Unser Erlkönigjäger hat den Prototypen jetzt bei Testfahrten in München mit deutlich reduzierter Tarnung erwischt. Bereits bei der Weltpremiere der i3 Limousine hatte BMW den Touring angekündigt, damals allerdings nur als Silhouette. Die aktuellen Erlkönigbilder liefern nun den bisher besten Eindruck des Serienmodells, auch weil sich die Tarnfolie inzwischen weitgehend auf Front und Heck beschränkt, während Türen, Dach und Seitenansicht bereits unverkleidet sind.
Eigenständiges Heck
Bis zur A-Säule entspricht der i3 Touring weitgehend der Limousine. Scheinwerfer, Frontpartie und der Vorderwagen wirken nahezu identisch. Änderungen beginnen erst hinter der B-Säule.
Hier entwickelt BMW den Touring logischerweise mit einer eigenständigen Karosserie. Die Dachlinie verläuft deutlich weiter nach hinten und fällt erst kurz vor der Heckklappe ab. Zusammen mit dem längeren hinteren Überhang entsteht eine klassische Kombi-Silhouette, die sich klar von der Limousine absetzt.
Noch unter der Tarnfolie verborgen bleiben Teile der Heckklappe, des Stoßfängers und der Rückleuchten. Trotzdem ist bereits zu erkennen, dass BMW das Heck flacher zeichnet als beim heutigen 3er Touring. Gleichzeitig dürfte die größere Heckklappe den Zugang zum Laderaum erleichtern.
Technik des BMW i3 Touring
Unter der Karosserie sind dagegen kaum Überraschungen zu erwarten. Der i3 Touring übernimmt voraussichtlich die Technik der bereits vorgestellten i3 Limousine. Dazu gehören die 800-Volt-Architektur der Neuen Klasse, die neue Generation der BMW-eDrive-Technik sowie die Rundzellen-Batterien.
Zum Marktstart werden mehrere Antriebsvarianten erwartet. Geplant sind nach bisherigem Stand der heckgetriebene i3 30 und i3 40 sowie der i3 50 xDrive mit zwei Elektromotoren. Später dürfte außerdem der i3 M60 xDrive als stärkste Variante folgen. Für den i3 50 xDrive nennt BMW bei der Limousine 469 PS (345 kW), 645 Nm Drehmoment, eine Netto-Batteriekapazität von 108,7 kWh sowie eine maximale DC-Ladeleistung von bis zu 400 kW. Die Ladezeit von zehn auf 80 Prozent soll rund 21 Minuten betragen.
Das Innenraum-Konzept
Auch wenn BMW den Innenraum des Erlkönigs noch nicht zeigt, sind größere Überraschungen nicht zu erwarten. Der i3 Touring dürfte das Cockpit der bereits vorgestellten i3 Limousine nahezu unverändert übernehmen. Dazu gehören das neue Panoramic Vision Display über die gesamte Breite der Frontscheibe sowie der freistehende Zentralbildschirm. Klassische Rundinstrumente entfallen ebenso wie der bekannte iDrive-Controller auf der Mittelkonsole.
Was ist die "Neue Klasse"?Die Neue Klasse ist die neue Elektrofahrzeug-Plattform von BMW, auf der ab 2026 schrittweise zahlreiche Modelle entstehen. Sie kombiniert eine 800-Volt-Architektur mit einer neuen Generation von Elektromotoren, Batterien und einer zentralen Software-Architektur. BMW verspricht gegenüber der bisherigen Technik unter anderem höhere Reichweiten, kürzere Ladezeiten und eine effizientere Energienutzung. Den Anfang machen der iX3 und die neue i3 Limousine, später folgen weitere Modelle wie der i3 Touring.
Das Bedienkonzept setzt stärker auf Software und Sprachsteuerung. Gleichzeitig fasst BMW zahlreiche Fahrzeugfunktionen im neuen Zentralrechner "Heart of Joy" zusammen, der unter anderem Antrieb, Rekuperation, Bremsen und Fahrdynamik steuert.
Der i3 Touring soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 im BMW-Stammwerk München anlaufen.





