Bundeswehr startet beim 24-h-Rennen am Nürburgring: Ford Mustang GT3 im Militär-Einsatz

Ford Mustang GT3 im Militär-Einsatz
Bundeswehr startet beim 24-h-Rennen am Nürburgring

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.02.2026
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Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring findet dieses Jahr zum 54. Mal statt. Doch so etwas haben die Fans in all den Jahren noch nicht gesehen. Denn wenn am Himmelfahrts-Wochenende (14. bis 17. Mai 2026) die Schlacht in der Grünen Hölle beginnt, wird auch die Bundeswehr mit an der Front kämpfen – sinngemäß natürlich. Ein siegfähiger Ford Mustang GT3 wird jedenfalls das typische Tarnkleid der Bundeswehr tragen, und damit an der Spitze des Teilnehmerfelds jede Menge Werbung für die deutschen Truppen.

Hintergrund ist eine neue Werbe-Partnerschaft mit dem Haupt Racing Team. Sowohl beim Saisonhöhepunkt, als auch bereits in den Vorbereitungsrennen der Nürburgring Langstrecken-Serie wird man den Bundeswehr-GT3 im olivgrünen Polygon-Look durch die Eifel ziehen sehen.

Tarnkappe auf, Handy raus

Der Mustang ist ohnehin kein Auto für stille Momente. Sein bäriger V8-Sound ist einer der akustischen Lieblinge der vielen Fans. 2026 kommt nun die optische Breitseite dazu: Camouflage-Folierung, klare Botschaft auf der Flanke – "Mit uns den Dienst wagen". Unauffällig geht anders, aber genau das ist die Idee.

Die Bundeswehr nutzt den Motorsport als Bühne, um sich im emotionalen Umfeld des Langstreckensports als moderner Arbeitgeber zu präsentieren. Technik, IT, Logistik, Medizin – all das passt erstaunlich gut zu einer Rennserie, in der Teamarbeit, Belastbarkeit und Hightech über Sieg oder Ausfall entscheiden. Beim 24-Stunden-Rennen selbst wird zusätzlich ein Karrieretruck vor Ort sein. Wer also zwischen Bratwurst, Boxenstopp und Bier eine Lebensentscheidung treffen möchte, bekommt die Gelegenheit dazu.

Motorsport trifft Marschbefehl

HRT-Geschäftsführer Ulrich "Uli" Fritz spricht von einer großen Ehre – und liegt mit dem Vergleich nicht ganz falsch. Motorsport und Militär haben tatsächlich Schnittmengen: lange Einsatzzeiten, wenig Schlaf, hochkomplexe Technik und der Umstand, dass Fehler sehr schnell sehr teuer werden können. Nirgendwo wird das deutlicher als beim 24h-Rennen auf der Nordschleife, wo Mensch und Material über ein ganzes Wochenende hinweg am Limit operieren.

Auch bei der Bundeswehr sieht man diese Parallelen. Brigadegeneral Walter Schulte, zuständig für die Personalgewinnung, betont das breite Spektrum an Berufen – in Uniform wie in Zivil. Die Rennstrecke wird damit zur mobilen Jobmesse mit 300 km/h Topspeed.

Ein Mustang mit Mission

Für HRT ist 2026 bereits die zweite Saison mit dem GT3-Mustang. Über den Winter hat der US-Bolide ein Evo-Update erhalten, die Ambitionen sind klar: vorne mitfahren, vielleicht sogar ganz oben. Dass man dabei aussieht wie eine rollende Tarnjacke, ist eher Bonus als Nachteil. Gesprächsstoff ist garantiert – im Fahrerlager ebenso wie auf den Tribünen.

Was sich die Bundeswehr das Engagement kosten lässt? Darüber schweigt man diszipliniert. Aber das passt ja zur Mission.

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