Auf der Brussels Motor Show steht der Hyundai Staria unter Strom. Erstmals wird der großformatige Van als reines Elektrofahrzeug gezeigt. Der Hersteller überträgt damit seine 800-Volt-Architektur, die bislang vor allem aus den Ioniq-Modellen bekannt ist, in das Segment der Mehrzweckfahrzeuge.
Der Staria ist seit 2021 als Van mit Verbrennungsmotoren im Programm. In Europa wurde er mit einem 2,2-Liter-Diesel und zuletzt als Hybridmodell angeboten. In der Elektroversion bleibt die Grundarchitektur erhalten, wird aber durch einen komplett neuen Antriebsstrang ergänzt. Herzstück ist eine 84-kWh-Lithium-Ionen-Batterie, die in den Fahrzeugboden integriert ist. Sie versorgt einen 160 kW (218 PS) starken Elektromotor, der die Vorderräder antreibt und ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern bereitstellt. Die WLTP-Reichweite soll bei bis zu 400 Kilometern liegen. Ungewöhnlich für einen E-Van: Die freigegebene Höchstgeschwindigkeit liegt bei üppigen 180 km/h.
Mit 800-Volt-Technik
Eine zentrale technische Besonderheit ist die 800-Volt-Architektur. In diesem Fahrzeugsegment ist sie bislang unüblich. Sie erlaubt deutlich höhere Ladeleistungen als klassische 400-Volt-Systeme und reduziert gleichzeitig die thermische Belastung der Komponenten. Unter optimalen Bedingungen kann der Staria Elektro an einer Gleichstrom-Schnellladestation in rund 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden. Für das tägliche Laden steht ein 11-kW-Onboard-Lader für Wechselstrom zur Verfügung. Der Ladeanschluss befindet sich an der Fahrzeugfront, was das Anfahren öffentlicher Ladesäulen vereinfachen soll. Eine beheizbare Abdeckung ist für den Einsatz bei niedrigen Temperaturen vorgesehen.
Hyundai gibt an, die Karosseriestruktur und die Dämmung gezielt auf den leisen Antrieb abgestimmt zu haben. Zusätzliche schallabsorbierende Materialien sollen das Fahrgeräusch im Innenraum minimieren. Fahrwerk und Aufhängungen wurden auf die höheren Massen der Batterie und die gleichmäßige Drehmomentabgabe des Elektromotors ausgelegt.
Zwei Tonnen Anhängelast
Trotz des Wechsels auf den Elektroantrieb bleibt der Staria ein Nutzfahrzeug im positiven Sinn. Die Anhängelast beträgt gebremst bis zu 2.000 Kilogramm. Damit liegt der Elektro-Van auf dem Niveau vieler dieselbetriebener Vans. Hyundai verweist in diesem Zusammenhang auf ein erweitertes Thermomanagement für Batterie und Antrieb, das auch bei hoher Last oder wiederholtem Schnellladen eine konstante Leistungsabgabe ermöglichen soll.
Im Innenraum ist der neue Antrieb nur am Instrumentendisplay abzulesen, die Grundstruktur und das Design bleibt im Stil des bisherigen Verbrenner-Staria erhalten. Der lange Radstand, der flache Fahrzeugboden und die niedrige Fensterlinie sorgen für ein offenes Raumgefühl und erleichtern die Bewegung im Fahrzeug. Zwei 12,3-Zoll-Displays bilden die digitale Schnittstelle für Fahrer und Beifahrer. Die Klimatisierung und die Soundanlage wird über Schalter gesteuert.
Zum Marktstart sind eine Siebensitzer- und eine Neunsitzer-Variante vorgesehen. Je nach Konfiguration variiert das Gepäckvolumen hinter der dritten Sitzreihe zwischen 435 und 1.303 Litern. Elektrisch betriebene Schiebetüren und Heckklappen gehören je nach Ausführung zur Serienausstattung. Ergänzt wird das Raumkonzept durch eine Vehicle-to-Load-Funktion, mit der externe Geräte direkt über die Fahrzeugbatterie betrieben werden können, etwa beim Camping oder im gewerblichen Einsatz.
Marktstart und Preis
Produziert wird der Staria Elektro im Hyundai-Werk in Ulsan in Südkorea. Preise und detaillierte Ausstattungsangaben sollen näher zum Marktstart bekannt gegeben werden. Die Markteinführung in Europa und Korea ist für die erste Hälfte des Jahres 2026 angekündigt.












