Carnes M1stang Auktion: Dieser Mustang ist eigentlich ein MX-5

Carnes M1stang als Ford-Mustang-Replika
Dieser Mustang ist eigentlich ein MX-5

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.03.2026
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Weiter entfernt könnten Cabrio-Konzepte eigentlich nicht voneinander sein. Auf der einen Seite der Ford Mustang , klassischer amerikanischer Power-Cruiser mit dickem V8-Motor, vier Sitzen und ab Werk in der Regel mit einem Gemütlich-Fahrwerk ausgerüstet. Auf der anderen Seite der Mazda MX-5 , ein hibbeliger Japaner von kompaktem Ausmaß und geringem Gewicht, mit präzisen Fahreigenschaften, kleinen, aber drehfreudigen Motoren und lediglich zwei Sitzen. Eine Kombination aus den beiden offenen Klassikern erscheint unmöglich – und doch hat sie jemand gewagt.

Carnes M1stang mit offiziellem Ford-Segen

Die Rede ist vom Karosseriebauer und Mustang-Enthusiasten Bill Carnes, der bemerkte, dass MX-5 und Ur-Mustang in ihren Proportionen erstaunlich gut zueinander passen – gut genug jedenfalls, um Mustang-Blechteile auf MX-5-Basis stimmig wirken zu lassen. Und so erdachte Carnes den M1stang, der 2007 aufgelegt wurde: Einen Replika-Umbau, der die Technik des MX-5 der zweiten Generation (NB) mit klassischer Mustang-Optik kombiniert. Und das sogar mit offiziellem Segen von Ford: Der Autokonzern aus der Nähe von Detroit gab Carnes die komplette Autorisierung, um seinen M1stang zu fertigen. Allerdings ist unklar, wie viele Exemplare des Fake-Mustang tatsächlich entstanden sind.

Carnes entfernte die MX-5-Karosserie vom Chassis und kürzte die Mustang-Kotflügel und Türen an Stellen, an denen die Änderungen kaum auffallen. Die Proportionen erscheinen erstaunlich stimmig, zumal auch die Details und Anbauteile eine fast perfekte Illusion erzeugen. Seien es die Leuchten vorn und hinten, die Chrom-Akzente, die Mustang-Logos und Ford-Schriftzüge oder die Ziffernfolge "289" auf den vorderen Kotflügeln, was für den Mustang-Hubraum in Cubic-Inch steht. Lediglich der lange Überhang am Heck deutet darauf hin, dass hier kein originaler Mustang vorfährt. Dafür ist der Kofferraum so groß wie beim US-Vorbild und nicht so klein wie jener des MX-5.

Ihre Chance auf einen Carnes M1stang

Ein Exemplar der Mustang-Replika-Serie wird aktuell über Broad Arrow Auctions auf dem Hagerty Marketplace angeboten. Dieses Auto begann sein Leben als Mazda Miata (so heißt der MX-5 in den USA) des Modelljahres 2001. Später wurde er optisch auf einen 1965er Mustang GT Convertible getrimmt. Unter dem Blech bleibt es bei der MX-5-Technik. Unter der Fiberglas-Motorhaube arbeitet also ein 1,8-Liter-Vierzylindermotor mit nach US-Spezifikation 144 PS und maximal 157 Newtonmetern, in diesem Fall gekoppelt an eine Viergang-Automatik.

Außen trägt der Umbau neue Stahl-Karosseriepaneele, die klassische Mustang-Front samt -Heckstoßfänger sowie typisches Zierwerk inklusive Emblemen; hinzu kommen 15-Zoll-Fittipaldi-Felgen mit 195/50er-Reifen. Auch innen setzt der M1stang auf eine Mischung aus Bekanntem und Passendem: rot-schwarze Schalensitze und dazu passende Türverkleidungen treffen auf verchromte Überrollbügel. Zur Ausstattung zählen unter anderem eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Tempomat sowie ein Mazda-AM/FM/CD-Radio. Ein schwarzes Stoffverdeck mit Glasheckscheibe schützt vor schlechtem Wetter.

Wird der Carnes M1stang zum Schnäppchen?

Aktuell wird der Miata-Mustang-Mashup in Alabama ohne Mindestpreis ("no reserve") angeboten. Er könnte ein Schnäppchen werden: Zwölf Tage vor Auktionsende stehen die Gebote erst bei 5.900 Dollar (aktuell umgerechnet gut 5.100 Euro). Zum Paket gehören die Bedienungsanleitungen, ein sauberer CARFAX-Report sowie eine New Yorker Zulassung auf den aktuellen Besitzer. Laut Anzeige hatte der Carnes M1stang drei Halter und war in Delaware, Pennsylvania und New York zugelassen; der Tachostand beträgt 54.400 Meilen (etwas mehr als 87.500 Kilometer). Als bekannte Macke werden Steinschläge an der Front genannt – was bei einem Auto, das so sehr zum Fahren einlädt, fast schon zum Konzept passt.

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