Zeltini Z-Triton Zeltini
Zeltini Z-Triton
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Zeltini Z-Triton 27 Bilder

Öko-Camper Zeltini Z-Triton

Amphibien-Wohnmobil-E-Bike mit Blumentopf

Zeltini aus Lettland hat eine Wohnmobil-Amphibie für zwei Personen auf Basis eines dreirädrigen E-Bikes entwickelt.

Wer mit dem Z-Triton des lettischen Startups Zeltini unterwegs ist, dürfte Aufmerksamkeit erregen. Denn das Z-Triton ist ein Fahrrad mit Elektromotor, das sich ruckzuck zu einem elektrisch angetriebenen Boot und zu einem Zwei-Personen-Wohnmobil umbauen lässt. Und als wäre so ein Fahrzeug nicht schon ungewöhnlich genug, glänzt die Konstruktion auch noch mit einer liebevollen Ausstattung.

Zeltini Z-Triton
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An Land ist das Z-Triton als elektrisches Dreirad unterwegs. Der Beifahrersitz ist mit einem Sicherheitsgurt ausgerüstet.

Zwei Elektromotoren für die Landpartie

Für die Unterstützung des Pedalantriebs sorgen beim Z-Triton zwei 250-Watt-Motoren (2 x 0,34 PS), die ihre Energie von einer 36-Volt-Batterie beziehen. Laut Hersteller reicht die Kapazität der Batterie, je nach Geländezustand und Beinkraft des Fahrers, für eine Distanz von bis zu 40 Kilometern. Zur Ausstattung des Z-Tritons gehören ein Beleuchtungssystem, Scheibenbremsen, eine Hupe, USB-Anschlüsse und ein laut Hersteller bequemer Fahrersitz. Außerdem im wahrsten Wortsinn mit an Bord: Ein aerodynamisch geformter Regenschirm, der den Fahrradfahrer schützt, zwei Wasserflaschen-Ablagen, ein Kaffeetassen-Halter, ein hochklappbarer Beifahrersitz und ein sogenannter Haustiersitz, der sich gegen einen Kindersitz tauschen lässt.

Zeltini Z-Triton
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Auf dem Dach der Unterkunft generieren sechs Solar-Paneele Strom.

Blumentopf und Solarpaneele

Für ein grünes Ambiente sorgt serienmäßig ein Blumentopf im Schornstein – Zeltini empfiehlt, hier seine Lieblings-Gewürzpflanze zu platzieren, auf die man unterwegs beim Kochen vielleicht nicht verzichten möchte. Grünen Strom erzeugen sechs serienmäßig auf der Bootsoberfläche angebrachte Solarpaneele.

Schnelle Transformation zum Boot

Wer ins Wasser will, muss die beiden Räder an der Hinterachse einklappen, die kleinen Gummi-Pontons aufblasen und die Fahrtrichtung ändern: Das Fahrrad-Heck ist gleichzeitig der Bug des Bootes. Jetzt übernimmt ein elektrischer Zwölfvolt-Außenbordmotor mit einem Drehmoment von 54 Newtonmetern den Vortrieb. Der Motor soll sich einfach anstecken und wieder abziehen lassen. Je nach Batteriegröße soll auf dem Wasser eine Reichweite von zirka zehn Kilometer möglich sein. Die Fahrrad-Wohnmobil-Amphibie ist für Seen und Flüsse, aber nicht fürs Meer geeignet. Und nur der aktuelle Prototyp ist mit einer 36-Volt- und einer 12-Volt-Batterie unterwegs. Später soll das Z-Triton nur mit einem Akku ausgerüstet sein. Der Lithium-Ionen-Speicher ist dann an ein Schnell-Ladegerät gekoppelt und soll in verschiedenen Kapazitätsgrößen zur Verfügung stehen.

Zeltini Z-Triton
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Das Steuerrad des Zeltini Z-Triton ist Z förmig.

Als Boot verfügt der Z-Triton über eine spezifische Ausstattung wie beispielsweise zwei verstellbare Sitze, Abblend-, Fern- und Standlicht, eine Winde, einen Scheibenwischer, ein Voltmeter, Blinker, eine Hupe, ein Z förmiges Steuerrad, eine Innenbeleuchtung, eine Zwölfvolt-Steckdose, eine Uhr und ein Thermometer.

Mit Regalen, Tisch und zwei Schlafplätzen als Wohnmobil

Im Stand fungiert der Z-Triton nach ein paar Handgriffen als Wohnmobil. Die Bewohner gelangen über das verschiebbare Kuppeldach in den beleuchtbaren Innenraum. Der Schornstein soll drinnen sogar einfaches Kochen ermöglichen – dafür muss vorher natürlich der Blumentopf raus. Es gibt sechs Regale und einen zusammenklappbaren Tisch. Nach dem Entfernen der Sitze können zwei Personen auf einer zwei Meter langen und 85 Zentimeter breiten Fläche schlafen. Das klingt allerdings eher nach einer Koje für eine Person – oder verliebte Pärchen. Wer die winzige Unterkunft im Boot-Zustand mit einem Anker sichert oder an einem Steg vertäut, kann auch auf dem Wasser übernachten. Einen Wert für die maximale Zuladung hat Zeltini noch nicht festgelegt.

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Zeltini möchte das Z-Triton fertig montiert, als Bausatz oder als 3D-Modell anbieten.

Hanffaser, Bio-Kunststoff und Sperrholz

Hersteller Zeltini ist beim Bau des Z-Triton der Einsatz nachhaltiger Materialien wichtig: Der Fahrradrahmen besteht aus Stahl (wird in der Serie wahrscheinlich durch Aluminium ersetzt), das Boots-Wohnmobil-Chassis fertigen die Letten aus Sperrholz und Hanffaser-Elementen. Viele Teile stellt Zeltini zudem per 3D-Druck aus dem Biokunststoff PLA (Polylactide) her.

Zeltini Z-Triton
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Der lettische Designer Aigars Lauzis beim Test eines unlackierten Sperrholz-Prototyps des Z-Triton.

Ab Sommer 2021 lieferbar

Das Z-Triton befindet sich aktuell in einem fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Zeltini-Gründer Aigars Lauzis ist auf unsere Nachfrage hin zuversichtlich, dass die technische Serienreife bereits im August erreicht ist. Aktuell laufen Finanzierungsrunden: Für ein Anlaufen der Serienproduktion bis zum Sommer 2021 braucht Aigars noch Investoren. Die Preise für ein E-Bike-Amphibien-Wohnmobil betragen, je nach Ausstattung, zwischen 7.000 und 9.000 Euro. Zeltini möchte das Gefährt als Fertigmodell, als Bausatz oder als für 3D-Drucker herunterladbares Modell verkaufen. Dabei bevorzugen die Letten die Bausätze, damit sich die Kunden intensiver mit ihrem Z-Triton beschäftigen. Außerdem ist der Versand von Bausätzen einfacher als der von komplett montieren Fahrzeugen. Zeltini arbeitet außerdem an einer App, mit der sich die Z-Triton-Fahrer in einer Community vernetzen können.

Idee nach 31.000-Kilometer-Fahrradreise

Zeltini-Gründer Aigars Lauzis ist Designer. Er hat das Z-Triton allein entworfen und gemeinsam mit Freunden und lokalen Handwerkern gebaut. Aigars hat als Landschafts-Architekt in London, Istanbul, Dubai, Singapur, Shanghai und in Lettland an einer Vielzahl von städtebaulichen Entwürfen gearbeitet. Nach seinem Studium fuhr er 2013 mit dem Fahrrad von London nach Tokio – 31.000 Kilometer innerhalb von vier Jahren. Auf der Reise fiel ihm nach eigenen Angaben die menschliche Kreativität in Sachen Design auf, aber auch die menschliche Destruktivität in Sachen Umweltzerstörung. In seiner kleinen Wohnung in Shanghai hatte er dann auf Basis dieser Erfahrungen seine Idee zu winzigen amphibisch fortbewegbaren Häusern. Das erste Modell bestand aus Schaumstoff und musste sich im nahegelegenen Parkteich beweisen. Zurück in seiner Heimat Lettland möchte Aigars noch eine Reihe weiterer amphibischer Unterkünfte bis zur Serienreife entwickeln.

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Fazit

Was auf den ersten Blick vollkommen abgedreht wirkt, entpuppt sich schnell als eine liebevoll umgesetzte Idee von einer winzigen Unterkunft, die Mobilität und Nachhaltigkeit so gut wie irgend möglich vereint. Beim Z-Triton berücksichtigt Zeltini-Gründer Aigars Lauzis nicht nur die Herstellung unter Einsatz von umweltfreundlichen Materialien, sondern auch die Fortbewegung per Hybrid aus menschlicher Kraft und Elektromobilität.

Dass das elektrische Wohnmobil-Fahrrad bei Bedarf ganz schnell auch ein Elektroboot ist, dürfte den Reisespaß erhöhen. Außerdem wirkt die Ausstattung mit Kräuter-Blumentopf im Schornstein und Extraplatz fürs Haustier gemütlich und einladend. Der Preis in Höhe von 7.000 bis 9.000 Euro scheint dafür angemessen – schließlich gibt es Fahrräder, die teurer sind.

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