Jetzt enthüllt: Stellantis entwickelt neuen Dieselmotor für Konzern-Pkw

Neue Motorenstrategie bei Stellantis
Stellantis entwickelt neuen Dieselmotor

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.02.2026
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Alfa Romeo Tonale Plug-in Hybrid Q4
Foto: Arturo Rivas

Bei Stellantis verdichten sich die Hinweise auf eine erneute Erweiterung des Angebots an Verbrennungsmotoren. Im Zentrum der aktuellen Planungen steht ein neuer Dieselmotor mit 1,6 Litern Hubraum, dessen Entwicklung und Fertigung nach übereinstimmenden Berichten italienischer Medien in Norditalien angesiedelt ist. Konkret geht es um den Standort Carmagnola, rund 30 Kilometer südlich von Turin, wo sich eine traditionsreiche Gießerei befindet, die seit Jahrzehnten Motorkomponenten für Fiat und andere Konzernmarken produziert. Dort soll nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens bereits mit der Herstellung von Motorblöcken für den neuen Selbstzünder begonnen worden sein.

Produktion schon gestartet

Gesichert ist bislang vor allem dieser frühe Produktionsschritt. Technische Details oder der genaue Zeitplan für den Serieneinsatz sind nicht offiziell bestätigt. Innerhalb des Konzerns wird der neue 1.6-Diesel jedoch als Teil einer längerfristigen Strategie eingeordnet, die auch unter den Vorgaben der neuen Abgasnorm Euro 7 Bestand haben soll. Entsprechende Überlegungen waren bereits vor rund einem Jahr aufgekommen, als intern über die Entwicklung einer neuen Generation von Dieselmotoren für Pkw gesprochen wurde.

Offen ist zudem, ob Carmagnola alleiniger Produktionsstandort bleiben würde oder ob Stellantis die Fertigung auf weitere Werke verteilt. Unklar ist auch, für welche Fahrzeugsegmente der Motor vorgesehen ist. Für leichte Nutzfahrzeuge erscheint der 1,6-Liter-Diesel weniger wahrscheinlich, da Stellantis in diesem Bereich bereits auf den größeren 2,2-Liter-Diesel aus dem Werk Pratola Serra zurückgreift. Die kompaktere Auslegung des neuen Aggregats deutet eher auf den Einsatz in klassischen Pkw-Baureihen hin.

Einsatz im Alfa Romeo Tonale

Als mögliches erstes Modell wird in diesem Zusammenhang der Alfa Romeo Tonale genannt, der im Herbst des vergangenen Jahres ein Facelift erhalten hat. Dort könnte der neue Motor an die Stelle des bisherigen 1.6-Diesels mit 130 PS treten oder dessen Technik weiterentwickeln. Innerhalb des Konzerns wird außerdem darüber nachgedacht, den neuen Selbstzünder als Basis für einen Mildhybrid-Diesel zu nutzen. Eine solche Kombination ist im aktuellen Stellantis-Portfolio bislang nicht vertreten.

Parallel zu diesen Planungen wird auch die geografische Ausrichtung diskutiert. Es gilt als denkbar, dass Fahrzeuge mit dem neuen Dieselmotor nicht ausschließlich für den europäischen Markt vorgesehen sind. Regionen wie Nordafrika oder Südamerika, in denen Dieselmotoren weiterhin eine wichtige Rolle spielen und andere Abgasnormen gelten, werden in diesem Zusammenhang genannt. Eine verbindliche Festlegung dazu gibt es bislang nicht.

Performance-Benziner für Abarth

Neben dem neuen Dieselmotor kursieren aus Carmagnola weitere Hinweise auf zusätzliche Verbrennerprojekte. Demnach sollen dort auch neue Ottomotoren für die Performance-Marke Abarth entstehen. Diese Aggregate wären für künftige Modelle wie die nächste Generation der Fiat 500 Abarth vorgesehen. Im Gespräch sind Stückzahlen zwischen 20.000 und 30.000 Einheiten pro Jahr. Technisch wird ein Benzinmotor mit Mildhybrid-Unterstützung erwartet, der leistungsmäßig oberhalb der derzeit eingesetzten MHEV-Varianten liegen soll.

Fazit