Modelloffensive bei Jeep mit vier neuen Baureihen: Europa-Jeep kommt künftig aus China

Modelloffensive bei Jeep mit vier neuen Baureihen
Europa-Jeep kommt künftig aus China

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.06.2026
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06/2026 Jeep Dongfeng neues D-SUV verhüllt
Foto: KI-generiertes Bild

Jeep richtet seine Modellstrategie für Europa neu aus. Bis zum Jahr 2030 soll das Angebot von heute zwei auf sechs Baureihen wachsen. Neben zwei neuen Kompakt-SUV und dem bereits angekündigten Elektro-Offroader Recon gehört dazu erstmals auch ein großer SUV, der gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng entwickelt und in China gebaut werden soll. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Produktoffensive ist Teil der neuen Stellantis-Konzernstrategie "FaSTLAne 2030", in deren Rahmen Jeep zu den vier globalen Kernmarken des Konzerns heraufgestuft wurde und einen entsprechend hohen Anteil der Investitionen erhält.

Nur noch zwei Jeep-Modelle im Programm

Derzeit besteht das europäische Jeep-Programm nur noch aus dem Avenger und dem Compass. Die Klassiker Cherokee, Grand Cherokee und Wrangler wurden auf dem europäischen Markt wegen der verschärften CO₂-Vorgaben aussortiert; der Renegade ist ein Auslaufmodell, die Produktion in und für Europa eingestellt. Nach Angaben von Jeep-Europachef Fabio Catone soll sich das Angebot künftig wieder deutlich breiter aufstellen und in der Modellvielfalt rund 90 Prozent des europäischen SUV-Marktes abdecken. Alle künftigen Modelle sollen je nach Baureihe mit Hybrid- oder Elektroantrieb angeboten werden. Zudem kündigt Jeep Allradvarianten für sämtliche Baureihen an.

Den Auftakt der Erweiterung bildet Anfang 2027 der neue Jeep Recon. Der Recon soll bei uns zumindest thematisch den kultigen Wrangler ersetzen und wird ausschließlich mit batterieelektrischem Antrieb und Allradantrieb angeboten. Einen direkten Nachfolger des traditionsreichen Wrangler für den europäischen Markt sieht Jeep derzeit jedoch nicht vor. Catone erklärte laut Reuters, dass ein neuer Wrangler aufgrund der europäischen CO₂-Vorschriften momentan nicht Bestandteil der Produktplanung sei. Gleichzeitig werde an einer Lösung gearbeitet. Erst wenn diese feststehe, könne das Modell wieder in die Europa-Planung aufgenommen werden. In den USA hat Jeep den Wrangler wieder auf reine Verbrenner-Antriebe umgestellt, die Plug-in-Hybrid-Version wurde eingestellt.

Zusätzlich plant Jeep zwei weitere SUV im B-Segment. Sie sollen unterhalb beziehungsweise neben dem Compass positioniert werden und auf der neuen Konzernplattform STLA One entstehen. Diese Architektur gehört zu den wichtigsten technischen Bausteinen der Stellantis-Strategie und soll künftig konzernweit einen erheblichen Teil der weltweiten Produktion tragen. Durch ihren modularen Aufbau kann sie unterschiedliche Antriebsarten sowie verschiedene Fahrzeuggrößen unterstützen und den Entwicklungsaufwand reduzieren.

Neuer Jeep aus China

Besondere Aufmerksamkeit gilt jedoch einem neuen SUV der D-Klasse. Dieses Modell entsteht gemeinsam mit Dongfeng und soll sowohl in China als auch in Europa angeboten werden. Nach Angaben von Jeep basiert das Fahrzeug auf einer völlig neuen Plattform, die gemeinsam mit dem chinesischen Partner entwickelt wird. Laut Fabio Carli, Leiter Produktmarketing Europa, handle es sich ausdrücklich nicht um ein einfach umgelabeltes Dongfeng-Modell, sondern um ein gemeinsames Entwicklungsprojekt mit maßgeblicher Beteiligung von Stellantis. Produziert werden soll das Fahrzeug im chinesischen Joint Venture Dongfeng Peugeot Citroën Automobile (DPCA), das künftig neue Jeep- und Peugeot-Modelle auch für den Export fertigen wird.

Welche technische Basis dieses SUV tatsächlich erhält, ist bislang offen. Offizielle Angaben macht Stellantis dazu nicht. Naheliegend erscheint jedoch eine Nutzung moderner Dongfeng-Architekturen für größere Elektro- oder Plug-in-Hybrid-SUV. Als mögliche Ausgangsbasis gelten Modelle der Premium-Marke Voyah, insbesondere der SUV Free, der bereits als Elektro- und Plug-in-Hybrid angeboten wird. Ebenfalls denkbar wäre eine technische Verwandtschaft mit künftigen Dongfeng-Plattformen, die gemeinsam mit Stellantis entwickelt werden.

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