Die Neuauflage der Traditionsmarke Scout entwickelt sich langsamer als ursprünglich kommuniziert. Laut Scout-CEO Scott Keogh werden die ersten Fahrzeuge der Marke wohl erst im Jahr 2028 in Kundenhand gelangen. Damit bestätigen sich indirekt Berichte, die bereits Verzögerungen bei der Entwicklung des Pick-ups Terra und des SUVs Traveler angekündigt hatten. Beide Fahrzeuge hatte Scout Ende 2024 vorgestellt – als elektrischen Pick-up und als SUV mit klassischem Offroad-Design.
Produktion weiterhin für 2027 geplant
Offiziell hält Scout weiterhin am Produktionsstart im Jahr 2027 fest. Auf der Website der Marke heißt es weiterhin, dass die "initial production" für 2027 vorgesehen sei – allerdings ausdrücklich unter Vorbehalt. Aktuell baut die Marke gerade ihr neues Hauptquartier in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) auf und lockt potenzielle Mitarbeiter mit hohen Gehältern.
Keogh betont, dass diese Planung grundsätzlich weiterhin gilt. Demnach sollen zunächst Prototypen entstehen, die für Tests und Weiterentwicklung genutzt werden. Erste Fahrzeuge sollen bereits 2026 entstehen, anschließend folgen mehrere Entwicklungsstufen bis 2027. Der Schritt zur Serienfertigung bedeutet allerdings noch nicht automatisch, dass sofort die Auslieferung von Kundenautos startet.
Auslieferungen wohl erst im Folgejahr
Einen konkreten Auslieferungs-Termin nannte Keogh nicht. Er sehe die Autos "irgendwann 2028" in den Händen der Kunden. Der CEO wehrt sich gleichzeitig gegen eine zu genaue Terminfixierung. Bei einem Projekt dieser Größenordnung gehe es nicht darum, einen exakten Tag für den Marktstart zu nennen, sondern darum, das Fahrzeug vollständig zu entwickeln und in ausreichender Qualität auf den Markt zu bringen.
Scout sammelt bereits Reservierungen für die Modelle ein. Interessenten konnten sich gegen eine Anzahlung von 100 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 86 Euro) einen Platz auf der Warteliste sichern.
Neue Plattform, neue Technik
Scout entwickelt Terra und Traveler komplett neu. Die Fahrzeuge entstehen auf einer eigenen Plattform mit neuer Softwarearchitektur. Beide Modelle sollen als reine Elektroautos angeboten werden. Zusätzlich plant Scout inzwischen Varianten mit einem sogenannten Range-Extender: Dabei erzeugt ein Verbrennungsmotor Strom für die Batterie und soll so größere Reichweiten ermöglichen.
Die Entwicklung einer solchen Technik verzögert den Marktstart anscheinend. Keogh spricht von "Hürden jeden Tag", sieht darin jedoch nichts Ungewöhnliches für ein neues Automobilprojekt. Die Überwindung dieser Hürden ist auch für Audi interessant – die Ingolstädter können sich wohl vorstellen, einen eigenen SUV auf Basis des Scout Traveler anzubieten.

Scout startete mit den Auslieferungen des Pick-ups Terra und des SUVs Traveler wohl erst 2028.
Offene Fragen bei Technik und Leistung
Noch sind nicht alle technischen Details final geklärt. Ein Beispiel ist die Anhängelast der Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr erzählte Keogh dem Moderator und Auto-Enthusiasten Jay Leno, dass die rein elektrischen Varianten maximal 10.000 Pfund (4.536 Kilogramm) ziehen können, die Anhängelast der Harvester genannten Range-Extender-Versionen nur 5.000 Pfund (2.268 Kilogramm) betrage. Keogh betont, dass Scout an der Verringerung dieser Unterschiede arbeite.











