Was Mercedes am GLE beim Facelift ändert

Mercedes-Benz GLE Facelift (2026)
Großer SUV mit KI, Superscreen und neuem V8

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.03.2026
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Es ist das zweite Facelift für den Mercedes GLE : Seit Anfang 2019 ist der große SUV auf dem Markt, gut sieben Jahre also. Für viele Modelle wäre hier das Ende der Bauzeit erreicht, nicht jedoch für den M-Klasse-Nachfolger. Der Hersteller passt den V 167 und die Coupé-Variante C 167 an die Technik und Optik der aktuellen Modellpalette an, frischt Leuchten, Grill und die Technik unter dem Blech auf. Preise hat Mercedes noch nicht genannt.

Zentralrechner mit MB OS, KI und OTA

Ein klassisches Facelift also, das außer einer neuen Interieurfarbe (die gibt es auch) und frischem Außendesign Technik bietet, die teilweise aus E-Klasse und S-Klasse bekannt ist, aber im GLE bisher nicht zu finden war. Die Motoren sind stärker und sparsamer, ins Cockpit zieht der MBUX Superscreen ein. Praktisch: Das Lenkrad bekommt mit Wippe und Walze haptische Bedienelemente zurück.

Neue Scheinwerfer leuchten weiter

Außen ist der modellgepflegte GLE sofort zu erkennen: Scheinwerfer und Rückleuchten haben eine Stern-Lichtsignatur, wie sie etwa auch an der E-Klasse zu finden ist. Am Heck fasst eine breite Leiste die beiden Rückleuchten zusammen. Der Grill ist nun oben breiter als unten, das war vorher umgekehrt, und der Stern hat keine Streben mehr an den Seiten. Kein Facelift ohne neue Farben: Dark Petrol Uni und der Manufaktur-Lack Patagonienrot Metallic sind neu im Programm, ebenso drei Leichtmetallräder-Designs in 20 Zoll.

Wie beim CLA sind in der Frontmaske zahlreiche Sterne zu einem Muster angeordnet. Je nach Markt leuchten Stern und Rahmen. Die Scheinwerfer leuchten nicht nur anders, sondern weiträumiger: Mercedes verspricht ein 40 Prozent größeres Beleuchtungsfeld und ein helleres Fernlicht mit bis zu 600 Meter Reichweite. Wer das Digital Light kauft, was auch nachträglich möglich ist, kann sich Führungslinien, Symbole und Animationen auf die Straße projizieren lassen.

Innen ist der GLE ebenfalls heller: Das Glasdach mit über einem Quadratmeter Fläche ist nun serienmäßig. Die enorme Transportkapazität des knapp 4,95 Meter langen SUV bleibt erhalten: Der Kofferraum fasst 630 bis 2.060 Liter oder optional Platz für eine dritte Sitzreihe. Bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast hängt sich der GLE an den Haken.

Antrieb und Fahrwerk: Allrad und Airmatic

Während die 1997 präsentierte M-Klasse und der GLE bislang auch mit Vierzylindermotoren erhältlich waren, ist diese Zeit nun beim GLE vorbei. Drei Liter Hubraum und sechs Zylinder in Reihe sind Standard. Im Spitzenmodell arbeitet wie in der neuen S-Klasse ein Achtzylindermotor mit flacher Kurbelwelle. Der Wechsel von Crossplane zu Flatplane hat Emissionsgründe. Im Vergleich zum Vorgängermotor sind Einlassnockenwelle, Einspritzsystem und Ein- sowie Auslasskanäle sowie der Turbolader geändert. Zwei Lancaster-Ausgleichswellen sorgen für einen ruhigen Lauf. Die beiden Dieselmotoren im 350d und 450d haben erstmals einen elektrischen Heizkatalysator, der schnell anspringt.

Die Motoren leisten zwischen 286 und 537 PS. Das gebotene Drehmoment der Verbrenner liegt zwischen 650 und 750 Newtonmeter, dazu kommen 17 kW und 205 Nm von einem Elektromotor. Mit dem ins Getriebe integrierten Starter-Generator (ISG) kann der GLE beim Ausrollen den Verbrenner abschalten, beim Beschleunigen elektrisch boosten und den Motor sehr schnell und leise starten. Im Plug-in-Hybrid GLE 450e ist die E-Maschine deutlich stärker: 135 kW und 480 Nm lauten hier die Daten. In Europa haben alle GLE Allradantrieb serienmäßig. Je nach Situation kann 4-Matic die Antriebskraft über eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung von 0 bis 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen.

Das Luftfeder-Fahrwerk, von Mercedes Airmatic genannt, ist im GLE gegen Aufpreis mit der E-Active Body Control kombiniert. Dieses aktive Fahrwerk kann die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad einzeln regeln. Mehr als 20 Sensoren liefern die Daten an fünf Multi-Core-Prozessoren. Die Steuergeräte analysieren die Situation 1.000-mal pro Sekunde passen das Fahrwerk an. Das System arbeitet mit 48 Volt und kann jedes einzelne Rad gezielt entlasten oder belasten. Die Funktionen reichen vom Absenken des Hecks zum Beladen um fünf Zentimeter bis zum Freischaukeln im Gelände. Auf der Straße reduziert das Aktivfahrwerk Kurvenneigung, Wanken und Nicken. Die Dämpferverstellung nutzt Car-to-X-Informationen und soll vor allem längere Fahrbahnschwellen, sogenannte Speed-Bumps komfortabler wegfedern.

Assistenzsysteme: automatisch rückwärts

Ein neuer, wassergekühlter Prozessor bildet die Basis für neue Fahrerassistenz-Systeme. Zehn Außenkameras, bis zu fünf Radar- und 12 Ultraschallsensoren liefern dem Rechner Daten aus der Umgebung des Fahrzeugs. Künstliche Intelligenz verarbeitet diese Daten und bildet die Verkehrssituation ab. So erkennt der GLE zum Beispiel Parklücken, auch wenn sie schräg zur Fahrbahn liegen oder nicht mit weißen Linien gekennzeichnet sind. Einparken kann der GLE nun mit bis zu 5 km/h – und damit 60 Prozent schneller als bisher.

Rückwärts fährt der GLE ebenfalls automatisch – und zwar den Weg, der vorwärts zurückgelegt wurde. Das ist praktisch, wenn Wenden nicht möglich ist. Beschädigungen an den Felgen hilft die "Felgenschutz-Warnung" zu verhindern. Dieses digitale Extra kann nachträglich gekauft werden. Serienmäßig ist der Abstandstempomat Distronic. Je nach Markt sind weitere assistierte Funktionen in den Paketen Drive Assist und Drive Assist Plus verfügbar. Eine interessante Funktion bietet das Aufpreis-Extra MB-Drive-Parking-Assist: Im Offroad-Modus zeigt das Display die Lenkstellung der Vorderräder und mit Bildern der 360-Grad-Kameras einen virtuellen Blick auf die Fahrbahn – als wäre die Motorhaube transparent. Für ein Zugfahrzeug mit 3,5 Tonnen Anhängelast praktisch: Das ESP überwacht die Stabilität des Anhängers und korrigiert über Bremseingriffe Schlingerbewegungen.

Infotainment: Superscreen und Google Maps

Der neue Zentralrechner mit dem Betriebssystem MB. OS nutzt Künstliche Intelligenz (KI) und kann über die Mercedes-Benz Intelligent Cloud Over-the-Air-Updates (OTA) beziehen. Im Store und über die MB-App kann der Nutzer digitale Extras kaufen – zum Beispiel Apps für Videokonferenzen. Bezahlt werden kann über In-Car-Payment mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Serienmäßig hat der GLE künftig den MBUX Superscreen mit drei Displays unter einer Glasfläche. Jeder dieser Bildschirme hat eine Diagonale von 12,3 Zoll (31,2 Zentimeter). Der Fahrer kann sich Informationen in 3D anzeigen lassen, Beifahrer während der Fahrt Videos zum Beispiel von Youtube oder Disney+ ansehen. Auf dem Zentral-Display ist stets der MBUX Virtual Assistant zu sehen. Dieser Avatar interagiert mit Fahrer oder Beifahrer. Gegen Aufpreis zeigt das Head-up-Display Augmented-Reality-Inhalte: Hinweise und Aktionen sind in der realen Umgebung zu sehen.

Die Navigation nutzt hinter der vertrauten Mercedes-Optik Google Maps. Wer will, kann das Smartphone als Fahrzeugschlüssel zum Auf- und Zuschließen sowie als Fahrtberechtigung verwenden. Gegen Aufpreis beschallt ein Burmester-Soundsystem mit 15 Lautsprechern und 710 Watt den Innenraum. Das serienmäßige Soundsystem hat 150 Watt Verstärkerleistung. Mithilfe eines digitalen Setup-Assistenten kann der Nutzer den Burmester-Klang personalisieren – ein Algorithmus fragt die Präferenzen in sechs Schritten ab.

Interieur

Laut Mercedes haben die Passagiere auf der Rückbank mehr Beinfreiheit als in einer kurzen S-Klasse: 1,045 Meter ist die Werksangabe. Variabler als in der S-Klasse sind die Rücksitze ebenfalls: Die Lehne ist im Verhältnis 40:20:40 geteilt umlegbar. Die Sitze sind optional im Verhältnis von 60:40 um 100 Millimeter in der Länge verstellbar und um 18 Grad in der Lehnenneigung verstellbar. So kann der Gepäckraum von 625 auf 825 Liter erweitert werden. Bis zu 2.060 Liter Volumen sind es, wenn die zweite Sitzreihe flachliegt. Eine dritte Sitzreihe mit Platz für zwei bis 1,80 Meter große Personen baut Mercedes gegen Aufpreis ein.

Kein Facelift ohne neue Zierteile und Sitzmuster: Die neue Sitzgrafik hat einen 3D-Effekt und Mokassin-Nähte. Die mittleren Lüftungsdüsen im Cockpit sind nun oval statt eckig und in die Ambientebeleuchtung integriert. Drei neue Zierelemente gibt es: Holz Birke dunkelbraun offenporig, Holz Nussbaum braun offenporig und Aluminium geschliffen flowing lines hell. Das Interieur ist nun außer in Schwarz, Macchiatobeige und Bahiabraun auch in "Beech Brown" mit Schwarz zu haben – für die AMG Line ist eine Bicolor-Ausführung in "Classic Red/Schwarz" erhältlich. Ein Panorama-Schiebedach mit gut einem Quadratmeter Glasfläche und elektrischem Rollo hat ab dem Facelift jeder GLE serienmäßig.

AMG-Varianten: GLE 53 und GLE 53 Hybrid

Die AMG-Variante 53 erhält neben den Maßnahmen für die zivilen GLE außerdem einen stärkeren Antrieb und eine angepasste Optik. Es gibt zwei Varianten, in beiden steckt der Dreiliter-Reihensechszylinder M256M Evo mit drei Liter Hubraum unter der Haube. Ein neuer Zylinderkopf mit geänderten Ein- und Auslasskanälen sowie neue Einlassnockenwellen verbessert den Gaswechsel.

Der Benziner leistet 449 PS und stellt 600 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Die 48-Volt-Version hat einen elektrischen Zusatzverdichter, der mit bis zu 7,5 kW boostet und einen Integrierten Startergenerator, der mit 17 kW und 205 Nm unterstützen kann. Der Plug-in-Hybrid kommt mit 135-kW-Elektromotor auf 585 PS Systemleistung und 750 Nm Systemleistung. Bis 140 km/h fährt der Plug-in-Hybrid elektrisch, die Reichweite des Akkus ist mit rund 90 Kilometern im WLTP-Zyklus angegeben. In 4,5 Sekunden beschleunigt der Hybrid von null auf 100 km/h.

Fazit