Mercedes schlägt beim AMG-Modell für den SUV GLC und das entsprechende GLC Coupé zum Modelljahr 2026 ganz neue Töne an. Nachdem der bislang angebotene AMG GLC 63 S E Performance mit seinem Vierzylinder-Performance-Hybridantrieb offensichtlich nicht im erwarteten Maß den Nerv der Kundschaft getroffen hat, muss er jetzt einem neuen AMG-Modell mit anderer Antriebskonfiguration weichen.
Sechszylinder verdrängt Vierzylinder
Den Platz des AMG-Modells in der GLC-Baureihe übernimmt der AMG GLC 53 4Matic+. Die wichtigste Änderung spielt sich dabei unter der Motorhaube ab. Hier sitzt künftig ein drei Liter großer Reihensechszylinder mit doppelter Aufladung durch einen Abgasturbolader mit maximal 1,5 bar Ladedruck und einen elektrischen Zusatzverdichter, der mit bis zu 7,5 kW Leistung anbläst.
Im Grunde genommen ist das Aggregat bereits aus anderen 53er-Modellen bekannt, wurde aber umfassend weiterentwickelt. Überarbeitet wurden der Zylinderkopf, die Einlassnockenwelle, die Ansauganlage und der Ladeluftkühler. Mercedes verspricht mit den Modifikationen ein agileres Ansprechverhalten und mehr Drehfreude.
Die Leistung gibt Mercedes mit 449 PS an, das maximale Drehmoment liegt bei 600 Nm. Per Overboost sollen für zehn Sekunden sogar 640 Nm abrufbar sein. Für die Hybridisierung sorgt ein in die Kupplungsglocke integrierter Startergenerator mit 17 kW und höchstens 205 Nm.
Erstmals mit Drift-Funktion
Ergänzt wird der überarbeitete Sechszylinder durch das "AMG Speedshift TCT 9G"-Getriebe mit weiter verkürzten Schaltzeiten und den vollvariablen Allradantrieb. Der agiert im Normalfall als reiner Hinterradantrieb und bindet erst bei Bedarf oder beherztem Leistungseinsatz die Vorderachse ein. In ausgewählten Modi und Einstellungen lässt sich die Vorderachse auch komplett abschalten. Hinzu kommt ein elektronisch gesteuertes Hinterachs-Sperrdifferenzial mit dem erstmalig in einem AMG-SUV verfügbaren Drift Mode. Ebenfalls an Bord: die Fahrprogramme Glätte, Comfort, Sport, Sport+ und Individual sowie gegen Aufpreis Race. Mit der M-Taste kann der Fahrer auch in den rein manuellen Schaltmodus wechseln. Gangstufen werden dann ausschließlich über die Lenkrad-Schaltpaddles eingeworfen.
Bei den Fahrleistungen bleibt der Sechszylinder-AMG zwar etwas hinter dem 680 PS und 1.020 Nm starken Perfomance-Hybrid-Vierzylinder zurück, ist mit einer Spurtzeit von 4,2 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h jedoch alles andere als langsam. Mit dem optionalen AMG Driver's Package lässt sich die Vmax sogar auf 270 km/h erhöhen. Die neue Abgasanlage wurde mit speziellen Resonatoren auf den Sound getrimmt, den die AMG-Klientel erwartet. Für Klangfetischisten steht optional zudem eine manuell steuerbare Klappenabgasanlage in der Preisliste. Freuen dürfen sich Sport-SUV-Piloten auch über die von 1.800 auf nun 2.400 Kilogramm erhöhte Anhängelast.
Die neu abgestimmte Stahlfederung mit eigenständigem Feder-Dämpfer-Setup und adaptiver Verstelldämpfung, die in drei Stufen vorkonfiguriert werden kann, bietet jetzt eine noch größere Spreizung zwischen Dynamik und Komfort. Für ein verbessertes Handling sorgen die in drei Stufen einstellbare Parameterlenkung sowie die serienmäßige Hinterachslenkung mit einem maximalen Lenkwinkel von 2,5 Grad.
Formal ändert sich gegenüber dem Auftritt des GLC 63 innen und außen kaum etwas. Klare Erkennungszeichen des GLC 53 sind die entsprechenden Schriftzüge und Badges auf der Karosserie sowie die nun rund ausgeführten Endrohre der vierflutigen Abgasanlage.
Goldene Akzente zum Marktstart
Zur Markteinführung des neuen GLC 53 steht das optionale "Golden Accents"-Paket ein Jahr lang zur Verfügung. Die Lackfarben Obsidianschwarz metallic oder Graphitgrau magno sind hier im Exterieur mit zahlreichen Details in Techgold kombiniert. Hinzu kommen umfangreiche Ausstattungsdetails, die den besonderen Look unterstreichen. Die dezente Folierung an den Wagenflanken mit dem AMG-Logo ist ein weiteres, optionales Erkennungszeichen. Die mattschwarzen 21-Zoll-AMG-Schmiederäder im Kreuzspeichen-Design sind mit techgoldenen Felgenhörnern und Radzierdeckeln akzentuiert. Die Bremssättel sind schwarz lackiert und mit weißen AMG-Logos veredelt. Der Tankdeckel kommt in Silberchrom mit AMG-Schriftzug und Designelementen in Schwarz.
Einen Marktstarttermin und Preise für den neuen GLC 53 nennt Mercedes noch nicht. Er dürfte aber günstiger ausfallen als der GLC 63, der als Coupé ab 124.462 Euro und als SUV ab 122.082 Euro zu haben war. Mit einem sechsstelligen Betrag dürfen AMG-Fans aber wohl rechnen.












