Daten vor dem Facelift: imposante 635 PS und maximal 900 Newtonmeter.

02/2019 Bentley Bentayga Speed
Bentley
Der Bentley Bentayga Speed mit W12-Triebwerk erreicht einen Topspeed von 306 km/h.

Es dauerte nicht lange, und bei Bentley setzte ein Sinneswandel ein. Inzwischen kassierte die zum VW-Konzern gehörende Marke die Ankündigung nämlich wieder. Und ließ stattdessen verlautbaren, dass der Bentayga Speed in Europa und Großbritannien nicht zurückkehren wird. Künftig haben nur noch Kunden in Nordamerika, Russland, der Asien-Pazifik-Region inklusive Australien und Neuseeland sowie im Mittleren Osten und Japan die Möglichkeit, die Facelift-Version des über 300 km/h schnellen Bentaygas offiziell als Neuwagen zu erwerben.

Auch BMW rangiert seinen Zwölfzylinder aus

Bentley zufolge habe die Nachfrage am W12-Bentayga in Europa und im Vereinigten Königreich nachgelassen. Stattdessen würden die Kunden dort selbst in einem Luxus-SUV inzwischen kleinere Motoren und Hybridantriebe bevorzugen. Zur Wahrheit dürfte aber auch gehören, dass innerhalb der EU die CO2-Gesetzgebung immer strenger wird und empfindliche Strafzahlungen drohen, falls ein Hersteller die hohen Hürden nicht überspringt. An diese Gegebenheiten muss auch ein Nobelhersteller wie Bentley sein Produkt-Portfolio anpassen – und im Zweifel auf einen besonders durstigen und damit CO2-intensiven Motor wie den legendären W12 verzichten.

Bentley Bentayga Facelift (2020)

Bentley Bentayga Facelift
Bentley Bentayga Facelift Bentley Bentayga Facelift Bentley Bentayga Facelift Bentley Bentayga Facelift 19 Bilder

Vor diesem Hintergrund ist Bentleys Entscheidung – die sie sich offensichtlich nicht leicht gemacht haben – nachvollziehbar. Und sie passt ins Bild, denn auch andere Hersteller rangieren ihre Zwölfzylinder-Triebwerke nach und nach aus. Bei anderen Volkswagen-Marken ist der W12 längst Geschichte. Aber auch andere Konzerne misten in dieser Hinsicht aus. Jüngstes Beispiel ist BMW, das den 585 PS starken 6,6-Liter-V12 schon bald aus dem 7er entfernen wird.

S-Klasse auch weiterhin mit V12

Beim schwäbischen Rivalen steigt man schrittweise aus dem V12-Rennen aus: AMG verzichtet inzwischen komplett auf das Brennraum-Dutzend. Doch immerhin erhält die künftige S-Klasse-Generation in ihrer Topversion S 600 den V12 weiterhin. Daimler-Chef Ola Källenius bestätigte mehrfach, das bisher 530 PS und höchstens 830 Newtonmeter starke, aber zuletzt hierzulande nicht mehr erhältliche Triebwerk in den W 223 hinüberzuretten. Ob das auch für die europäischen Märkte gilt, hat Källenius nicht explizit gesagt. So ist es zumindest denkbar, dass es bei der S-Klasse ähnlich laufen wird wie jetzt beim Bentayga.

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Fazit

Es war früh absehbar und passiert nun wirklich: Die immer strengeren CO2-Limits innerhalb der EU führen zu einem vermehrten Sterben der dicken Motoren. Erst AMG, dann BMW und nun Bentley beim Bentayga: Ein Nobelhersteller nach dem anderen streicht seine Zwölfzylinder aus dem Programm. Doch ein paar besonders Standhafte – zum Beispiel Edel-Anbieter wie Ferrari, Lamborghini oder Rolls-Royce – gibt es ja noch. Und Bentley hat den W12 ja auch künftig im Programm: Continental und Flying Spur werden auch in Europa und Großbritannien vorerst weiter mit dem Zwölfzylinder angeboten. Zumindest ist uns (noch) nichts Gegenteiliges bekannt.

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