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Die Branche arbeitet an der Feststoffbatterie

Neue Super-Akkus für Elektroautos

11/2017, Fisker Emotion Profil Foto: Fisker 7 Bilder

Für viele gelten die modernen Lithium-Ionen-Akkus nur als Brückentechnologie mit Verfallsdatum. Die Arbeiten an Feststoffbatterien sind im vollen Gange. Mitte der kommenden Dekade dürfte es so weit sein.

23.11.2017 Bernd Conrad 5 Kommentare

Henrik Fisker wäre fast als Elektroautopionier in die Geschichtsbücher eingegangen. Wenn der Firma des etablierten Autodesigners, der für Modelle wie den Aston Martin DB9 und den BMW Z8 verantwortlich zeichnete, das Geld nicht ebenso schnell ausgegangen wäre wie dem Plug-in Hybriden Fisker Karma der Strom nach ein paar Kilometern Fahrt.

Elon Musk mit Tesla hat dann in voller Geschwindigkeit links überholt, während die Firma Fisker pleiteging und der Karma nach langer Wartezeit erst jetzt unter chinesischer Führung einen Neustart hinlegen soll.

Fisker wagt den Neuanfang

Das versucht auch Henrik Fisker mit einer neuen Firma unter seinem Namen. Im nächsten Jahr soll das Elektroauto mit dem Namen Emotion auf den Markt kommen. Zunächst mit einer herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterie.

Ursprünglich plante Fisker für den Emotion mit einer Graphen-Batterie aus einem Joint Venture mit der Firma Nanotech. Das Fisker Nanotech Energy genannte Gemeinschaftsunternehmen ist Medienberichten zufolge zwar schon wieder aufgelöst worden, beide Parteien arbeiten aber weiter zusammen.

Jetzt hat Henrik Fisker verkündet, eine Feststoffbatterie für seine Autos einzusetzen. Vor 2024 soll es aber nicht so weit sein. Auch andere Autohersteller, darunter Toyota und der Volkswagen-Konzern, arbeiten mit Hochdruck an neuen Energiespeichern in Form der Feststoffbatterie.

Sie gelten als Heilsbringer, um elektrische Fortbewegung massentauglich zu machen. Vor allem dann, wenn es nicht gelingen sollte, den Kunden die oft vorhandene Angst vor zu wenig Reichweite zu nehmen und deren Verhalten auf mehrere – wenn auch nur kurze – Ladevorgänge zu ändern.

Mit einer Feststoffbatterie innerhalb von nur einer Minute am Schnelllader mehrere Hundert Kilometer Reichweite gezapft werden können. Henrik Fisker stellt für sein Elektroauto 800 Kilometer Fahrstrecke bis zur Akkuentladung in Aussicht.

Was ist das Besondere an der Feststoffbatterie?

Jeder kann sich an die Schlagzeilen überbrennende Tesla-Autos erinnern oder musste miterleben, dass Airlines aufgrund von Feuergefahr bestimmte Smartphone-Typen nicht an Bord ließen.

Brandgefährlich ist im Fall herkömmlicher Lithium-Ionen Akkus die Batterieflüssigkeit, die als Leitmedium zwischen den beiden Elektroden (Plus- und Minuspol) fungiert. In der Flüssigkeit, die auch eine gelartige Konsistenz haben kann, sogenannten Elektrolyten, bewegen sich die Ladungen.

Wird eine Batterie durch eine lange Zeit am Stromanschluss, durch massive Sonneneinstrahlung oder bei einem Autounfall durch z.B. brennendes Benzin des Gegners oder Funkenschlag, einer starken Hitzentwicklung ausgesetzt, kann sich das Elektrolyt entzünden.

Ein Akkupack mit flüssigem Elektrolyt muss einen Kühlkreislauf besitzen, was Bauraum kostet und das Gewicht erhöht. Das feste Leitmedium zwischen Plus- und Minuspol bedarf keiner zusätzlichen Kühlung, zudem hat es eine höhere Energiedichte. Man kann also mehr Strom in das gleiche Volumen „pressen“ als bei einer Flüssigkeit.

Die Feststoffbatterie schlägt somit mehrere Fliegen mit einer Klappe. Sie ist nicht nur wesentlich sicherer als die aktuellen Akkus, sondern bietet auch mehr Reichweite – bei kleinerem Volumen.

Auch Volkswagen-Markenchef Herbert Diess glaubt an den Durchbruch der Feststoffbatterie im kommenden Jahrzehnt. Der Wolfsburger Konzern steckt, wie auf der IAA im September 2017 kommuniziert, in den kommenden Jahren 50 Milliarden Euro in die Batterieforschung und -entwicklung. Ob Volkswagen auch selber in die Produktion von Batterien für Elektroautos einsteigt, ist noch nicht bekannt.

Abwrackprämie für Elektroautos?

Die neue Batterietechnik verspricht also eine rosige Zukunft. Wenn sie dann marktreif ist. Zweiflern und Zögernden gießt sie aber erst einmal Öl ins Feuer. Warum in den kommenden Jahren viel Geld für ein Elektroauto mit Lithium-Ionen-Akku ausgeben, dass sich dann aufgrund der bald veralteten Batterietechnik ähnlich schwer wiederverkaufen lässt wie heute ein alter Diesel?

Es bleibt abzuwarten, ob wir dann wieder Kaufanreize seitens der Autohersteller oder gar eine staatlich subventionierte Abwrackprämie erleben. Im Gegensatz für Feststoffbatterie gilt dafür: Alles schon mal dagewesen.

Neuester Kommentar

Wie dick sollen denn die Leitungen werden, in denen man die Energie zum Aufladen für eine Laufleistung von beispielsweise 700 km in wenigen Minuten bereitstellt? Bei einem durchschnittlichen Leistungsbedarf von realistischen 30kW und einer angenommenen Strecke von 700 km ohne Laden und einer Fahrtdauer von 10 Stunden wären das 300 KVA Energiebedarf. Die bitte mal in 6 Minuten aufladen, ich hab es schließlich eilig. Na, wie soll die Leitung abgesichert werden? Achso, in meiner Firmengarage stehen 30 Autos von Mitarbeitern, die jeden Tag ca. 300 km fahren... Hallo, Stadtwerke...wir müssen reden ;-)

Sunyata 27. November 2017, 07:58 Uhr
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