Porsche entwickelt Lackierungsverfahren: Der Lack soll sich wie Jeans anfühlen

Porsche entwickelt Lackierungsverfahren
Dieser Lack soll sich wie Jeans anfühlen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.06.2026
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Anlässlich der Kinopremiere von "Toy Story 5" hat Porsche drei passende Unikate des 911 gestaltet. Jedes Fahrzeug steht dabei für eine Figur aus der Toy-Story-Reihe: ein 911 GT3 RS im Stil von Buzz Lightyear, ein 911 Targa 4 GTS als Hommage an Cowgirl Jessie und eben jener 911 Carrera T im Look von Cowboy Woody. Für alle drei ist die Sonderwunschabteilung der Zuffenhausener zuständig, und die haben sich für Woody etwas Besonderes einfallen lassen.

Patina statt Hochglanz

Das Ziel für den Carrera T war, den Charakter von Woody zu treffen, also ein über Jahre geliebtes Spielzeug mit Gebrauchsspuren. Statt auf makellosen Glanz setzten die Entwickler auf die Patina einer oft getragenen Jeans. Dafür mischte Porsche eine spezielle Außenfarbe aus den Tönen Dark Sea Blue, Golfblau und Weiß. Das Resultat ist ein leicht verwaschen wirkender Blauton, der optisch bereits stark an Denim erinnert.

Die eigentliche Innovation liegt allerdings in der Textur. Um die authentische Haptik des Stoffes auf das Blech zu bekommen, setzt die Sonderwunsch-Abteilung auf ein bisher einmaliges Verfahren. Wie das Magazin The Drive berichtet, prägt Porsche dafür echten Jeansstoff direkt in den Lack ein und bildet so dessen Gewebestruktur ab. Die feinen Muster auf der Karosserie sind damit nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar.

Vom Show-Gag zur Kunden-Option

Die Technik ist nicht nur für das Einzelstück vorgesehen. Dominic Mayer, Projektmanager für Inspiration-Fahrzeuge bei Porsche Sonderwunsch, bestätigt gegenüber The Drive, dass das Verfahren serienreif ist. "Der Stoff- und Denim-Look entspricht allen Branchenstandards – insbesondere unseren eigenen Porsche-Standards", so Mayer. Die Oberfläche hat alle internen Prüfungen, darunter auch Abriebtests, bestanden. Diese Art der Veredelung kann somit künftig auch anderen Kunden angeboten werden, wodurch sich der Entwicklungsaufwand rechnen soll.

Die Jeans-Editionen von VW

Die Idee, die Automobilwelt mit der robusten Anmutung von Jeans-Stoff zu verbinden, ist nicht neu. Volkswagen erkannte dieses Potenzial bereits in den 1970er-Jahren und landete mit dem "Jeans-Käfer" einen kommerziellen Erfolg. Das Sondermodell zielte mit leuchtenden Außenfarben, markanten Jeans-Schriftzügen und vor allem Sitzen aus echtem Denim-Stoff auf eine junge Käuferschaft ab. Als Detail waren Taschen aufgenäht, die an jene einer echten Jeans erinnerten.

Das erfolgreiche Konzept wurde später auch auf andere Modelle wie den Polo übertragen. Der Unterschied zur Innovation von Porsche bleibt jedoch bestehen. Bei allen historischen VW-Modellen beschränkte sich der Jeans-Look auf das Interieur. Porsche überträgt nun die charakteristische Haptik und Struktur des Stoffes auf die Außenhaut eines Fahrzeugs.

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