Rétromobile-Auktionen 2026: 4,4 Millionen Euro für einen Flügeltürer

Rétromobile-Auktionen 2026
Preisrekorde für Flügeltürer und Ferrari Enzo

Inhalt von
ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.02.2026
Als Favorit speichern

Vier Auktionshäuser traten während der Rétromobile in Paris an, das europäische Auktionsjahr begann also mit einem großen Aufschlag. Nach den Ferrari-Rekordergebnissen der Mecum-Auktion in Kissimmee stellte sich die Frage, welche Ergebnisse die ersten europäischen Auktionen im Jahr 2026 bringen werden.

Flügeltürer, unrestauriert, 4,4 Millionen Euro

Artcurial hatte im Vorfeld mit einem unrestaurierten Mercedes-Benz 300 SL eine Überraschung gelandet. Der Flügeltürer hatte über 50 Jahre bei einem Besitzer verbracht und die Zeit in einem wunderbar patinierten Original-Zustand überstanden. Dazu kommen eine begehrte Ausstattung mit stärkerem NSL-Motor und Rudge-Rädern sowie die attraktive Kombination aus graphitgrauem Lack und naturfarbenem Leder. Entsprechend hoch lag der Schätzpreis: 2 bis 5 Millionen Euro erwartete das Auktionshaus. Der mittlere Schätzwert wurde bei der Auktion im Peninsula in Paris leicht übertroffen: 4,4 Millionen Euro kostete der patinierte Gullwing inklusive Aufgeld.

Ein rekordverdächtiger Betrag, denn für unrestaurierte Flügeltürer wird normalerweise rund eine Million Euro fällig – je nach Historie, Ausstattung und Zustand. Nur zur Einordnung: Bonhams versteigerte in Paris einen Flügeltürer, der in den 1990er-Jahren restauriert wurde, für knapp 1,3 Millionen Euro.

Ferrari dominiert die Top 12

Das teuerste Auto hatte RM Sotheby's im Angebot: Ein Ferrari 250 GT SWB California Spider mit Scaglietti-Karosserie brachte 14 Millionen Euro ein. Das zweitteuerste Auto der Paris-Auktionen ging in der Rétromobile-Messehalle 71. bei Gooding Christie's über die Theke: 9,1 Millionen Euro war einem Bieter ein Ferrari 288 GTO von 1984 wert. Ein Enzo, für 8,1 Millionen Euro bei RM Sotheby's versteigert, macht das Ferrari-Trio an der Spitze komplett.

RM Sotheby's hatte ebenfalls einen 288 GTO im Angebot und versteigerte das 1985 gebaute Supercar für 5,855 Millionen Euro. Mit sieben Ferrari dominiert die Marke aus Maranello die Liste der teuersten Auktionsautos, die während der Rétromobile verkauft wurden.

Bis auf drei Ausnahmen ist keins der 12 teuersten Auktions-Autos der Rétromobile-Woche vor 1971 gebaut worden: Der Ferrari 250 GT SWB von 1960, der Mercedes-Flügeltürer, Jahrgang 1954 und das einzige Vorkriegs-Auto, ein Talbot-Lago T150C SS Teardrop Coupé aus dem Jahr 1938. Gooding Christie's versteigerte das Auto für 6,755 Millionen Euro. Ein Bugatti Bolide von 2024, quasi ab Werk schon ein Sammlerstück, fand bei RM Sotheby's für knapp vier Millionen Euro einen neuen Besitzer. Zwei Lamborghini Miura, einer in Rot bei RM Sotheby's und einer in Gelb bei Gooding Christie's, beschließen zu Preisen von 3,7 und 3,38 Millionen Euro das teure Dutzend.

Fazit