Made in Italy: Zeigt sich hier der neue Opel Insignia?

Opel Top-Modell kommt wohl künftig aus Italien
Zeigt sich hier der neue Opel Insignia?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.05.2026
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Auf dem Investor Day 2026 hat der Multimarken-Konzern Stellantis unter dem Titel "FaSTLAne 2030" die Zukunft der Konzernmarken ausgerollt. Auch Opel war dabei ein Thema, wenn auch nur ein eher kleines. Der Fahrplan für die Rüsselsheimer: Opel wird künftig stärker regional ausgerichtet. Als konkrete Modellneuheiten wurden ein neuer Corsa und ein neuer, elektrischer Kompakt-SUV genannt, der zusammen mit Leapmotor entwickelt und gebaut wird.

Erster Blick auf den Insignia?

Im Hintergrund der Strategie-Präsentation konnten aufmerksame Beobachter aber noch einen weiteren, bislang unbekannten Opel entdecken. Eingeparkt zwischen einem Jeep und einem Peugeot stand da ein Opel im Mittelklasse-Format, mit einem Zuschnitt, der zwar auf die Manta-Studien verweist, aber doch anders ist. Sehen wir hier eventuell den neuen Insignia ?

Bereits im Oktober 2023 berichteten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Reuters sowie die Fachmagazine "Automotive News Europe" und "Automobilwoche", dass der Opel Insignia einen Nachfolger erhält und dass der aus künftig aus Italien kommen wird. Der Opel-Mutterkonzern Stellantis bestätigt die Meldungen auf Nachfrage von "auto-motor-und-sport.de" seinerzeit indirekt: "Stellantis wird in seinem Werk in Melfi in Italien fünf Modelle auf Basis der völlig neuen elektrifizierten STLA-Medium-Plattform produzieren, sofern das Werk seine Performance entsprechend verbessert", sagt ein Sprecher. Details zum Zeitplan und zu den Modellen, um die es dabei geht, sollen zu einem "geeigneten Zeitpunkt" kommuniziert werden.

Die Medienberichte stützten sich auf Informationen italienischer Gewerkschaften, nach denen Stellantis in der zwischen Neapel und Bari gelegenen Stadt künftig die mittelgroßen Baureihen der Marken Opel, Jeep, Lancia und DS fertigen wird. Gebaut werden dort aktuell die Jeep-Modelle Renegade und Compass sowie die DS-Modelle 4 und 7. Noch 2026 starten soll zudem die Produktion des neuen Lancia Gamma. Letzterer soll sich nach bisherigen Informationen die Technik der STLA-Medium-Plattform mit dem Opel Insignia teilen. Der Opel könnte am Standort Melfi also zeitnah folgen.

Mindestens vier Jahre Insignia-Pause

Falls sich der Zeitplan bewahrheitet, wären nach dem vorzeitigen Bauzeitende des Opel Insignia im Stammwerk Rüsselsheim im Sommer 2022 wenigstens vier Jahre vergangen, bis ein Nachfolger auf den Markt kommt. Den bis dahin größten Opel entwickelte die Stellantis-Tochter noch unter ihrer früheren Konzernmutter General Motors. Seit 2017 lieferte Opel das Mittelklasse-Auto ausschließlich mit Verbrennungsmotoren aus; eine Elektrifizierung sah seine Plattform nicht vor. Ein reguläres Ende der Insignia-Bauzeit wäre eigentlich 2024 zu erwarten gewesen.

Zweieinhalb Jahre nach dem Debüt des Insignia hatte Opel zum Jahresbeginn 2020 noch ein Facelift für den Insignia vorgestellt (siehe Bildergalerie). Der Mittelklässler hatte sich im Zuge der Modellpflege optisch nur subtil verändert. Kurz nach dem Produktionsstart des Facelift-Modells erhielt der Insignia einen neuen Basis-Benziner mit 170 PS und maximal 350 Newtonmetern. Bei den Selbstzündern startete das Angebot mit einem 1,5-Liter-Turbodiesel mit 122 PS und 300 Nm. Der kleine Diesel bildete preislich den Einstieg und kostete ab 31.790 Euro, der Basis-Benziner war ab 38.919 Euro zu haben. Zum Zeitpunkt des Produktionsendes startete der große Opel bei 37.350 Euro.

Insignia-Nachfolger wohl ein Crossover

Der Autobauer verlautbarte seinerzeit offiziell: "Opel treibt den Wandel zur reinen Elektromarke bis 2028 voran und bereitet die Markteinführung mehrerer hochmoderner Elektromodelle vor, dazu gehört auch ein zukünftiges Flaggschiff. Der aktuelle Opel Insignia wurde 2017 auf einer Fahrzeugplattform eingeführt, die von der ehemaligen Opel-Muttergesellschaft nicht für die Elektrifizierung ausgelegt war. Als Folge der CO2-Vorgaben und des Fokus auf den schnellen Hochlauf der drei neuen Multi-Energy-Modelle in Rüsselsheim – Opel Astra, Astra Sports Tourer und DS4 – wird die Insignia-Produktion dieses Jahr auslaufen." Die Einstellung des Insignia mit seiner nicht-elektrifizierbaren Plattform begünstige das schnellere Hochfahren der Astra-Produktion, so der Autobauer damals.

Ob das "zukünftige Flaggschiff" wieder Insignia heißt, ist aktuell freilich ebenso fraglich wie das Konzept des Modells. Es dürfte sich weiterhin im D-Segment ansiedeln, aber nicht mehr klassisch als Limousine und Kombi daherkommen. Zeigt das Bild aus der aktuellen Stellantis-Präsentation tatsächlich den neuen Insignia, so wird aus dem Topmodell ein Crossover im Shooting-Brake-Stil.

Teaser möglicher Opel Insignia
Stellantis

Die auf das C- und D-Segment zugeschnittene STLA-Medium-Plattform legt den Fokus auf reine Elektroantriebe mit Batteriegrößen zwischen 87 und 104 Kilowattstunden sowie Vorder- und Allradantrieb. Sie kann auch Verbrennerantriebe aufnehmen. Ob diese für den Insignia-Nachfolger infrage kommen, ist jedoch zweifelhaft. Opel will – wie weiter oben im Statement erwähnt – schon 2028 eine vollelektrische Produktpalette besitzen. Allerdings hat Opel diese reine Elektro-Strategie, wie viele andere Autobauer auch, mittlerweile kassiert.

Fazit