Kaum da, schon bald wieder weg: Erst vor einem Jahr hatte Jeep nach langer Pause eine neue Generation des Mittelklasse-Offroaders Cherokee vorgestellt (hier geht es zu unserem damaligen Bericht), doch bereits jetzt kündigt sich das Nachfolgemodell an. Darüber berichten mehrere US-Medien. Demnach soll 2029 eine neue Ausführung des kompakten SUV auf den Markt kommen. Die aktuelle Generation auf Basis der STLA-Large-Architektur hätte damit eine vergleichsweise kurze Laufzeit.
Zurück in die USA
Die nächste Cherokee-Generation soll in den USA im Werk Belvidere im Bundesstaat Illinois gebaut werden. Stellantis will dafür insgesamt mehr als 800 Millionen US-Dollar in den Standort investieren. Die Serienproduktion für den Verkauf soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2029 anlaufen. Bereits im ersten Halbjahr 2028 ist eine Pilot- beziehungsweise Vorserienproduktion vorgesehen. Dass es sich um ein komplett neues Modell und nicht nur eine klassische Modellpflege der aktuellen 5. Generation des Jeep Cherokee handelt, zeigt sich in der angekündigten Plattform: Der künftige Cherokee soll auf der neuen STLA-One-Einheitsplattform aufbauen. Belvidere wäre damit das erste US-Werk, in dem ein Fahrzeug auf der neuen STLA-One-Architektur gefertigt wird.
STLA One ist als modulare, globale Fahrzeugarchitektur ausgelegt. Nach Angaben des Konzerns soll die neue Architektur fünf bisherige Plattformen ersetzen oder zusammenführen. Bislang nutzt Stellantis mehrere technische Plattformen parallel. Dazu gehören die kleinere Smart-Car-Plattform für günstige Einstiegsmodelle, die CMP-Architektur für Kleinwagen und kompakte Elektroautos sowie die größeren STLA-Plattformen Medium, Large und Frame.
Strafzölle sorgen für Tempo
Für Belvidere wäre der Cherokee eine Rückkehr zu früheren Zeiten. Bis zur Stilllegung des Werks im Jahr 2023 wurde das Modell bereits dort gebaut. Auch der Jeep Compass lief zeitweise in Illinois vom Band, bevor Stellantis die Produktion nach Toluca in Mexiko verlegte. Die Produktionsentscheidung für den jetzigen Cherokee am Standort in Mexiko fiel noch in einer Zeit vor den harten Zoll-Maßnahmen der Trump-Regierung, was mit eine Erklärung für den raschen Umzug zurück ins US-Stammwerk sein dürfte.
Die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme und Umrüstung des Werks Belvidere sind bereits angelaufen. Bis Juli 2026 sollen mehr als 60 Millionen US-Dollar unter anderem in Presswerk, Rohbau, Lackiererei und Endmontage investiert worden sein. In Belvidere soll es nicht bei einem Modell bleiben. Stellantis plant, das Werk mit mindestens zwei Fahrzeugen auszulasten. Neben dem künftigen Cherokee gilt auch der Jeep Compass als Kandidat. Der Compass wird derzeit ebenso wie der aktuelle Cherokee in Toluca gefertigt. Wann die Compass-Produktion nach Illinois wechseln könnte, ist bislang allerdings nicht bekannt.





