BMW 128ti F40 BMW Group
BMW 128ti F40
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BMW 128ti F40 18 Bilder

BMW 128ti (2020)

Der 265-PS-Hot-Hatch stößt in die Lücke

Mit dem 128ti bringt BMW im November ein Sportmodell auf den Markt, das nicht unter dem M-Label firmiert. Der kompakte Dynamiker hat trotzdem einiges zu bieten.

Die BMW-Strategen haben das Loch treffsicher identifiziert: Zwischen 190 und 306 PS klafft eine Riesenlücke, die gefüllt werden will. Zur Erklärung: 190 PS leistet der BMW 120d, der bislang als stärkster 1er ohne M-Label fungiert (der bis zum jetzigen Zeitpunkt stärkste Benziner 120i kommt gar "nur" auf 178 PS). Und die 306 PS gehören zum M135i xDrive, dem von der M GmbH verfeinerten und mit Allrad- statt Frontantrieb gesegneten Kompaktsportler.

Vom M135i abgeleiteter Motor

Okay, der neue BMW 128ti trifft nicht ganz die Mitte zwischen den beiden 1er-Varianten. Mit 265 PS orientiert sich der Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner eher zum M-Modell hin, von dessen Triebwerk er auch abgeleitet wurde. Mit höchstens 400 Newtonmetern pariert der Neuling dagegen exakt den Wert des Diesels, wobei er diesen bei den Fahrleistungen natürlich toppt. In 6,1 Sekunden geht es im 128ti von Null auf Tempo 100, bei 250 km/h gebietet die Elektronik der Beschleunigung nachhaltig Einhalt. Der Normverbrauch liegt bei 6,1 bis 6,4 Litern, der CO2-Ausstoß bei 139 bis 148 g/km (beides nach WLTP ermittelt und auf NEFZ zurückgerechnet). Der Motor erfüllt die Abgasnorm Euro 6d.

Als Kraftverteiler auf die Vorderräder fungiert eine sportlich abgestimmte Achtgang-Steptronic, die per Lenkradwippen kommandiert werden kann. Auch das Fahrwerk hat BMW dynamisiert: Der 128ti kommt um zehn Millimeter tiefergelegt daher, vertraut auf härtere Federn sowie darauf angepasste Stoßdämpfer und übernimmt die steiferen Stabilisatoren und hoch vorgespannten Stabilisatorlager des BMW M135i xDrive. Hinzu kommen ein Torsen-Sperrdifferenzial, eine optimierte Vorderachs-Elastokinematik und eine direkter abgestimmte Lenkung. Im Vergleich zum stärkeren Bruder ist der 128ti 80 Kilogramm leichter, was vorrangig mit dem Verzicht auf den Allradantrieb zu erklären sein dürfte.

Exklusiv für den 128ti gestaltete 18-Zoll-Felgen

Rote Sättel sind Teil der serienmäßigen Sportbremse, die vorne mit Vierkolben-Monoblock-Festsätteln und 360-Millimeter-Scheiben sowie hinten mit Faustsätteln und 300er Scheiben arbeitet. Die Stopper verstecken sich hinter exklusiv für den 128ti erhältlichen 18-Zoll-Leichtmetallrädern (Options-Code Y-Speiche 553 M bicolor). Auf Wunsch, aber aufpreisfrei, sind die Felgen mit Michelin Pilot Sport 4-Reifen im Format 225/40 R18 ummantelt. Optional sind auch 19-Zöller mit Pneus der Dimension 235/35 R19 zu haben. Die beiden rechts und links platzierten Auspuff-Endrohre haben einen Durchmesser von 90 Millimetern.

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Die 18-Zoll-Felgen gibt es in diesem Design nur beim BMW 128ti.

Auch an die Elektronik haben die BMW-Ingenieure Hand angelegt. So ist die Performance Control etwas schärfer abgestimmt als beim normalen 1er, wodurch die Hinterachse etwas lebendiger agieren soll. Mit dem ARB-System kommt natürlich auch beim 128ti die aus den Modellgeschwistern bekannte, im Motor- statt DSC-Steuergerät untergebrachte Traktionskontrolle zum Einsatz, die Leistungsuntersteuern konsequent unterbinden soll.

BMW 128ti passiert auf den M Sport-Modellen

Für den passenden expressiven Auftritt sind vorrangig Teile aus dem Sonderausstattungs- und Zubehörkatalog verantwortlich, die beim 128ti jedoch serienmäßig installiert sind. Er basiert auf der M Sport-Ausstattung, trägt also eine Frontschürze mit speziell geformten Lufteinlässen und eine Heckschürze mit glänzend schwarzen Einlagen. Darüber hinaus bietet er aber spezifische Abdeckungen und Blenden; exemplarisch seien die Seitenschweller-Verkleidungen genannt. Hinzu kommen die erweiterte Shadow Line, die dem Kompaktsportler eine schwarze Niere und schwarze Spiegelkappen beschert, sowie knallrote Farbakzente.

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Der Innenraum strotzt vor roten Akzenten. Auf der vorderen Mittelarmlehne ist das ti-Logo verewigt.

Die ti-Schriftzüge, die das legendäre, vor allem in den Sechzigern und letztmals in den Neunzigern verwendete Kürzel (für "Turismo Internazionale") wiederbeleben, stechen natürlich besonders ins Auge. Auch innen ist die Buchstabenkombination präsent; besonders groß ist sie auf der vorderen Mittelarmlehne verewigt. Generell finden sich hier viele rote Akzente: Etwa an der Rückenlehne der serienmäßigen Sportsitze oder dank zahlreicher Kontrastnähte an Armlehnen, Türverkleidungen und Instrumententafel sowie Lenkradkranz und Airbag-Abdeckung des Sportlenkrads. Der Dachhimmel ist stets schwarz, Pedalerie und Fußstütze tragen Edelstahl-Kappen, und Einstiegsleisten sowie Sicherheitsgurte steuert die M GmbH bei.

Bereits im November 2020 rollt der neue 128ti zu den BMW-Händlern. Der Einstiegspreis liegt in Deutschland bei 41.575 Euro (inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer). Von Beginn an sind für den Kompaktsportler M Performance Parts erhältlich, mit denen der Neuling die Lücke zum M135i xDrive noch einen Tick weiter verkleinert.

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Fazit

Als "ungefilterte Fahrmaschine mit eigenständigem Charakter" positioniert BMW den neuen 128ti. Ob der 265 PS starke Hot Hatch die Mission erfüllt, konnte Kollege Jens Dralle übrigens bereits erfahren. Hier der Fahrbericht eines Prototypen auf der Nürburgring-Nordschleife.

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