Der elektrische Velar wird das erste Range-Rover-Modell auf der neuen EMA-Plattform sein. Die Electrified Modular Architecture war ursprünglich ausschließlich für Elektrofahrzeuge vorgesehen. Jaguar Land Rover hat inzwischen jedoch bestätigt, dass die Plattform künftig auch Hybridantriebe unterstützen wird. Damit markiert sie den strategischen Umbau innerhalb des Konzerns.
Flachere Silhouette rückt stärker in den Fokus
Im Vergleich zu früheren Prototypen ist die Karosserie nun weniger verhüllt. Besonders auffällig bleibt die stark abfallende Dachlinie. Der Velar entwickelt sich optisch deutlich weg vom klassischen SUV hin zu einem fast coupéartigen Crossover. Die Proportionen erinnern zunehmend an Modelle wie den Polestar 4 oder den DS N°8 und lassen den neuen Velar eher wie eine Mischung aus Limousine und SUV erscheinen. Wir haben auf Basis unserer Erlkönig-Bilder nun das Modell virtuell enttarnt.
Die Front orientiert sich weiterhin an der aktuellen Designsprache, wirkt jedoch glatter und geschlossener. Am Heck fallen schmale Leuchteinheiten auf. Unklar ist weiterhin, ob das Serienmodell ein klassisches Heckfenster erhält oder ob eine Kamera-Lösung zum Einsatz kommt. Entsprechende Sensorik ist am Dachbereich des Prototyps zu erkennen. Der Verzicht auf die Heckscheibe könnte gleichzeitig mehr Kopffreiheit im Fond ermöglichen, da auf die klassische Dachquerstruktur verzichtet werden kann.
Die hohe Gürtellinie und das schmale Fensterband betonen die flache Proportion. Die Fahrgastzelle sitzt weit hinten, die Überhänge erscheinen ausgeprägt. Insgesamt wirkt das Fahrzeug stärker designorientiert als bisher.
EMA-Plattform mit 800-Volt-Technik
Technisch basiert der neue Velar auf der EMA-Architektur. Sie wurde als "Electric First"-Plattform entwickelt, unterscheidet sich grundlegend von der bisherigen MLA-Struktur, auf der Range Rover und Range Rover Sport auch als Verbrenner und Hybrid angeboten werden.
Für den Velar wird eine 800-Volt-Architektur erwartet. Die Batterie sitzt im Unterboden, was eine flache Bauweise ermöglicht. Branchenbeobachter gehen von mindestens zwei Elektromotoren aus, konkrete Leistungsdaten sind jedoch weiterhin nicht bestätigt. Auch zur Batteriekapazität gibt es bisher keine offiziellen Angaben. Da die EMA-Plattform auf einen elektrischen Antrieb ausgelegt wurde, heißt es aus Unternehmenskreisen, dass Batterien mit mehr als 110 kWh möglich seien.
Die Produktion soll im britischen Werk Halewood erfolgen. Dort investiert Jaguar Land Rover derzeit rund 500 Millionen Pfund in den Umbau des Werks für die Fertigung der neuen Elektro-Generation.
Marktstart ab 2027
Während frühere Planungen einen Start im Frühjahr 2026 nahelegten, gilt nun ein Debüt in der zweiten Jahreshälfte 2026 als wahrscheinlich. Das Serienmodell dürfte als Modelljahr 2027 in den Handel kommen.
Mit dem Velar EV positioniert sich Range Rover im wachsenden Segment elektrischer Premium-SUVs. Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen nach aktuellem Stand vor allem der BMW iX3, der Mercedes GLC Electric, der Volvo EX60 sowie der Porsche Macan Electric. Die Konkurrenz bietet teilweise Reichweiten von rund 800 Kilometern (WLTP) sowie Schnellladeleistungen von mehr als 300 kW. Entsprechend dürfte auch der neue Velar in einer ähnlichen technischen Größenordnung antreten.
Strategische Rolle innerhalb der Marke
Der Velar übernimmt eine Schlüsselrolle im Elektro-Portfolio. Er wird das erste Modell der Marke sein, das vollständig auf der neuen Architektur basiert. Weitere Baureihen wie Evoque, Discovery Sport und Defender sollen folgen.
Jaguar Land Rover verfolgt dabei das Ziel, seine Modellreihen stärker eigenständig zu positionieren. Range Rover wird als eigenständige Luxusmarke ausgebaut, der Velar soll dabei eine besonders designorientierte Rolle einnehmen.











