Audi Sport Quattro Replika von LCE High Performance Lake Constance Engineering GmbH
Audi Sport Quattro Replika von LCE High Performance
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Audi Sport Quattro Replika von LCE High Performance

Audi Sport Quattro Replika von LCE Der „Kurze“ mit Ken-Block-Gütesiegel

Tuner LCE High Performance hat eine Nische für sich entdeckt: Die Firma vom Bodensee baut Replikas des Sport Quattro auf Basis des schnöden Audi 80.

Der Audi Sport Quattro war in den Achtzigerjahren das exklusivste Auto, das von einem deutschen Großserienhersteller produziert wurde. Insgesamt entstanden nur die für die Homologation des Gruppe-B-Rallye-Ablegers notwendigen 220 Exemplare – und damit deutlich weniger als bei der anderen deutschen Sportwagen-Ikone dieser Zeit: Porsche baute kurze Zeit später immerhin 292 Einheiten des legendären 959. Mit Grundpreisen von anfangs 195.000 und später 203.500 Mark war der Sport Quattro auch das teuerste deutsche Auto seiner Zeit.

Heute kommen beim kantigen "Kurzen" eine hohe Nachfrage und ein geringes (eigentlich fast nicht vorhandenes) Angebot zusammen. Nach einer Grundregel der Betriebswirtschaftslehre führt das zu hohen Preisen. Und tatsächlich: Wenn mal ein originaler Sport Quattro auf den Markt kommt, steigen die Preise inzwischen in den Bereich von etwa 500.000 bis hinauf zu einer Million Euro.

Zwitter aus Coupé und zweitüriger Limousine

Es geht allerdings auch deutlich günstiger: Die Firma Lake Constance Engineering (LCE) aus Markdorf am namensgebenden Bodensee bietet Sport Quattros bereits im niedrigen sechsstelligen Euro-Bereich an. Der nicht ganz unerhebliche Haken dabei: Es handelt sich dabei nicht um echte Vertreter der Kleinserie aus den Achtzigerjahren. LCE baut sie als Replikas neu auf, wobei die Truppe verschiedene Varianten realisiert – je nach Leistungshunger und Geldbeutel der Kundschaft.

Audi Sport Quattro (1984)
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Dabei verheiratet LCE zwei Varianten des Audi 80 Typ 85, auch als B2 bekannt: Das Coupé, das als Spenderfahrzeug typischerweise über den Quattro-Antrieb mit 136 PS starkem 2,1-Liter-Fünfzylinder verfügt, erhält neben der A- und B-Säule der zweitürigen Audi 80 Limousine auch noch Verstärkungen in der Rohkarosserie. Auf dieser Basis formt LCE eine Kohlefaser-Karosserie mit breiten Backen, sodass die Replika einem originalen Sport Quattro zum Verwechseln ähnlich sieht. Vom Spender-Coupé bleiben nur die Türen und die Heckklappe übrig – der Rest ist neu modellierter Verbundwerkstoff. Kein Wunder, dass das Leergewicht nur etwa 1,1 Tonnen beträgt.

Audi-80-Interieur – oder mehr

Der Look im Interieur hängt ganz von der gewählten Variante ab. In der Basis kommt eine Sport-Quattro-Replika von LCE mit dem Armaturenbrett und den Stoffsportsitzen des originalen Audi 80 Coupés daher. Ab Variante 2 gibt es auf Wunsch einen kompletten Überrollkäfig, ein eigens angefertigtes Armaturenbrett, Recaro-Sportsitze und noch einige Details mehr. Überzüge aus Leder oder Alcantara sind aber in jeder Ausführung möglich – es kostet halt extra.

Audi Sport Quattro Replika von LCE High Performance
Lake Constance Engineering GmbH
Ein Interieur mit eigens angefertigtem Armaturenbrett, Schalensitzen und edlen Materialien ist möglich, kostet aber extra.

Bei der Antriebstechnik geht es relativ sanft mit der mindestens 140.000 Euro teuren Variante 1 los. Die Technik spendiert hier ein Audi S2 – und damit auch seinen 2,2-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor, den LCE von 220 auf (je nach Oktanzahl des getankten Kraftstoffs) 350 bis 400 PS pusht. Den Ladeluftkühler, die Achsen, das Differenzial, das Fünfgang-Getriebe und das Fahrwerk übernimmt der Tuner ebenfalls unverändert aus dem S2. An eine 76-Millimeter-Downpipe schließt sich eine Edelstahl-Abgasanlage an. Hinter den 9x16 Zoll großen Felgen, deren Fünf-Speichen-Design an den Räder-Look der einstigen Rallye-Quattros erinnert, sitzt die S2-Bremsanlage mit ihren 276-Millimeter-Scheiben.

Motor auf Basis eines Dieselblocks

In höhere Preis- (ab 168.000 Euro) und Leistungsregionen (400 bis 500 PS) schwingt sich die Variante 2 auf. Die Besonderheit beim 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor: LCE baut ihn auf Basis eines Dieselblocks aus dem VW-Audi-Regal (Motor-Code AEL) sowie mit Vierventiltechnik und wahlweise mit Garrett- oder TTE-Turbolader vollkommen neu auf. Auch die Schmiedefelgen in 9,5x17 Zoll und die 323-Millimeter-Bremse an der Vorderachse (hinten kommen stets S2-Stopper zum Zuge) sind Eigenanfertigungen des Tuners. Hinzu kommt ein auf die Sport-Quattro-Replika abgestimmtes KW-Fahrwerk.

Audi Sport Quattro, Frontansicht

Variante 3 kostet mindestens 188.000 Euro, bringt aber den 2,5-Liter-Motor mit mindestens 500 und maximal 600 PS mit. Diesmal ziehen ein optimiertes KW-Gewindefahrwerk, eine verstärkte Kupplung und eine zusätzliche Thermo-Isolierung ein. Als Alternative zu den hauseigenen Schmiedefelgen stehen 10x18 Zoll große Rundlinge aus dem BBS-Motorsport-Angebot zur Wahl.

Replika im Rallye-Look

Weitere Versionen der LCE-Replika verwandeln die Variante 1 in einen Sport Quattro im Rallye-Look. Mit kurzer Frontstoßstange, geändertem Kofferraumdeckel, Unterbodenschutz, Überrollkäfig und für mindestens 220.000 Euro kommt der Audi wie ein S1 E1 daher. Auf Wunsch und zu Preisen ab 283.000 Euro packt die Truppe vom Bodensee aber auch dickere Kotflügel, mächtigere Spoiler und einen größeren Überrollkäfig ans oder ins Auto. Hinzu kommen eine Abgasanlage mit größerem Rohrdurchmesser, ein Sechsgang-Getriebe und KKK-Turbolader. Dann kommt der Sport Quattro wie die S1-E2- oder gar die Pikes-Peak-Version daher. Bei Letzterem stehen dann bis zu 750 PS im Datenblatt.

Ken Block Audi Sport Quattro Restomod 2021
Hoonigan / Audi / Patrick Lang
Der Sport Quattro, den sich Ken Block 2021 gegönnt hat, hat LCE aufgebaut. Allerdings ließ der Amerikaner das Auto inzwischen neu lackieren - in Weiß statt Rot.

In fast zwei Jahren hat LCE 42 Exemplare seiner Sport-Quattro-Replika gebaut. Und das Interesse ist laut Firmenchef Steven Koppenhöfer ungebrochen: Wer heute bestellt, wird – Stand jetzt – im Februar 2026 bedient. Allerdings soll die Truppe vom Bodensee Verstärkung erhalten, um die Wartezeit perspektivisch auf zwei bis zweieinhalb Jahre zu drücken. Die nötige Geduld hat ein berühmter Kunde übrigens schon aufgebracht: Der Sport Quattro, den sich Ken Block vor geraumer Zeit als Privatauto gönnte, ist eine LCE-Replika – und selbstverständlich eine von der besonders leistungsstarken Sorte.

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Bei Replikas gehen die Meinungen immer stark auseinander: Verwässern sie den Mythos des Originals, weil die meisten Menschen das Original von der Fälschung nicht unterscheiden und so falsche Tatsachen vorgespiegelt werden können? Oder befeuern sie ihn gar, weil man die echten Exemplare – wenn überhaupt – nur im Museum zu Gesicht bekommt und die Kopien wenigstens gefahren werden und dabei die Erinnerung ans Original hochhalten? Darüber ließe sich am Stammtisch stundenlang angeregt debattieren.

Klar ist: LCE scheint hier seine Nische gefunden zu haben und genug Kundinnen und Kunden zufriedenzustellen, um lange Wartelisten führen zu können. Die nötige Ernsthaftigkeit scheint bei diesem Projekt also gegeben zu sein. Hinzu kommt der hohe Individualisierungsgrad, der in dieser Preisklasse ohnehin geschätzt wird.

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