Mercedes-Benz plant, die S-Klasse auch als Basis für luxuriöse Robotaxi-Dienste anzubieten. Vor Erreichen dieses ambitionierten Ziels steht allerdings noch die Lösung einiger technischer Herausforderungen. Die S-Klasse ist zunächst Teil eines fortlaufenden Entwicklungsprozesses, an dessen Ende sie ein ideales Fahrzeug für einen künftigen Robotaxi-Dienst sein soll. Aktuell zielt Mercedes darauf ab, mit Partnern wie Uber und Lumo den Einstieg in den Markt für fahrerlose Taxis zu ermöglichen – das Anbieten eines eigenen Fahrdienstes schließen die Schwaben seit Jahren kategorisch aus.
Level-4-Autonomie dank Nvidia und Momenta
Mercedes arbeitet für die Level-4-Umsetzung unter anderem mit dem US-amerikanischen Grafikprozessoren- und Chipsatz-Entwickler Nvidia und dem chinesischen Entwickler von Software für selbstfahrende Fahrzeuge Momenta zusammen. So integrieren die Ingenieure beispielsweise mit der Nvidia-Drive-Hyperion-Architektur eine vollständig integrierte Sensor- und Rechenarchitektur, die autonomes Fahren nach Level 4 ermöglichen soll.
Da es bisher bei keinem Hersteller Level-4-Autonomie gibt, ist es spannend, ob die neue Rechentechnik die hohen Rechen-Kapazitätsanforderungen für vollautonomes Fahren erfüllen kann. Technik, die heute schnell wirkt, kann in ein paar Monaten schon als zu langsam gelten. Bei der Koordinierung der Software spielt Mercedes' neues hauseigenes Betriebssystem MB.OS (Mercedes-Benz Operating System) die zentrale Rolle. Über MB.OS sollen sich die Kunden auch an Mercedes wenden können.
Arabischer Markt als Luxus-Vorreiter
Großes Interesse an luxuriösen Robotaxis gibt es im Nahen Osten, insbesondere aus Abu Dhabi. Mercedes arbeitet dort mit dem Fahrdienstanbieter Lumo zusammen. Das Projekt soll eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der Technologie spielen, da es als Testumgebung für autonomes Fahren in einer realen Umgebung dient.

Mit Hardware- und Software-Partnern und in Kooperation mit Fahrdienst-Anbietern möchte Mercedes die S-Klasse zu einem für Robotaxi-Betreiber geeignetem vollautonomen Fahrzeug entwickeln.
Die ersten vollautonomen S-Klasse-Robotaxis sollen in den kommenden Jahren auf den Straßen getestet werden – volle Autonomie gilt dabei für die Zeit ab 2030 als realistisch. Die Entwicklung von Level-4-Autonomie erfordert noch zahlreiche Tests und Feinabstimmungen. Die jetzt auf den Markt kommende S-Klasse ist noch nicht mit dem bei Mercedes für vollautonomes Fahren vorgesehenen Lidar-Sensoren ausgerüstet – bei Robotaxi-Prototypen könnte dies allerdings anders sein.











