Das Designteam gestaltet jedes Karosserieteil des S1 neu, trotz der Verwandtschaft zum S1 LM. Gordon Murray verzichtet auf den großen, festen Heckflügel sowie auf den langen Frontsplitter und die tiefen Seitenschweller des Schwestermodells. Die Silhouette wirkt dadurch glatter und orientiert sich an klassischen Proportionen.
Das aerodynamische Konzept ändert sich grundlegend. Anstelle von maximalem Abtrieb liegt der Fokus auf mechanischem Grip. Ein neues, in die Karosserie integriertes, aktives Heck-Aerosystem passt sich der Fahrsituation an und soll für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und beim Bremsen sorgen. Spezifische Designdetails wie die an der A-Säule montierten Rückspiegel mit integrierten Kameras sowie die tief im Lufteinlass sitzenden Zusatzscheinwerfer zitieren ein Showcar-Design Murrays von 1992. Auch die neuen Leichtmetallräder sind von diesem Entwurf inspiriert.
Das Herz aus 12 Zylindern
Im Heck arbeitet ein 4,2-Liter-V12-Saugmotor, den Cosworth speziell für den S1 entwickelt hat. Das Aggregat leistet bis zu 690 PS und erreicht eine maximale Drehzahl von 12.100 U/min. Für die Auslegung als Tourenwagen passten die Ingenieure die Drehmomentkurve an. Bereits ab 2.500 U/min liegen 80 Prozent des maximalen Drehmoments von 500 Nm (bei 7.000 U/min) an. Das soll für ein souveränes Fahrverhalten auf langen Strecken sorgen. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Sechsgang-Getriebe, dessen sechster Gang als drehzahlsenkender Overdrive ausgelegt ist.

Komfort trifft Präzision
Die Fahrwerksarchitektur mit ihrer großen Spurweite und den leichten Komponenten übernimmt der S1 vom LM. Für den Einsatz als Gran Turismo heben die Entwickler die Karosserie um 10 Millimeter an und stimmen die Dämpfer neu ab. Diese Maßnahmen sollen den Fahrkomfort erhöhen, ohne die Lenkpräzision zu beeinträchtigen. Trotz der komfortableren Ausstattung des Innenraums und zusätzlicher Schalldämmung liegt das angestrebte Leergewicht unter dem des T.50, was Murrays Leichtbau-Philosophie unterstreicht.
Zentral, aber komfortabel
Im Cockpit behält der S1 die charakteristische zentrale Sitzposition für den Fahrer bei, flankiert von zwei Passagiersitzen. Hochwertige Materialien, eine verbesserte Geräuschdämmung und ein speziell entwickeltes Audiosystem werten den Innenraum im Vergleich zum S1 LM auf. Die neuen Scherentüren bekommen integrierte und versenkbare Scheiben anstelle der schmalen Schiebefenster des LM und sollen durch einen größeren Öffnungswinkel den Ein- und Ausstieg erleichtern.





