Erprobt wird das neue Modell unter einer stark getarnten Karosserie, die auf bestehenden SUV-Baureihen basiert – allerdings nur optisch. Die tatsächliche Technik unter dem Blech ist neu.
Karosserie: Mix aus CX-80 und CX-90
Mazda nutzt für den Prototyp eine Mischung aus CX-80 und CX-90. Beide Modelle basieren auf der "Large Platform" mit längs eingebauten Motoren – der CX-80 für Europa und Japan, der CX-90 für den US-Markt. Am Testträger sind vorn die breiteren Kotflügel des CX-90 zu erkennen, inklusive der markanten (und funktional nutzlosen) Luftauslass-Attrappen. Die Seitenlinie und das Heck orientieren sich hingegen klar am schmaleren CX-80.
Entscheidend ist jedoch, was unter dem Blech steckt. Die Proportionen sind klar verändert: Der Vorderwagen ist kürzer, die Vorderachse sitzt deutlich näher an der A-Säule. Ein stark verkürzter Frontüberhang und neue Achsgeometrien deuten auf eine neu konstruierte Plattform hin – mit Fokus auf batterieelektrischen Antrieb.
Skyactiv EV Architecture mit eigenem Package
Mazda hat bestätigt, dass das neue Modell auf einer eigenentwickelten Architektur basiert. Die sogenannte Skyactiv EV Scalable Architecture erlaubt unterschiedliche Karosserieformate, Batteriegrößen und Antriebskonzepte. Anders als beim MX-30, der auf einer umgebauten Verbrennerplattform basiert, oder beim EZ-60 und dem 6e, die auf der von Kooperationspartner Changan stammenden EPA1-Plattform aufbauen, handelt es sich hier um eine intern entwickelte Basis, die von Grund auf für batterieelektrische Antriebe ausgelegt ist.
Die geänderte Geometrie spricht für ein flaches Bodenkonzept mit zentralem Batteriepaket. Die Radstellung im Prototyp und die tief eingesetzten Räder deuten auf ein schmaleres Package hin – vermutlich im Segment eines mittelgroßen Crossovers.
Frontpartie geschlossen – typisch für frühe BEV
Die Front des Prototyps ist weitgehend glattflächig gestaltet. Der zentrale Kühlergrill ist vollständig geschlossen, die unteren Lufteinlässe sind verblendet. Auch an den Seiten finden sich keine aktiven Luftführungen. Mazda nutzt hier eine aerodynamisch optimierte Frontmaske, wie sie für BEV mit geringerem Kühlbedarf typisch ist.
Ein Ladeanschluss ist an dem Erlkönig nicht zu erkennen. Dieser könnte noch nicht verbaut oder an einer noch nicht sichtbaren Position platziert sein. Vermutlich testet Mazda mit dem Modell vor allem Fahrverhalten, Technik und Energieflüsse.
Vergleichsfahrten mit Tesla und Hyundai
Neben dem Prototyp waren auch ein Hyundai Ioniq 5 sowie ein Tesla Model Y unterwegs – beides direkte Wettbewerber im Crossover-Segment. Die Fahrzeuge trugen ähnliche Testkennzeichen wie der Mazda-Prototyp. Beobachter berichten von Parallelfahrten, Innenraum-Temperaturmessungen und akustischen Analysen. Mazda dürfte hier gezielt Benchmark-Tests durchführen.
Die Fahrten fanden nahe des Entwicklungszentrums in Irvine, Kalifornien, statt – unweit der US-Zentrale von Mazda. Die Tests lassen Rückschlüsse auf ein geplantes Volumenmodell zu, das international einsetzbar sein könnte.
Eigenständige EV-Strategie unter dem Label "E-Mazda"
Mazda treibt die Entwicklung über ein dediziertes Team voran. Unter dem internen Label "E-Mazda" arbeiten Ingenieure an Architektur, Antrieb und Package. Die Entwicklung erfolgt stark digitalisiert, mit KI-gestützten Simulationsprozessen und einer sogenannten Lean Asset Strategy – mit dem Ziel, Entwicklungszeiten zu halbieren.

So könnte der elektrische Mazda CX-5 aussehen.
Technikchef Ryuichi Umeshita hat bestätigt, dass er selbst einen der Prototypen gefahren sei. Das Fahrzeug erfülle den typischen Mazda-Anspruch an Fahrdynamik – das Prinzip "jinba ittai" sei auch in einem Elektroauto umsetzbar.
CX-5 als wahrscheinliche Zielgröße
Welches Modell auf der neuen Plattform als erstes Serienfahrzeug kommt, ist noch nicht bestätigt. Die Abmessungen des Testträgers sprechen jedoch für ein Fahrzeug im Format des CX-5 – dem global erfolgreichsten Modell der Marke.
Mazda hält sich derzeit offen, ob das neue EV ein Volumenmodell oder ein Nischenfahrzeug wird. Dies hängt laut Management von regulatorischen Anforderungen in den Zielmärkten ab.
Produktionsstart 2027 – Fokus auf US-Markt
Die Serienproduktion des neuen Elektroautos soll 2027 im Werk Hofu anlaufen. Erste Auslieferungen sind 2028 denkbar. Mazda plant, das Fahrzeug als globales Modell zu vermarkten – mit besonderem Fokus auf Nordamerika, wo das Segment für mittelgroße Elektro-SUV stark wächst.
Bis 2030 will Mazda je nach Marktentwicklung zwischen 25 und 40 Prozent seines weltweiten Absatzes mit Elektrofahrzeugen bestreiten. Rund zehn Milliarden US-Dollar fließen in entsprechende Entwicklungs- und Produktionsprojekte.












