FFG Genesis Elektro Panzer FFG
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FFG Genesis Elektro Panzer 7 Bilder

FFG Genesis Hybrid-Panzer mit 1.860 PS

Deutsche Firma zeigt Elektro-Panzer der Zukunft

Ein Flensburger Unternehmen hat einen Radpanzer mit Elektroantrieb entwickelt. Die Technik gilt als Revolution. Der Genesis kann sogar tauchen.

Die Elektro-Zukunft macht auch vor dem Militär nicht Halt. Das beweist ein jetzt vorgestelltes Projekt der Flensburger Fahrzeugbau GmbH (FFG). Das mittelständische Unternehmen aus dem Norden Deutschlands beschäftigt sich seit den 1960er Jahren mit der Instandsetzung und Entwicklung von gepanzerten Fahrzeugen, FFG bietet unter anderem mit dem PMMC G5 einen 26 Tonnen schweren modularen Kettenpanzer an.

Mit dem jetzt als Prototyp vorgestellten Genesis geht FFG einen komplett anderen Weg als mit konventionellen Transport- und Gefechtspanzern. Der Genesis-Prototyp, ausgeführt als 8x8 Radpanzer, fährt rein elektrisch. Dazu verfügt jedes der acht Räder über einen eigenen, 171 kW leistenden Elektromotor, der über eine Antriebswelle angebunden ist. Ein ebenfalls installierter Dieselmotor, dessen technische Daten FFG derzeit nicht nennt, arbeitet als Generator für das System, die Stromversorgung der E-Maschinen läuft über eine Lithium-Batterie, deren Kapazität ebenfalls nicht genannt wird.

Modulares Konzept für den Radpanzer Genesis

Dafür gibt es einige andere Angaben für das System. Der Genesis ist als modulares Konzept vorgesehen. Das Basisfahrzeug mit der Einheit für das Fahrpersonal ähnelt im System einem Einzelkabiner-Pickup. Hinter der "Kabine" kann ein entsprechendes Modul aufgesetzt werden, beispielsweise ein Mannschaftstransporter oder wie beim Genesis-Demonstrator ein Geschützturm. Die Traktionsbatterie und der Diesel-Generator sind in einem separaten Modul in der Front des Fahrzeugs untergebracht. Die Transportplattform hat ein Eigengewicht von 25 Tonnen und kann Einsatzmodule mit einem Gewicht von bis zu 15 Tonnen aufnehmen.

FFG Genesis Elektro Panzer
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Modul-Konzept: Wechselnde Aufbauten können montiert werden.

Durch den radselektiven Antrieb ist beim FFG Genesis weder eine Lenkanlage noch ein Getriebe oder Verteilergetriebe nötig, das spart nicht nur Gewicht, sondern auch Instandhaltungskosten. Gelenkt und gewendet wird wie bei Kettenfahrzeugen mit per Drehzahlunterschied der kurveninneren Räder. Die komplette Bedienung des Antriebssystems ist "by wire" ohne mechanische Verbindung zum Fahrerplatz. Das Fahrzeug soll bis zu 100 km/h schnell sein. Im rein elektrischen Betrieb soll eine Reichweite von bis zu 150 Kilometer möglich sein, im Hybrid-Betrieb mit laufendem Dieselgenerator bis zu 600 Kilometer.

Die Antriebstechnik verfügt über zahlreiche Vorteile gegenüber konventionellen Radpanzer-Konzepten. Durch das sofort zur Verfügung stehende Drehmoment (insgesamt 15.622 (!) Newonmeter) ist der Radpanzer extrem spurtstark. Fällt eine Antriebseinheit durch einen Defekt aus, ist das Fahrzeug trotzdem weiterhin manövrierfähig. Eine Eigenschaft, die im taktischen Einsatz besonders gut ankommt: Durch den E-Antrieb lässt sich der FFG Genesis extrem geräuscharm bewegen und hat ohne laufenden Verbrenner eine sehr geringe thermische Signatur.

Panzer als U-Boot

Der Clou am FFG Genesis ist jedoch die Tauchfähigkeit. Weil bei ausreichendem Ladestand in der Batterie keine Frischluft für den Verbrenner benötigt wird und auch keine Abgase ausgeleitet werden müssen, fährt der Genesis einfach am Grund eines Gewässers weiter oder kann dort auf stille Tauchstation gehen, solange die Atemluftversorgung der Besatzung gewährleistet ist. Bis zu vier Meter Tiefe sind aktuell möglich, tiefere Durchfahrten laut FFG denkbar. Das dürfte für die meisten Flussdurchfahrten ausreichen.

Den Titel des "ersten Hybridpanzers der Welt" kann sich der FFG Genesis allerdings nicht anheften: Im zweiten Weltkrieg fuhr bereits der "Ferdinand" Kampfpanzer mit benzin-elektrischem Antrieb ins Gefecht, eine Entwicklung von (der Name lässt es ahnen) Ferdinand Porsche.