Winter-Reichweiten: 14 E-Autos im Test - warum ein Audi siegt

Winter-Reichweitentest von „Familienautos“
14 E-Autos im Test - warum ein Audi siegt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.01.2026
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Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede bei Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung. Klarer Sieger des Tests ist der Audi A6 Avant E-Tron Performance, der mit einer Gesamtnote von 1,9 überzeugt. Das Fahrzeug legte auf dem Prüfstand 441 Kilometer in 3 Stunden und 49 Minuten zurück und verbrauchte dabei 23,2 kWh pro 100 Kilometer.

Für die 582 Kilometer lange Strecke zwischen München und Berlin wäre somit ein Ladestopp erforderlich. Dank seiner 800-Volt-Technik konnte der Audi in 20 Minuten 300 Kilometer Reichweite nachladen und erzielte damit Bestwerte in der erzielbaren und nachgeladenen Reichweite.

An zweiter Stelle folgt das Tesla Model Y mit der Note 2,5. Trotz SUV-Form und Allradantrieb lag sein Verbrauch mit 22,2 kWh/100 km niedriger als beim Audi. Auf den weiteren Plätzen rangierten der Volkswagen ID.7 Tourer Pro (Note 2,7) und der Smart #5 Premium (Note 2,9). Beide Modelle konnten mit solider Effizienz und guten Ladezeiten punkten.

Unterschiede bei Verbrauch und Ladegeschwindigkeit

Die Testbedingungen simulierten eine reale Langstreckenfahrt auf der A9 zwischen München und Berlin bei durchschnittlich 0 °C. Bei den meisten Fahrzeugen waren zwei Ladestopps nötig, um die gesamte Distanz zu bewältigen. Nur der Audi A6 Avant E-Tron und der Smart #5 erreichten das Ziel mit einem einzigen 20-minütigen Stopp. Unterschiede zeigten sich vor allem bei der Ladeleistung: Während Fahrzeuge mit 800-Volt-Technik über 200 kW erreichten, blieben Modelle mit 400-Volt-Architektur deutlich darunter. Einige Hersteller konnten diesen Nachteil durch effizienteren Energieverbrauch ausgleichen.

Auffällig ist, dass ein hoher Preis nicht automatisch eine hohe Reichweite garantiert. Der Audi A6 Avant E-Tron liegt mit 77.250 Euro im oberen Preisbereich, doch die nachfolgenden Modelle von Tesla, Volkswagen und Smart kosten zwischen 50.900 und 54.905 Euro. Der teuerste Testwagen, der Volvo EX90 Twin Motor AWD für 91.700 Euro, landete mit hohem Verbrauch von 31,6 kWh/100 km nur auf dem vorletzten Platz. Der BYD Sealion 7 Excellence AWD blieb als einziges Modell unter der 300-Kilometer-Marke und wies mit über 35 kWh/100 km den höchsten Verbrauch auf.

Deutliche Abweichungen zur WLTP-Reichweite

Wie schon in früheren Tests zeigt sich, dass die WLTP-Reichweitenangaben unter winterlichen Bedingungen deutlich überschätzt sind. Im Durchschnitt lag der Mehrverbrauch um 57 Prozent über den Normwerten. Besonders stark wich der Hyundai Ioniq 5 ab, dessen real gemessene Reichweite um 69 Prozent unter der WLTP-Angabe lag. Das Tesla Model Y zeigte mit 40 Prozent die geringste Abweichung.

Der ADAC fordert daher, dass Hersteller neben den Normwerten künftig auch realistische Winter- und Autobahnreichweiten angeben sollen. Für Verbraucher sei es entscheidend, unter realen Bedingungen einschätzen zu können, welche Strecken ohne längere Ladepausen möglich sind.

Methodik und Bewertung

Die getesteten Fahrzeuge erfüllten drei Voraussetzungen: eine WLTP-Reichweite von mindestens 500 Kilometern, einen Neupreis unter 100.000 Euro und eine Bewertung von mindestens Note 3,0 in der ADAC-Kategorie "Familie". Getestet wurde auf einem Prüfstand, der eine reale Fahrt auf der A9 abbildete – inklusive Steigungen, Gefälle und Verkehrsfluss. Bewertet wurden Reichweite (25 Prozent), nachgeladene Reichweite in 20 Minuten (25 Prozent) und Verbrauch (50 Prozent).

Die Fotoshow zeigt den Vergleich zwischen Audi A6 Avant E-Tron und dem Verbrenner-Modell.

Fazit