Hongqi H9 Hongqi

Hongqi H9

Chinas Antwort auf die Obere Mittelklasse

Der Hongqi H9 vereint bekannte Designelemente mit gewaltiger Beinfreiheit. Dass der Chefdesiger von Hongqi von Rolls-Royce kommt, überrascht nicht.

Die Zeiten in denen auf Chinas Automessen hauptsächlich 1:1-Kopien europäischer Designs zu bewundern waren, sind nahezu vorbei. Der neue Trend ist mehr als ein waghalsiger Mix aus verschiedenen Designs zu verstehen, gepaart mit einer ordentlichen Portion Extra-Komfort für die Hinterbänkler. Anders ist der neue H9 aus dem Hause der Roten Flagge, wie der älteste und luxuriöseste chinesische Fahrzeughersteller Hongqi aus dem Chinesischen übersetzt heißt, kaum zu beschreiben.

Nach dem ersten Blick auf die Front des Luxusfahrzeugs darf die Frage erlaubt sein, ob das Designteam beim britischen Luxus-Autohersteller Rolls-Royce ein wenig Mäuschen gespielt hat. Die Antwort lautet nein. Nicht Mäuschen. Eher Elefant, um im Tierreich zu bleiben. Denn der aktuelle Chefdesigner der FAW Group, zu der Hongqi seit 2018 gehört, ist Giles Taylor. Sein Name hört sich nicht nur britisch an, er war sogar zuvor bei Rolls-Royce. Somit wären der breite Grill und der Gesamtauftritt der Frontpartie schnell erklärt. Matrix-Scheinwerfer sorgen im Übrigen für den Durchblick bei schlechten Sichtverhältnissen.

Hongqi H9
Hongqi
Der Hongqi H9 bietet mehr Platz als die deutsche Konkurrenz.

272 PS und 3,06 Meter Radstand

Der auf 20 Zoll großen und 245 Millimeter breiten Rädern fahrende Chinese wird mit zwei Motorisierungen angeboten. Der 2,0 Liter große Vierzylinder bietet 252 PS und 380 Newtonmeter, der 3,0 Liter große V6-Benziner kommt mit 272 PS und 400 Newtonmetern daher. Die Sprintzeit des Hecktrieblers mit Viersitz-Layout soll bei rund acht Sekunden liegen. Die wahre Stärke des 5,14 Meter langen, 1,90 Meter breiten und 1,49 Meter hohen Fahrzeugs liegt demnach nicht in seiner Sportlichkeit, sondern im Komfort.

Genau dafür sorgen eine Luftfederung in Kombination mit dem 3,06 Meter langen Radstand und Massagesitzen. Vier Fahrprogramme Sport, Eco, Standard und Schnee sowie das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sollen den Komfortgenuss abrunden. Der Hongqi H9 ist in fünf Außenfarben und drei Innenfarben inklusive zweiton-Lackierung, bekannt von Maybach, erhältlich. Zwei große LCD-Touchdisplays stehen als Instrumententafel und Infotainmentsystem parat. Eine 360 Grad-Rundumsicht-Kamera und zwei USB-Anschlüsse sind ebenfalls an Bord.

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Hongqi verkauft trotz Corona so viele Autos wie selten

Das vor allem innen durch Holz, Leder und Chrom veredelte Luxusfahrzeug, mit dem auch der chinesische Präsident hin und wieder fährt, soll für das Autonome Fahren Level 2,5 ausgerüstet sein. Wie das ohne aktive Spurhaltesysteme oder eine Verkehrszeichenerkennung funktionieren soll (Systeme sind auch nicht optional erhältlich), bleibt ein Rätsel.

Ebenso ein Rätsel sind die hohen Verkaufszahlen trotz der COVID-19-Pandemie. So erzielte Hongqi ein Wachstum von 32,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten beiden Monaten verkaufte Hongqi 16.382 neue Fahrzeuge, was einem Anstieg von 103,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Eines der Erfolgsrezepte soll die proaktive Erweiterung der Online-Vertriebskanäle während der Pandemie in China gewesen sein.

Fazit

Mit dem H9 zeigt Hongqi den Europäern die lange Nase. Allerdings nur in puncto Radstand. Bei den Assistenzsystemen und den Motorleistungen müssen die Chinesen noch eine ordentliche Schippe drauflegen.

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