VW Taos MY 2022 Volkswagen of America, Inc.
VW Taos MY 2022
VW Tharu China
VW Taos MY 2022
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VW Taos (2021)

In Mexiko gebauter China-SUV für die USA

Der Tharu ist einer von vielen SUV, die VW in China anbietet. Im Sommer 2021 kommt der unterhalb des Tiguan angesiedelte Kompakt-SUV auch nach Amerika. Allerdings als VW Taos mit neuem Vierzylinder.

Für Volkswagens Modell-Hierarchie in China gilt: Es ist kompliziert. Etwa bei den SUV der Kompakt- und Mittelklasse. Da gibt es nicht nur den normalen Tiguan, sondern auch das Vorgängermodell (mit dem Namenszusatz Silk Road) noch offiziell als Neuwagen zu kaufen. Dann ist da noch der 20 Zentimeter längere Tiguan L, das China-Pendant zum hiesigen Allspace. Größenmäßig genau dazwischen siedelt sich neuerdings der Tayron an, der gemeinsam mit Joint-Venture-Partner FAW entsteht. Und da Volkswagen in China zwei Joint Ventures unterhält, gibt es noch den Tharu, der nur vier Zentimeter kürzer ist als der Tiguan, aber über denselben Radstand verfügt.

Taos auf MQB-Basis

Doch damit nicht genug, denn es existiert auch noch der VW Tarek. Dabei handelt es sich um den Tharu, der auch in Nord- und Südamerika auf den Markt kommt und dort einen neuen Namen erhält: Taos. Der Name leitet sich von einem über 400 Jahren alten Ort in New Mexico ab. Taos entstand als spanische Ansiedlung in der Nähe von Taos Pueblo, der ältesten ununterbrochen bewohnten Siedlung des amerikanischen Kontinents. Den Marktstart terminiert Volkswagen of America für den Sommer 2021.

Technische Basis ist – natürlich – der Modulare Querbaukasten MQB. Das definiert einerseits die Dimensionen: Der Taos misst in der Länge 4,45 Meter, der Radstand beträgt 2,68 Meter. Andererseits bestimmt die Plattform das Motorenangebot. In China gibt es das Auto mit den bekannten Vierzylinder-Benzinern mit 1,4 und 2,0 Litern Hubraum, die optional mit dem Sieben-Gang-DSG verheiratet werden. Die kleinen Triebwerke werden auf den preissensiblen Märkten wie Südamerika und Russland sicher übernommen.

Zwei Getriebe-Optionen für den 1,5-Liter-Benziner

Optisch ordnet sich der Taos nahtlos in Volkswagens SUV-Palette ein. Er zeigt klare Linien und wenig Schnickschnack; die Lichtleiste, die sich im Kühlergrill von den in die adaptiven LED-Scheinwerfer integrierten Tagfahrleuchten zum Markenlogo zieht, ist eine der wenigen Design-Spielereien. Volkswagen of America kombiniert acht Außenfarben mit vier Rad-Designs; die Felgen messen 17, 18 oder 19 Zoll.

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Der VW Taos wird von einem 1,5 Liter großen und 160 PS starken Vierzylinder-Turbobenziner angetrieben.

Auf dem US-Markt wird der Taos von einem überarbeiteten Turbovierzylinder vom Typ EA211 befeuert. Der legt im Hubraum von 1,4 auf 1,5 Liter zu. Die Verbrennung wurden nach dem Miller-Prinzip optimiert, die Verdichtung leicht erhöht. Die Leistung wird mit 160 PS, das maximale Drehmoment mit 250 Nm angegeben. Frontantriebsvarianten werden mit einer Achtgang-Automatik kombiniert, Allradversionen bekommen ein Siebengang-DSG.

Fünfsitziger Innenraum mit großem Kofferraum

Dort ist übrigens auch Platz für einen weiteren Kompakt-SUV. In den USA verkauft VW neben dem großen Atlas auch den Tiguan, allerdings bislang nur in der Variante, die hier als Tiguan Allspace bekannt ist. Das Auto misst 4,70 Meter und lässt nach unten demnach genug Platz für einen 4,45-Meter-SUV. In Europa, wo es ja den normalen 4,49-Meter-Tiguan gibt, sieht das anders aus. Hier drängt zusätzlich mit dem T-Roc von unten ein 4,35 Meter langer MQB-SUV.

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Das Digital-Cockpit ist serienmäßig an Bord, den zentralen Acht-Zoll-Touchscreen gibt es ab der mittleren SE-Ausstattung.

In fünfsitziger Konfiguration bietet der VW Taos ein Kofferraumvolumen von 796 Litern, das bei umgeklappter Rücksitzlehne auf 1.878 Liter wächst. Das Digital-Cockpit mit unterschiedlichen Anzeigenstilen ist bereits im Basismodell Taos S serienmäßig an Bord. Ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz ist ebenso aufpreisfrei installiert wie ein Keyless-Go-System und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Den zentralen Acht-Zoll-Touchscreen des MIB3-Infotainment-Systems, der getrennt von der Klimaregelung positioniert ist, gibt es ab der mittleren SE-Ausstattung. Das umfangreich bestückte Fahrassistenz-Paket kostet stets extra, also auch im Topmodell SEL.

T-Roc und Tiguan für die USA zu teuer

Und warum bietet VW nicht einfach den normalen Tiguan oder den T-Roc in Nordamerika an? Ganz einfach: Sie wären für die dortigen Märkte zu teuer; schon in der Vergangenheit haben die US-Käufer in der Klasse der Kompakt-SUV lieber zur asiatischen Konkurrenz gegriffen. Ein günstig in China entwickeltes Modell ändert die Voraussetzungen. Gefertigt wird der Taos übrigens im mexikanischen Puebla.

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Braucht VW den Tharu/Tarek/Taos unbedingt in seinem Portfolio?
Auf jeden Fall. Je mehr SUVs angeboten werden, umso besser.
Sicher nicht. VW hat schon genug SUVs im Programm.

Fazit

Es ist aktuell echt schwierig, in Volkswagens breit aufgefächerten globalen SUV-Portfolio den Durchblick zu behalten. Vor allem in der 4,30- bis 4,70-Meter-Klasse tummeln sich gefühlt unzählige Modelle. Der MQB kann hier ein Segen sein, aber auch zum Fluch werden. Bleibt zu hoffen, dass VW sich hier nicht verzettelt und selbst noch weiß, welches SUV auf welchem Markt das vorhandene Potenzial auszuschöpfen vermag.

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