Mercedes Vision EQXX 2020 Mercedes-Benz
Mercedes Vision EQXX 2020
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Daimler Strategie Update 2020
Mercedes Vision EQXX 2020 9 Bilder

Mercedes EQXX: Stuttgart-Nizza mit einer Ladung?

Mercedes EQXX - Elektroauto-Konzept 1200 Kilometer mit einer Batterieladung

Auch Daimler versucht DAS E-Auto der Zukunft zu bauen. Mit einer maximaler Reichweite von über 1200 Kilometern durch ultimative Effizienz. Und mit Entwicklungshilfe des Formel-1-Teams.

Auf dem Strategie-Tag für Investoren am 6. Oktober hat Mercedes einen Ausblick gegeben, wie das Unternehmen den Wechsel zum Elektroantrieb gehen will. Nach dem EQC auf Basis der Verbrenner-Baureihe GLC startet 2021 der EQS, das erste E-Auto auf Basis einer ausschließlich dafür entwickelten Architektur. Auf dieser Electric Vehicle Architecture (EVA) folgen eine weitere Limousine (EQE) und zwei SUVs (EQG, EQGLS).

Außerdem hat Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer eine zweite Plattform für kleinere Fahrzeuge vorgestellt: Die Mercedes Modular Architecture (MMA). Sie ist zwar "electric first" entwickelt, hat aber vorne Platz für einen Verbrennungsmotor, um den Hersteller flexibel zu machen für die unterschiedlichen Marktbedürfnisse in verschiedenen Märkten. Bis 2030 sollen etwa 50 Prozent der Mercedes-Neuwagenflotte elektrifiziert sein.

Mehr Reichweite mit kleineren Batterien

Aber neben den Plattformen für konkrete Serienautos will Mercedes auch ein Concept Car entwickeln, das für die Schwaben das ultimative E-Auto darstellt. Mit maximaler Reichweite. In der Präsentation finden sich illustriere Sätze wie "Stuttgart – Nizza" oder "Shanghai – Peking" mit einer Batterieladung? Die Städte zeigen, in welche Dimensionen der EQXX vorstoßen soll: Zwischen den beiden chinesischen Metropolen liegen gut 1200 Kilometer, weiß Google Maps; auch dass dort Mautgebühren anfallen. Derart große Reichweiten sollen nicht von immer größeren werdenden Batterien kommen, weil das Gewicht und Rohstoffeinsatz in die Höhe treibt, sondern von ultimativer Effizienz. Eine erste Skizze zeigt denn auch ein offensichtlich extrem strömungsgünstiges Auto. Weitere Faktoren, die Mercedes als technische Merkmale auch seiner künftigen Serien-Elektro-Autos nennt, sind permanent erregt Synchronmaschinen, ein 2-Gang-Getriebe und 800 Volt Spannung. Das käme allerdings auch besonderer Schnellladefähigkeit zu Gute, die der EQXX wohl eher nicht braucht. Was die Batterietechnologie angeht, dürfte Mercedes im Concept Car auf Zellen mit einer Silizium-Anode setzen. Entwicklungsvorstand Markus Schäfer bestätigte auf Nachfrage, dass man sich zusammen mit Kooperationspartner Sila "Schritt für Schritt" auch für Serienautos auf Anoden aus dem Halbleitermaterial zu bewege.

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Mercedes will mit dem EQXX von Shanghai nach Peking fahren. Das wären über 1200 Kilometer.

Vergleichbar ist das mit Audis Leuchtturmprojekt "Artemis", das 2024 ein "hochefizientes Elektrofahrzeug" für Audi auf die Straße bringen soll. Artemis soll zur Blaupause für die Entwicklung von E-Autos im VW-Konzern werden und wird quasi als eigene Organisation innerhalb des Unternehmens aufgesetzt.

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Der Mercedes EQXX soll offensichtlich besonders windschlüpfig werden.

Bei Mercedes arbeitet das EQXX-Entwicklungsteam mit dem Formel-1-Team zusammen, das sich durch das Hybridsystem KERS in der Formel und die Formel E seit langem auch mit Elektroantrieben beschäftigen muss. Vielleicht wirkt die Silhouette des Mercedes EQXX auf der ersten Skizze eine bisschen wie ein gestreckter AMG Project One.

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Ja! Ein Auto hat man, um spontan irgendwo hin fahren zu können und nicht jeder kann sich mehrere Autos für verschiedene Zwecke leisten.

Fazit

Nach VW bekennt sich auch Mercedes überdeutlich zum Elektroantrieb. Für die Submarke EQ haben die Schwaben eine Architektur für (größere) rein elektrische Fahrzeuge (EVA) entwickelt, eine zweite für kleinere E-Autos (MMA) angekündigt. Aber das reicht nicht, um den Entwicklungsrückstand gegenüber Herstellern wie Tesla, die seit Gründung ausschließlich E-Autos bauen, aufzuholen.

Darum etabliert Daimler wie Audi (Artemis) eine Taskforce, die das besonders effiziente und reichweitenstarke E-Auto der Zukunft erdenken soll. Ob die Einbeziehung der Formel-1-Mannschaft nur dem alten Marketing-Klischee vom Technologie-Transfer aus dem Motorsport dient, ist nebensächlich. Die Entwicklungsgeschwindigkeit von dort dürfte in jedem Fall hilfreich sein. Interessanterweise kommt auch der Leiter von Audis Artemis-Projekt Alex Hitzinger aus der Formel 1.

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