Seinen ersten Europa-Auftritt hatte der MGS9 PHEV wahrscheinlich ungeplant: Euro-NCAP hat unbeabsichtigt MGs neuen siebensitzigen SUV enthüllt, nachdem die Ergebnisse der Crashtests zum MGS9 PHEV im November 2025 veröffentlicht wurden. Der Crashtest des links gelenkten Modells zeigte schon damals, dass der chinesische Hersteller tatsächlich den Marktstart in Kontinental-Europa plant. Zuletzt machte der große, fast fünf Meter lange SUV mit dem Marktstart in Australien (im Mai 2025, hier die ausführliche Vorstellung) von sich reden. Im März 2026 führt MG den Siebensitzer offiziell in Großbritannien ein. Wann der Sprung nach Kontinental-Europa folgt, dazu schweigt MG noch.
Crashtest nimmt Premiere vorweg
MG begann in mehreren Exportmärkten bereits mit der Einführung des großen SUV, dort unter der Bezeichnung QS. Hinter dem QS verbirgt sich das Modell Roewe RX9, das Anfang 2023 in China gestartet ist.
Der MGS9 PHEV gehört zur Klasse der fast fünf Meter langen Full-Size-SUV. Mit 4.983 Millimetern Länge, 1.967 Millimetern Breite und 1.778 Millimetern Höhe bewegt er sich klar im Format der oberen Mittelklasse. Der Radstand beträgt 2,92 Meter. Konzipiert ist er als Siebensitzer, wobei die zweite Reihe längs verschiebbar ist und die dritte Reihe im Verhältnis 50:50 umgelegt werden kann. Hinter der dritten Sitzreihe bleiben 332 Liter Stauraum, wird diese umgelegt, so wächst das Ladevolumen auf 1.000 Liter.
Im Innenraum finden sich ein 12,3-Zoll-Kombiinstrument sowie ein gleich großer Touchscreen, Navigation und Smartphone-Integration sind serienmäßig. Zur Serienausstattung für Europa zählen zudem Ledersitze, ein großes Panorama-Schiebedach, Sitzheizung, -belüftung und -massage sowie eine 3-Zonen-Klimaautomatik und fünf Ladeanschlüsse für Mobilgeräte. Ein Bose-Soundsystem, eine sensorgesteuerte Heckklappe sowie beheizte, belüftete und mit Massagefunktion ausgestattete Vordersitze sind Teil der aufpreispflichtigen Premium-Ausstattung.
Plug-in-Hybrid mit 272 PS
Bisherige Exportversionen des QS, zum Beispiel in Australien, setzten ausschließlich auf einen Zweiliter-Turbo-Vierzylinder mit 208 PS und 360 Newtonmetern, kombiniert mit einer Neungangautomatik. Alternativ zum Frontantrieb ist Allradtechnik erhältlich, im AWD zusätzlich mit elektrisch geregeltem, adaptivem Fahrwerk. In Europa startet der MGS9 als PHEV. Hier kombinieren die Chinesen einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit kolportierten 143 PS mit einem 135 kW starken Elektromotor und einer 24,7 kWh großen Batterie. Die Systemleistung soll bei 200 kW (272 PS) liegen. Die rein elektrische Reichweite wird mit 100 Kilometern angegeben. Alle Daten bedürfen aber noch einer finalen Bestätigung, denn die Homologation des aus dem MG HS übernommenen Antriebsstrangs ist noch nicht abgeschlossen.
Beim Thema Sicherheit erfüllt der MGS9 bereits heute das, was ein Europastart erfordern würde: Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warnung, adaptiver Tempomat, 360-Grad-Kamera und Aufmerksamkeitsüberwachung sind an Bord. Und das Ergebnis beim Euro NCAP-Crashtest kann sich durchaus sehen lassen. Der MGS9 erzielte dort die Höchstwertung von fünf Sternen. In den Detailkategorien erreicht er 84 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen und 85 Prozent beim Schutz von Kindern, dazu 74 Prozent für die Sicherheit ungeschützter Verkehrsteilnehmer sowie 77 Prozent bei den Assistenzsystemen.
Marktstart und Preis
Die Frage nach dem Preis ist bei einem China-Auto besonders spannend. In Australien wird die Frontantriebs-Version mit 46.990 Australischen Dollar gelistet, der Allradler beginnt bei 50.990 Dollar – umgerechnet aktuell rund 27.000 beziehungsweise 29.200 Euro. In Großbritannien startet der MGS9 PHEV ab 34.205 Pfund (umgerechnet rund 39.600 Euro). Damit ist der Chinese durchaus wettbewerbsfähig eingepreist und deutlich günstiger als beispielsweise ein Skoda Kodiaq oder ein Peugeot 5008.












