Sicher in die Ferien: Tipps und Vergleichstest zum Fahrrad-Transport mit dem Auto

Mit dem Fahrrad sicher in die Ferien
Tipps und Vorschriften zum Fahrrad-Transport

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.05.2026
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Mit den kommenden Ferien startet auch die Hochsaison für Fahrradträger. Besonders E-Bikes sorgen dabei für neue Anforderungen: Sie sind schwerer, breiter und oft sogar länger als klassische Fahrräder. Entsprechend wichtig wird die Wahl des passenden Trägersystems.

Kupplungsträger am praktischsten

Als praktikabelste Lösung gelten heute Kupplungsträger für die Anhängerkupplung. Sie sitzen vergleichsweise tief, erleichtern das Beladen und eignen sich meist auch für schwere Pedelecs. Viele Modelle sind für Gesamtlasten von 60 Kilogramm und mehr ausgelegt. Gerade bei modernen E-Bikes mit Gewichten von 25 Kilogramm und darüber spielt das eine zentrale Rolle.

Der Automobilclub ACE weist in einer aktuellen Mitteilung darauf hin, dass beim Fahrradtransport mehrere technische Grenzwerte gleichzeitig eingehalten werden müssen. Neben der maximalen Traglast des Trägers ist insbesondere die zulässige Stützlast der Anhängerkupplung entscheidend. Sie liegt je nach Fahrzeug meist zwischen 50 und 100 Kilogramm. Dabei zählt nicht nur das Gewicht der Fahrräder, sondern auch das Eigengewicht des Trägers selbst. Moderne Kupplungsträger bringen häufig zwischen 13 und 20 Kilogramm auf die Waage.

Zusätzlich spielt der sogenannte D-Wert der Anhängerkupplung eine Rolle. Dieser Wert beschreibt die Belastbarkeit der Kupplung bei Zug- und Bremskräften und muss mindestens den Anforderungen des verwendeten Trägers entsprechen. Zu finden ist er auf dem Typenschild der Anhängerkupplung.

Große Räder brauchen passende Schienen

Nicht jeder Fahrradträger passt automatisch zu jedem Fahrrad. Moderne Mountainbikes und E-Bikes mit 29-Zoll-Laufrädern oder breiten Reifen benötigen ausreichend lange und breite Radschienen. Gerade bei schweren Rädern mit großem Radstand können zu kurze Schienen zu Instabilitäten führen.

Hinzu kommt die Frage der Beladung. Während leichte Fahrräder noch aufs Dach gehoben werden können, wird das Verladen schwerer E-Bikes schnell zum Kraftakt. Für Kupplungsträger bieten viele Hersteller deshalb Beladeschienen als Zubehör an. So lassen sich schwere Räder auf den Träger schieben, statt sie anheben zu müssen.

Praktisch im Alltag sind zudem abklappbare Trägersysteme. Sie ermöglichen weiterhin den Zugang zum Kofferraum, selbst wenn Fahrräder montiert sind. Beim Kauf empfiehlt sich außerdem ein Blick auf Prüfzeichen wie TÜV-Siegel oder GS-Zeichen.

Wiederholungskennzeichen nicht vergessen

Wird das hintere Kennzeichen durch Fahrräder oder Träger verdeckt, ist ein zusätzliches Wiederholungskennzeichen vorgeschrieben. Dieses trägt dieselbe Buchstaben- und Zahlenkombination wie das Originalkennzeichen, erhält jedoch weder Plakette noch Stempelung. Das eigentliche Fahrzeugkennzeichen darf nicht einfach umgesteckt werden.

Akkus besser ins Auto legen

Vor Fahrtbeginn sollten bei außen transportierten Fahrrädern möglichst alle losen Teile entfernt werden. Dazu gehören insbesondere Akkus von E-Bikes, Fahrradcomputer, Luftpumpen oder Trinkflaschen. Akkus gehören während der Fahrt möglichst ins Fahrzeuginnere.

Elektrische Kontakte am E-Bike sollten gegen Feuchtigkeit und Schmutz geschützt werden. Dafür eignen sich spezielle Kontaktschutzkappen oder provisorische Abdeckungen mit Folie und Klebeband. Komplettabdeckungen für das gesamte Fahrrad gelten dagegen als problematisch, weil sie dem Fahrtwind zusätzliche Angriffsfläche bieten und die Belastung auf Träger und Kupplung erhöhen können. Zur Diebstahlsicherung empfehlen sich abschließbare Träger sowie zusätzliche Fahrradschlösser.

Wer keine Anhängerkupplung besitzt, kann diese bei vielen Fahrzeugen nachrüsten lassen. Das gilt auch für viele Elektroautos, die keine oder nur eine geringe Anhängelast eingetragen haben.

Fahrradträger im Vergleichstest

Im Vergleichstest von auto motor und sport sowie der Schwesterzeitschrift MOUNTAINBIKE mussten sechs Kupplungsträger mit E-Bike-Freigabe umfangreiche Fahr- und Belastungstests absolvieren. Geprüft wurden unter anderem Montage, Beladung, Fahrstabilität, Vollbremsungen und Ausweichmanöver.

Den ersten Platz belegte der Uebler i21 Z60. Ausschlaggebend waren unter anderem das geringe Eigengewicht von 13,5 Kilogramm, die einfache Montage und die stabile Arretierung auf der Anhängerkupplung. Dahinter folgten der Thule EasyFold 3 und der Atera Forza M.

Die drei bestplatzierten Systeme im Überblick:

  • Uebler i21 Z60 – Testnote 1,1
  • Thule EasyFold 3 – Testnote 1,2
  • Atera Forza M – Testnote 1,3

Im Fahrversuch absolvierten die Träger unter anderem Slalomfahrten mit 60 km/h, doppelte Spurwechsel mit 100 km/h sowie Vollbremsungen und Rüttelstrecken. Beladen waren sie mit mehreren E-Bikes und Gesamtgewichten bis an die jeweilige Belastungsgrenze. Den ausführlichen Test mit allen getesteten Trägern und den Ergebnissen finden Sie unter diesem Link.

Regeln im Ausland beachten

Wer mit Fahrrädern ins Ausland fährt, sollte sich vorab über nationale Vorschriften informieren. In Spanien und Portugal sind rot-weiße Warntafeln am Heck vorgeschrieben. In Italien gelten seit 2025 neue Regeln: Dort sind Warntafeln vor allem bei fest montierten Heckträgersystemen ohne eigene Beleuchtung vorgeschrieben.

Besonderheit: Reicht die Ladung über die gesamte Fahrzeugbreite hinaus, können in einigen Ländern sogar zwei Warntafeln erforderlich sein. Auch ein leerer Heckträger kann in bestimmten Ländern kennzeichnungspflichtig bleiben.

Fazit