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Mercedes EQS Interieur Hyperscreen Mercedes-Benz
Mercedes EQS Interieur Hyperscreen
Mercedes EQS MBUX Hyperscreen
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Mercedes EQS Interieur Hyperscreen 15 Bilder

Mercedes EQS Cockpit: KI und Hyperscreen

Mercedes EQS Cockpit-Vorstellung Riesen-Display, Raumschiff-Sound und HEPA-Filter

Das Elektro-Flaggschiff soll nicht mit Reichweite, sondern auch mit einem XXL-Display, spektakulärem LED-Licht und künstlicher Intelligenz protzen. Der 0,24 Quadratmeter große Hyperscreen wird fast so breit wie der gesamte Innenraum.

Abgesehen davon, dass der kommende Mercedes EQS (Erste Fahrt im Mercedes EQS) in Sachen Reichweite (700 Kilometer) und Effizienz (cW-Wert 0,20) die Messlatte im elektrischen Luxus-Segment extrem weit verschieben soll, programmieren sie bei Mercedes auch an reichlich digitalen Überraschungen. Wie schon in der jüngst vorgestellten S-Klasse soll künstliche Intelligenz (KI) die Fahrt im multimedial und digital mehr als vollgestopften Elektro-Flaggschiff zum Erlebnis machen, ohne dass man zwischen all den Sensoren, Kameras und Assistenten verloren geht.

Riesen-Screen aus Alu-Silikat

Mit dazu beitragen soll ein riesiges Display, das bei Mercedes "MBUX Hyperscreen" heißt. Warum riesig? Weil sich das Teil über die gesamte Fahrzeugbreite von A-Säule zu A-Säule streckt. Heißt konkret: über eine Breite von 141 Zentimeter. Sowas haben wir zuletzt vom China-Startup Byton gehört, das seinen 48 Zoll großen Riesen-Screen samt Auto drumherum (M-Byte) nach wie vor nicht in Serie gebaut bekommt. Der Hyperscreen besteht allerdings aus drei Displays, die unter einem gebogenen Deckglas zusammengefügt sind. Dieses Deckglas bekommt bei 650 Grad Celsius seine finale, gebogene Form. Das Glas selbst besteht aus kratzbeständigem Aluminiumsilikat, das bei einer sehr geringen Dicke extrem bruchfest ist.

Mercedes EQS Interieur Hyperscreen
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Der zentrale Bereich des Hyperscreen soll durch die so genannte "Zero Layer"-Technologie nur die Informationen anzeigen, die der Fahrer braucht.

8 Prozessoren sorgen fürs Kino-Erlebnis

Der Hyperscreen ist mit fünf Halterungen verankert, die bei einem Unfall gezielt nachgeben. Neben den seitlichen, manuellen Lüftungsdüsen befinden sich zusätzliche Sollbruchstellen. Insgesamt 8 Prozessoren sorgen dafür, dass aus den 3 Displays ein großes Kino wird. Für eine schnelle Reaktionsgeschwindigkeit stehen 24 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. 12 Elektromotoren, so genannte Aktuatoren, sorgen unter der Touchscreen-Oberfläche für eine haptische Rückmeldung unterm Bedienfinger. Der Instrumenten-Bereich vor dem Lenkrad ist, anders als der Rest der Displays, nicht in OLED-Technik (selbstleuchtende Bildpunkte) ausgeführt.

Eigener Bereich für Beifahrer

Die für die Passagiere wahrnehm- und erlebbare Fläche summiert sich auf 0,24 Quadratmeter, die wichtigsten Anwendungen (Navigation, Radio/Media und Telefonie) sind immer auf den ersten Blick erreichbar. Dieses so genannte Zero-Layer-Layout wird durch künstliche Intelligenz erweitert, die über so genannte "Magic Module" gezielt Vorschläge macht, die für die Nutzer interessant sind – vom Massage-Programm über die Geburtstags-Erinnerung bis zu Vorschlägen für die To-do-Liste. Heißt: Das System lernt, was der Fahrer tut und passt die angezeigten Inhalte auf dem Display entsprechend an. Der Anzeigebereich vor dem Beifahrer ist mit bis zu sieben Profilen personalisierbar. Ist der Beifahrer-Platz leer, zeigt der Bereich im Hyperscreen animierte Sterne.

Mercedes S-Klasse W223
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Der Hyperscreen wird von einem durchgehenden Rahmen aus Kunststoff eingefasst und verfügt im unteren Bereich über eine Ambientebeleuchtung. Mit diesem Trick wollen die Designer erreichen, dass der Riesen-Screen über der Instrumententafel zu schweben scheint. Integriert in diese große digitale Fläche sind analoge Lüftungsdüsen, die Design-Chef Gorden Wagener als Verbindung von digitaler zu physischer Welt verstanden wissen will.

Hyperscreen und ultrasaubere Luft gegen Aufpreis

Weil der EQS im S-Klasse-Segment antritt und dort im Zweifel nicht nur digitale Ureinwohner zu Gange sind, gibt's für's konservativere Klientel auch einen eher konventionell gestalteten Armaturenträger, der mit dem 20 Zoll großen Zentralbildschirm mehr oder weniger eine Kopie der neuen S-Klasse ist. Gegen Aufpreis bietet Mercedes zudem die neue Sonderausstattung "Energizing Air Control Plus" an. Dahinter verbirgt sich ein aufwändiger HEPA-Filter, der fast den gesamten Raum unter der Fronthaube einnimmt. Auch deshalb wird es den EQS nur ohne Front-Stauraum, den so genannten "Frunk" geben.

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Drei Hyperscreen-Bereiche: Instrumente, Zentralbildschirm und Beifahrer-Bereich. Daimler-CTO Sajjad Khan bei der Präsentation des neuen XXL-Bildschirm-Armaturenträgers.

Der HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) im EQS reinigt die einströmende Außenluft. Im Umluftbetrieb wird die Luft durch den Innenraumfilter der Klimaautomatik gefiltert. Schwefeldioxid und Stickoxide sowie Gerüche werden außerdem dank Aktivkohlebeschichtung am HEPA-Filter und Innenraumfilter reduziert. Eine Mikrofaserschicht fängt Feinstäube der sogenannten Klasse PM 2.5 bis PM 0.3, diese Partikel sind also kleiner als 2,5 μm. Dadurch werden über 99,65 Prozent der Partikel aller Größen abgeschieden. Um Gerüche zu neutralisieren, werden rund 600 Gramm Aktivkohle eingesetzt. Die Adsorptionsfläche entspricht ungefähr 150 Fußballfeldern. Die erzielte Reduzierung von Schadstoffen ist mit der in Reinräumen und Operationssälen vergleichbar. Wem das ganze ein wenig zu steril ist, kann sich die Reinraum-Luft mit dem speziell für den EQS entwickelte Duft "No.6 Mood Linen" aromatisieren lassen.

Drei Klangwelten

Weil so ein Elektroauto im Vergleich zu vielzylindrigen Verbrennern ohne Sound-Unterstützung aus dem Motorraum auskommen muss, haben die Sound-Designer dem EQS gleich drei Klangwelten mit auf den Weg gegeben. Voraussetzung: Das Burmester-Soundsystem (15 Lautsprecher, 710 Watt) wird mitgebucht. Die beiden Klangwelten "Silver Waves" (zurückhaltend) und "Vivid Flux" (Science-Fiction-Sound) sind ab Werk verbaut, die dritte Klangwelt "Roaring Pulse" (kraftvoll mechanisch) kann als Over-the-Air-Update freigeschaltet werden. Alle Sounds sind interaktiv und reagieren auf gut ein Dutzend verschiedener Parameter wie die Stellung des Fahrpedals, die Geschwindigkeit oder die Rekuperation. Heißt: Wer im Tunnel voll beschleunigt erlebt den Sound des EQS anders, als auf freier Strecke. Wichtig: Alle Klangwelten können bei Bedarf komplett deaktiviert werden.

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Mit dem cW-Wert von 0,20 setzt der Mercedes EQS einen Bestwert in Sachen Effizienz.

Ablage unter der Mittelkonsole

Die Mittelkonsole im EQS teilt den Bereich von Fahrer und Beifahrer in zwei Hälften. Das wirkt auf den ersten Blick recht wuchtig, sorgt aber für optische Aufgeräumtheit. Weil durch den E-Antrieb kein Kardantunnel nötig ist, bleibt der Bereich unter der Mittelkonsole frei und präsentiert sich als Stauraum für Handtasche, kleine Rucksäcke und andere Kleinigkeiten. In der Basis kommt das EQS-Interieur fast ohne Leder aus. Das Kunstleder, das bei Mercedes Artico, bzw. in den Performance-Versionen Dinamica heißt, kann gegen Aufpreis durch echtes Leder ersetzt werden. Wer's komplett vegan mag, kann bei Artico bzw. Dinamica bleiben, muss sich dann aber im Performance-Programm ein Kunstleder-Lenkrad ordern. Ab Werk ist des EQS-Volant immer mit Leder bespannt.

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Nein, für eine S-Klasse viel zu polarisierend.

Fazit

Bereits in der aktuellen S-Klasse (Check: Die schlauste S-Klasse aller Zeiten) hat Mercedes gezeigt, dass man eine extrem komplexe digitale Infrastruktur mit Hilfe von extrem hochauflösenden Displays und künstlicher Intelligenz lecker und nutzerfreundlich verpacken kann. Der EQS soll das alles nochmal toppen. Ist der Hyperscreen ab Bord, gelingt das mühelos. Das Gesamtpaket aus KI-Technologie, Riesen-Display, Rekord-cW-Wert, über 700 Kilometer Reichweite, Hinterradlenkung und 107 kWh-Akku ist im Moment einzigartig.

Mercedes EQS
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