6 Highlights des S-Klasse-Lichts: Warum ist Schluss mit Spiegeln?

6 Highlights des S-Klasse-Lichts
Warum ist Schluss mit Spiegeln?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.03.2026
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"Digital Light" arbeitet künftig mit einer Micro-LED-Architektur und ist vollständig in die zentrale Fahrzeugsoftware integriert. Statt eines reinen Design-Updates handelt es sich um eine grundlegende Änderung der technischen Basis.

Im Fokus stehen höhere Auflösung, größere Reichweite, geringerer Energiebedarf und zusätzliche Funktionen im Zusammenspiel mit Kamera- und Kartendaten. Die folgenden sechs Punkte zeigen, was sich konkret geändert hat.

1. Neue Hardware-Architektur mit Micro-LED

Die bisherige Generation von "Digital Light" arbeitete mit rund 1,3 Millionen beweglichen Mikrospiegeln pro Hauptscheinwerfer. Diese Spiegel lenkten das Licht einer starken LED-Quelle präzise auf einzelne Bereiche der Fahrbahn. Mit dem Facelift entfällt dieses System vollständig.

Stattdessen kommen nun rund 25.000 einzeln ansteuerbare Micro-LEDs pro Scheinwerfer zum Einsatz. Jede dieser Leuchtdioden lässt sich separat regeln. Dadurch entsteht ein hochauflösendes Raster aus Lichtpunkten. Laut Hersteller wächst das hochauflösende Beleuchtungsfeld um rund vierzig Prozent (40 %). Gleichzeitig sinkt der Energieverbrauch im Vergleich zum Vorgängersystem um bis zu fünfzig Prozent (50 %). Die Scheinwerfereinheit ist zudem um mehr als ein Viertel leichter, da mechanische Spiegelmodule und mehrere Steuergeräte entfallen.

2. Fernlicht mit bis zu 600 Metern Reichweite

Das Fernlicht "Ultra Range" bleibt eine zentrale Funktion. Die maximale Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Das entspricht in etwa sechs Fußballfeldern hintereinander. Entscheidend ist dabei nicht nur die Distanz, sondern die Form des Lichtkegels.

Neu ist die dynamische Ausrichtung. Das Fernlicht wird nicht mehr ausschließlich geradeaus projiziert, sondern kann seine Richtung aktiv anpassen. In Kurven oder bei leicht versetztem Straßenverlauf folgt der Lichtkegel der Fahrspur. Das Teilfernlicht arbeitet ebenfalls feiner. Einzelne Bereiche werden gezielt ausgeblendet, während der restliche Bereich weiterhin mit hoher Intensität ausgeleuchtet bleibt. So sollen Sichtweite und Blendfreiheit kombiniert werden.

3. Präziseres Kurvenlicht durch Datenvernetzung

Die Lichtsteuerung greift auf Daten der Frontkamera, zusätzlicher Umfeldsensoren sowie digitaler Kartendaten zurück. Das System erkennt Kurvenradien, Kreuzungen oder komplexe Straßenverläufe und passt die Ausleuchtung entsprechend an.

Durch die Integration in das zentrale Betriebssystem werden diese Daten in Echtzeit verarbeitet. Ein neuer Hochleistungs-Chip im Scheinwerfermodul übernimmt die Berechnung. Die höhere Rechenleistung sorgt dafür, dass sich der Lichtkegel schneller anpasst als bei der bisherigen Generation. Das betrifft vor allem das vorausschauende Kurvenlicht, das nicht erst beim Einlenken reagiert, sondern bereits auf Basis der Streckeninformation.

4. Projektionsfunktionen mit neuen Inhalten

"Digital Light" kann weiterhin Symbole direkt auf die Fahrbahn projizieren. Dazu zählen Spurverlassens- und Falschfahrer-Warnungen. Mit dem Facelift kommt eine zusätzliche Kältewarnung hinzu. Wird Glättegefahr erkannt, projiziert das System eine Schneeflocke auf die Straße.

Auch das Engstellenlicht wurde weiterentwickelt. Statt nur einen begrenzten Bereich hervorzuheben, wird die eigene Spur schmal geführt und optisch markiert, sobald eine reduzierte Fahrbahnbreite erkannt wird. Die Projektionen erfolgen hochauflösend und positionsgenau. Möglich wird das durch die 25.000 einzeln steuerbaren Lichtpunkte je Scheinwerfer.

5. Vollständige Integration in das Fahrzeugbetriebssystem

Das Lichtsystem ist nun vollständig in das Mercedes-Benz Operating System eingebunden. Während frühere Systeme noch teilweise eigenständig arbeiteten, ist "Digital Light" jetzt Teil der zentralen Rechnerarchitektur.

Ein leistungsstarker Chip verarbeitet Kamera-, Radar- und Kartendaten direkt im Lichtmodul. Die Kommunikation mit Assistenzsystemen erfolgt ohne Umwege. Dadurch verkürzen sich Reaktionszeiten. Zudem sind perspektivisch Software-Updates möglich, sofern das Fahrzeug entsprechend konfiguriert ist. Das Licht wird damit stärker zu einer softwaregesteuerten Funktion.

6. Neue Lichtsignatur und technische Inszenierung

Neben der Funktion ändert sich auch die äußere Darstellung. Das Tagfahrlicht zeigt ein Doppelstern-Design. Ergänzt wird dies durch einen um rund 20 Prozent vergrößerten Kühlergrill, der erstmals beleuchtet werden kann. Optional leuchtet auch der Mercedes Stern auf der Motorhaube.

Am Heck tragen die Rückleuchten drei sternförmige Elemente pro Seite. Zusätzlich projiziert ein Modul im Seitenschweller beim Ein- und Aussteigen einen Mercedes-Benz Schriftzug auf den Boden. Beim Verriegeln oder Entriegeln reagiert das Fahrzeug mit kurzen Lichtanimationen. Diese Funktionen sind technisch in dasselbe Micro-LED-System integriert und nutzen dessen hohe Auflösung.

Fazit