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11/2021_WayRay Holograktor 22 Bilder

WayRay Holograktor: E-Auto mit Augmented Reality

WayRay Holograktor E-Auto-Studie mit Frontscheibe für Spielkonsole

WayRay, ein Technologie-Unternehmen aus der Schweiz, hat eine spektakuläre Studie namens Holograktor enthüllt. Das als Ride-Hailing-Fahrzeug gedachte E-Auto setzt eine neue Head-up-Display-Technik in Szene, die virtuelle Inhalte mit der Realität überlagert – vom Navigations-Pfeil bis hin zum Anime-Charakter.

Mit der Projektion von Geschwindigkeits-Anzeigen, Tempolimits und Co. ins Sichtfeld des Fahrers sind viele Autobesitzer bereits bestens vertraut. Head-up-Displays, die 3D-Anzeigen auf eine kleine Klappscheibe oder direkt auf die Frontscheibe werfen, sind schließlich kein Novum. Eher noch die Integration von Augmented Reality, wie blinkende Navipfeile an der Einbiegung etwa, die VWs Displays inzwischen beherrschen. Doch der Holograktor – entwickelt vom in der Schweiz ansässigen Deep-Tech-Unternehmen WayRay, das an Augmented-Reality-Technologien feilt, soll viel mehr können. Dass das auch die großen Player der Automobilindustrie brennend interessiert, zeigt sich schon daran, dass Hersteller wie Hyundai und Porsche der Firma bereits starke Finanzspritzen verpasst haben. Mit dem Holograktor will WayRay nun das Image eines reinen Zulieferers loswerden und sich in Sachen Head-up-Display und Co. künftig als Technologieführer zu positionieren – insbesondere im Automobilbereich.

Auf dem Uber-Thron der Zukunft

Mit dem futuristischen Elektroauto – es soll entweder konventionell oder ferngesteuert über eine 5G-Satellitenverbindung fahren – gibt WayRay zudem einen Ausblick auf die potenzielle Ride-Hailing-Zukunft: Laut Datenanalysen des Unternehmens werden mehr als 80 Prozent an Uber-Fahrten von Einzelpersonen gebucht. Deshalb chauffiert der Holograktor seinen Passagier im Fond auf einem einzelnen "Thron" und verzichtet hinten auf weitere Plätze. Damit der Heck-Fahrgast freie Sicht durch die Windschutzscheibe hat, lässt WayRay bewusst großen Abstand zwischen den beiden Vordersitzen. In den Fokus rückt das Unternehmen entsprechend das besagte holografische Infotainment, das nicht nur die beiden vorderen Insassen, sondern auch der hintere Passagier genießt. Direkt vor ihm klappt eine Klarsicht-Projektionsfläche herunter, die laut WayRay-Gründer und -Geschäftsführer Vitaly Ponomarev unter anderem gesponsorte Inhalte darstellen soll. Durch Werbung könnten Uber-Fahrten dann finanziell subventioniert günstiger werden.

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WayRay
WayRay gibt einen Ausblick auf die potenzielle Ride-Hailing-Zukunft. Dahingehend reiche ein einzelner Platz im Fond völlig aus. Im Holograktor thront der Heck-Insasse regelrecht auf seinem Sitz.

Gamingtaugliche 3D-Welt

Ebenfalls miteinbezogen: der Gaming-Aspekt. Das Auto verfügt über Joysticks, die WayRay links und rechts neben den Sitzen platziert. Sie ermöglichen sowohl die Steuerung der Augmented-Reality-Inhalte als auch eine Interaktion mit diesen. Über diese Controller können sowohl die vorderen als auch die hinteren Insassen den Wagen zum Beispiel virtuell mitsteuern oder während der Fahrt Augmented-Reality-Games daddeln. WayRay legt die gesamte Verglasung auf Augmented Reality aus. So blendet der Holokraktor rundum und in beliebiger Distanz 3D-Ojekte auf den Deep-Reality-Displays in den Scheiben ein. Parkplatz-Verfügbarkeiten und -Kosten, Navi-Elemente, sogar personenbezogene Informationen über Passanten sind denkbar, wie das obige Video zeigt.

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Passend zum Gaming-Aspekt, den WayRay bei seinem holografischen System miteinbezieht, stecken an den Seiten beider Vordersitze sowie neben dem "Thron" im Fond jeweils joystickartige Bedienelemente.

Weniger Platz, mehr Bildfläche

Um das Virtual-Reality-Erlebnis zu realisieren, ließ sich das Unternehmen eine spezielle beschichtete Photopolymerfolie patentieren. Deren Fertigung übernimmt der Leverkusener Scheibenzulieferer Covestro. Die holografischen Bilder erzeugt ein Laser – entsprechend der Infos, die die Software beisteuert: Unter dem Armaturenbrett sitzt deshalb ein Hochleistungsrechner. Er ermittelt anhand der durch Sensoren und Kameras erfassten Daten stetig die Position des Fahrzeugs. Das ermöglicht virtuelle Einblendungen in Echtzeit. WayRay zufolge benötige die dafür notwendige Hardware im Holograktor deutlich weniger Platz als bisher bekannte Head-up-Displays, deren Projektionsflächen zudem deutlich kleiner seien. Während Letztere rund 20 Liter Raumvolumen beanspruchen, benötige das System im Holograktor gerade mal drei Liter. Übrigens: Das deaktivierbare Lenkrad passt auch noch ins Armaturenbrett und gleitet auf Befehl automatisch in dieses hinein.

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Unter dem Armaturenbrett sitzt ein Hochleistungsrechner, der durch erfasste Daten die Fahrzeug-Position ermittelt, Einblendungen in Echtzeit ermöglicht und nur drei Liter Raumvolumen beansprucht.

Russische Designsprache

Zum futuristischen Innraum passt das Exterieur des kompakten Schräghecks, bei dessen Formgebung kein geringerer als der russische Hypercar-Designer Sasha Selipanov mitgewirkt hat. Er arbeitete unter anderem bereits für Lamborghini, Bugatti, Genesis sowie Koenigsegg und entwarf nun in Zusammenarbeit mit dem Technologie-Unternehmen den Holograktor. Die dreieckigen Karosserie-Elemente sind eine Anspielung auf die russische Herkunft von WayRay-Gründer Ponomarev und Designer Selipanov. Die beiden orientieren sich an einer ganz bestimmten architektonischen und künstlerischen Stilrichtung: "Wir haben uns sofort auf die Formensprache des russischen Konstruktivismus eingeschossen. Wenn man diese frühen sowjetischen Plakate vor Augen hat, sieht man diese bunten geometrischen Formen von Dreiecken und Blöcken", erklärt Designer Selipanov.

Dachkasten als Erkennungsmerkmal

Und die beiden Russen meinen es ernst mit den Prismen. An allen Ecken und Enden fällt die Karosse des Holograktor mit Dreiecksformen auf, auch an den 22-Zoll-Rädern sowie an den Laser-Scheinwerfern und -Rückleuchten. Was besonders hervorsticht: Der Höcker auf dem Dach, den WayRay als "Shrimp" bezeichnet. Der Kasten beherbergt das Holografiesystem für den Fond-Passagier. Während die Hardware für die Projektionen auf der Frontscheibe im Armaturenbrett unterkommt, sah sich das Design-Team aus platztechnischen und ergonomischen Gründen gezwungen, den Rest der Technik auf dem Dach zu platzieren. "Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, und ich denke, es macht Sinn, Dinge zu feiern, die ungewöhnlich sind", rechtfertigt Selipanov die Besonderheit.

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Aus platztechnischen und ergonomischen Gründen sah sich WayRay gezwungen, die Hardware für das hintere Holografiesystem auf dem Dach zu platzieren.

Besonders ist zudem das Türkonzept des Holograktor. Die vorderen Türen gleiten bei der Öffnung flügeltürartig nach vorne oben. Die hinteren Türen enthalten eine integrierte B-Säule und öffnen sich nach hinten oben. Dadurch erleichtern sie den Einstieg für den Mitfahrer, der im Heckabteil thront.

Antrieb und technische Daten

Das Concept Car ist rund 4.415 Millimeter lang, inklusive der Rückfahrkameras in den Außenspiegeln 2.129 Millimeter breit und samt dem Dachkasten 1.582 Millimeter hoch. WayRay setzt im Holograktor auf batterieelektrischen Antrieb und verpricht 600 Kilometer Reichweite. Der Sprint von null auf 100 km/h soll in 3,9 Sekunden gelingen, bei der Höchstgeschwindigkeit gibt das Unternehmen 200 km/h an.

Ambitionierte Pläne

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WayRay
WayRay-CEO Ponomarev will das Auto in vier Jahren auf den Markt bringen oder es "nur als White-Label-Konzept verwenden, um anderen Autobauern zu helfen, Autos mit der Augmented-Reality-Technologie auszurüsten".

Wer meint, dass der Holograktor nach unrealistischer Zukunftsmusik klingt, der liegt falsch. Zumindest, wenn man Ponomarev glaubt. Es hänge zwar von der Wahrnehmung des Marktes ab, sein Ziel sei es aber, dieses Auto in vier Jahren auf den Markt zu bringen und es zu homologieren. "Es könnte aber auch sein, dass wir es nur als White-Label-Konzept verwenden, um anderen Automobilherstellern zu helfen, solche Autos mit unserer True AR-Technologie (Augmented Reality) zu bauen", so der WayRay-Gründer weiter.

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Bringt WayRay den Holograktor tatsächlich in vier Jahren auf den Markt?
Blödsinn, das ist nur eine weitere sinnlose Studie, von der man nichts mehr hören wird.
Ja, das Konzept hat durchaus Potenzial und die finanziellen Mittel sind ja vorhanden.

Fazit

Auch wenn das Virtual-Reality-Konzept des Holograktor nach ferner Zukunft aussieht: Die Technologie dahinter könnte auch für Autos mit menschlichem (Selbst-)Fahrer hilfreich sein. Man stelle sich vor, das Head-Up-Display lieferte beispielsweise ein Bild auf die Aussicht vorn ohne die sichteinschränkenden Teile wie Motor und A-Säulen oder zeigte verdeckte Ampeln hinter der Sonnenblende an. Die Optik der WayRay-Studie überzeugt jedenfalls. Trotz des etwas unglücklichen Dachkasten merkt man, dass sich hier jemand nicht zum ersten Mal mit Automobil-Design beschäftigt hat.

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