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Streetscooter von DHL

Testflotte fährt 2018 autonom

Streetscooter autonom Foto: ZF 13 Bilder

Die Deutsche Post DHL Group will ihre Produktionskapazitäten für den Streetscooter bis Ende 2017 verdoppeln. Den Elektrotransporter haben DHL, die StreetScooter GmbH und die RWTH Aachen entwickelt. Eine Version mit Brennstoffzelle ist in Entwicklung und 2018 startet eine autonom fahrende Testflotte mit Technik von Nvidia und ZF.

10.10.2017 Gregor Hebermehl, Andreas Of 6 Kommentare

Die lokal emissionsfrei fahrende Streetscooter-Flotte wurde vom Bundesumweltministerium bisher mit rund 9,5 Millionen Euro gefördert. Bis Ende des Jahres möchte die Post die Produktion von 10.000 Streetscooter auf 20.000 Modelle pro Jahr verdoppeln. Dazu wird das Unternehmen neben dem ehemaligen Talbot-/Bombardierwerk Aachen einen weiteren Produktionsstandort in Nordrhein-Westfalen in Betrieb nehmen: In einem zweiten Werk in Düren sollen jährlich 10.000 Streetscooter gebaut werden. Mittelfristig plant der Konzern, seine Flotte komplett auf Elektroantrieb umzustellen. Aktuell sind 2.500 Fahrzeuge im Einsatz, noch 2017 sollen es 5.000 werden.

Autonome Testflotte startet 2018

DHL startet 2018 eine Streetscooter-Testflotte, die autonom fährt. Mit den autonom fahrenden Elektro-Lieferwagen soll die letzte Meile der Zustellung automatisiert werden: Das spart Geld und Zeit. Die Steuerbox der Testflotte verfügt über Künstliche Intelligenz (KI), der Zulieferer ZF hat sie gemeinsam mit Nvidia entwickelt. Kameras, Lidar- und Radarsensoren liefern Daten und Bilder, mit denen die Software ihrer Umgebung wahrnimmt und interpretiert. So sollen die Fahrzeuge selbstständig umparken und ihre Route planen. Einen Prototyp haben DHL und ZF Mitte Oktober während der Nvidia-Entwicklerkonferenz GTC in München vorgestellt.

Brennstoffzellen-Version kommt 2018

Streetscooter
Pakete und Briefe elektrisch ausliefern 2:50 Min.

Wie der Spiegel berichtet, soll neben den reinen batterieelektrischen Versionen auch eine Variante mit Brennstoffzellenantrieb kommen. Die wurde in Zusammenarbeit mit Ingenieuren der Hochschule Aachen entwickelt. Der Brennstoffzellen-Streetscooter hat nach Angaben von Post-Vorstand Jürgen Gerdes eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Er könnte bei der Post auf den Mittelstrecken zwischen den Ballungszentren eingesetzt werden. Bereits im nächsten Jahr will der Bonner Logistikkonzern 500 dieser Autos bauen und in den Probebetrieb nehmen.

Streetscooter Foto: DHL
Der Streetscooter ist ein kleiner rein elektrisch angetriebener Lieferwagen, den DHL zusammen mit der Post-Tochter StreetScooter GmbH aus Aachen und Instituten der RWTH Aachen entwickelt hat.

Darüber hinaus verkauft das Unternehmen seine bislang für den Postbetrieb und Lieferverkehr optimierten eigenen E-Fahrzeuge auch an Dritte. Mindestens die Hälfte der diesjährigen Jahresproduktion ist dabei für externe Interessenten vorgesehen. Diese sieht der Post-Konzern vor allem erst einmal bei Kommunen, strategischen Partnern und großen Flottenkunden im In- und europäischen Ausland.

Die Jahresproduktion der StreetScooter-Fahrzeuge verteilt sich in etwa zu gleichen Teilen auf die Modelle Work (mit rund 4m3 Ladevolumen) und „Work L“ (mit rund 8m3 Ladevolumen). Die Preise für den StreetScooter Work beginnen ab 32.000 Euro (für die Basisvariante „Work Pure“). Auf Wunsch bietet die StreetScooter GmbH auch die entsprechende Lade-Infrastruktur mit an. Der nächste noch größere Transporter mit ca. 20m3 Ladevolumen („Work XL“) wird voraussichtlich Anfang 2018 auf den Markt kommen und dann ebenfalls in den externen Vertrieb gehen. Auch die E-Bikes von StreetScooter („Work S“) und E-Trikes („Work M“) können ab sofort von Dritten erworben werden.

Streetscooter Autonom Foto: Streetscooter
Die lokal emissionsfrei fahrende Streetscooter-Flotte wurde vom Bundesumweltministerium bisher mit rund 9,5 Millionen Euro gefördert.

In Sachen Streetscooter spricht Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post – eCommerce – Parcel von Deutsche Post DHL Group, vom aktuell größten E-Mobilitätsprojekt in Deutschland. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks weist auf die Vorteile von Elektromobilität bei Lieferfahrzeugen im Stadtverkehr hin: „Gerade in Städten wird der leise und saubere Antrieb nicht nur ein Gewinn für Klima, Umwelt und Gesundheit sein, sondern auch für die Lebensqualität.“, begründet Hendricks den massiven Einsatz von Steuergeldern für das Projekt. Seit 2011 arbeiten DHL und die StreetScooter GmbH zusammen. Der speziell im Hinblick auf die Bedürfnisse des Postzustelldienstes hin entwickelte Streetscooter ist seit 2013 im Einsatz, 2014 übernahm DHL die StreetScooter GmbH.

Der Streetscooter liefert mit 41 elektrischen PS aus

Streetscooter Foto: DHL
Für den Antrieb ist ein Asynchronmotor mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt (knapp 41 PS) und einem maximalen Drehmoment von 130 Newtonmetern zuständig.

Der Streetscooter „Work L“ wurde von DHL für den Kurzstrecken-Einsatz im ländlichen und kleinstädtischen Raum konzipiert. Täglich muss er bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge bewältigen können – bei 300 Einsatztagen pro Jahr. Das in einfacher Kastenbauweise gehaltene Fahrzeug ist 4,6 Meter lang, zwei Meter breit und zwei Meter hoch.

Das 1,5 Tonnen schwere Modell verträgt eine Zuladung von 650 Kilogramm. Für den Antrieb ist ein Asynchronmotor mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt (knapp 41 PS) und einem maximalen Drehmoment von 130 Newtonmetern zuständig. Der Lithiumionen-Akku hat eine Kapazität von 20,6 Kilowattstunden. Damit soll der maximal 85 km/h schnelle Streetscooter bis zu 80 Kilometer weit kommen.

Neuester Kommentar

Fehler bei den Größenordnungen: in 2016 betrug die Stromproduktion in D 648 TWh, nicht GWh. 1 Mio E-Autos würden ergo nur eine verschwindende Strommenge pro Jahr benötigen, bei einer realistischen Verbrauchsrechnung so um die 0,4 %

Carloso 2. Oktober 2017, 19:42 Uhr
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