Die ersten PHEV-Modelle waren mit Batterien ausgestattet, die meist weniger als 10 kWh Kapazität hatten. Diese boten unter Idealbedingungen eine elektrische Reichweite von etwa 50 Kilometern. Doch die geringe Kapazität führte dazu, dass die Batterien schnell viele Ladezyklen durchliefen. Laut Experten wie Vanja Katić von der EV-Clinic erreichen diese Batterien oft schon nach 1.000 bis 1.500 Ladezyklen das Ende ihrer Lebensdauer. Besonders betroffen sind Fahrzeuge, die überwiegend im Elektrobetrieb genutzt wurden.
Hohe Reparaturkosten und wirtschaftliche Totalschäden
Neben den Batterien bereiten auch andere Komponenten wie die Leistungselektronik Probleme. Ein Beispiel ist die sogenannte E-Maschinen-Elektronik (EME), die bei einem BMW 225xe aus dem Jahr 2019 nach nur 88.000 Kilometern ausgetauscht werden musste. Die Reparaturkosten beliefen sich auf über 10.000 Euro, was den Restwert des Fahrzeugs bei weitem überstieg. Solche Fälle sind keine Einzelfälle, wie die Erfahrungen der EV-Clinic zeigen.
Ursachen für die Probleme
Ein Hauptgrund für die hohen Kosten ist die geringe Stückzahl, in der viele PHEV-Komponenten produziert wurden. Dies treibt die Preise für Ersatzteile in die Höhe. Hinzu kommt, dass viele Bauteile so konstruiert sind, dass sie nicht repariert, sondern komplett ausgetauscht werden müssen. Ein weiteres Problem ist die thermische Belastung der Komponenten, die durch unzureichendes Thermomanagement verstärkt wird.
Lösungen und Empfehlungen
Für Besitzer älterer PHEV gibt es dennoch Hoffnung. Spezialisierte Werkstätten wie die EV-Clinic bieten kostengünstigere Reparaturlösungen an, etwa durch den Austausch einzelner Batteriezellen oder die Verwendung gebrauchter Komponenten. Beim Kauf eines gebrauchten PHEV wird ein ausführlicher SOH-Test der Batterie empfohlen. Zudem sollten Käufer auf eine Gebrauchtwagengarantie achten, die auch die Leistungselektronik abdeckt.
Fortschritte bei neuen PHEV-Modellen
Die neueren Generationen von PHEV, die ab 2020 auf den Markt kamen, zeigen deutliche Verbesserungen. Die Batteriekapazitäten wurden erhöht, was die Zyklenproblematik entschärft. Modelle wie der VW Golf eHybrid bieten mittlerweile elektrische Reichweiten von über 140 Kilometern. Wie sich diese Fortschritte langfristig auf die Zuverlässigkeit auswirken, bleibt jedoch abzuwarten.












