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Gen.Farm Elektro-Traktor für Ruanda Warum VW-Chef Diess elektrisch übers Feld pflügt

Foto: Volkswagen 6 Bilder

Es begann als Innovations-Idee bei VW, jetzt ist der erste Elektro-Traktor mit Wechselakku auf dem Weg nach Ruanda. Die letzten Tests fuhr der Chef persönlich.

Das sieht man auch nicht alle Tage: VW-Chef Herbert Diess mit Schiebermütze beim Pflügen auf dem Traktor. Offensichtlich ein großer Spaß, wobei es weniger ums landwirtschaftliche Vergnügen des Konzernchefs ging, sondern um ein ambitioniertes Innovations-Projekt, das den Weg aufs Feld gefunden hat. Das Probe-Pflügen mit Herbert Diess war nämlich so etwas wie die letzte Abnahmefahrt des kleinen Elektro-Traktors, der mittlerweile auf dem Weg nach Ruanda ist.

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Stundenweise Traktormiete

Der Trekker ist Teil des Gemeinschaftsprojekts "Gen.Farm", das von Volkswagen, der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Universität von Ruanda umgesetzt wird. Die "Gen.Farm" ist ein landwirtschaftlicher Stützpunkt, der Bauern vor Ort die Infrastruktur für effizienten Anbau zur Verfügung stellt. Die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge sind stundenweise zu mieten und werden im "Gen.Farm"-Stützpunkt mit Solarenergie aufgeladen. Die Idee zum E-Traktor wurde in Zusammenarbeit von VWs eigener Innovationsabteilung mit VW Südafrika entwickelt und 2020 vorgestellt.

VW eTraktor Gen.Farm Volkswagen
Der Prototyp wurde in Deutschland gebaut, aber in Afrika entwickelt. Er ist auf maximale Haltbarkeit und extreme Wartungsfreundlichkeit hin entwickelt. Geladen werden die Akkus mit Solarstrom.

Sonne im Wechsel-Akku

Warum ein Elektro-Traktor? In vielen Regionen Afrikas ist die Produktivität in der Landwirtschaft eingeschränkt, weil Bauern kaum Maschinen verwenden. Das liegt jedoch nicht zwingend an der Verfügbarkeit von technischem Gerät, sondern am Mangel von erschwinglichen Kraftstoffen. "Aber was es in diesen Regionen zu genüge gibt, ist Sonne!", so Peter Wouda, Designchef des Volkswagen Group Innovation Center. Zur Idee der "Gen.Farm" gehören deshalb dezentrale Solarpanele, die die Batterien des Traktors aber auch anderer Fahrzeuge oder Maschinen aufladen können. Um die Standzeiten so kurz wie möglich zu halten, lässt sich die Batterie mit wenigen Handgriffen wechseln.

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Robuster Akku folgt

Der erste 27 PS starke Prototyp (Radstand 1,92 Meter, Spurweite 1,38 Meter, Gewicht 2,2 Tonnen) wurde zwar in Deutschland gebaut, aber in Ruanda entwickelt. Nach erfolgreichem Projektabschluss und der entsprechenden Weiterentwicklung soll die Produktion dann komplett vor Ort erfolgen. Spätestens dann soll auch der aktuell 32 kWh große Lithium-Ionen-Akku durch einen Lithium-Eisen-Phosphat-Speicher (LFP) ersetzt werden. Der ist günstiger und deutlich robuster.

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Herbert Diess auf dem E-Trekker: Baut VW jetzt auch noch Traktoren? Indirekt schon. Wobei wir den 27-PS-Traktor nie mit VW-Logo sehen werden. Mit der Partnerschaft im "Gen.Farm"-Projekt von GIZ und der Universität von Ruanda unterstreicht der Konzern die globale Bedeutung der Elektromobilität. Dass Herbert Diess beim Probe-Pflügen einen Heidenspaß hatte, kann für den weiteren Projektverlauf nur positiv sein.

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