Warum die LFP-Batterien im Mercedes CLA 200 EQ regelmäßig vollladen

Mercedes-Benz CLA 200 EQ
Warum LFP-Batterien eine Kalibrierung brauchen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.02.2026
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Mercedes-Benz CLA 250+ EQ
Foto: Mercedes-Benz AG

LFP-Batterien gelten als besonders robust und langlebig. Sie sind weniger empfindlich gegenüber hohen Ladezuständen und thermischen Belastungen, was sie ideal für den Einsatz in Elektrofahrzeugen macht. Im Vergleich zu NMC-Batterien (Nickel-Mangan-Kobalt) bieten sie jedoch eine geringere Energiedichte, was bedeutet, dass sie bei gleichem Volumen weniger Energie speichern können. Dennoch ermöglicht die hohe Effizienz des Mercedes CLA 200 EQ eine Reichweite von bis zu 541 Kilometern mit einer 58-kWh-Batterie.

Warum Kalibrierung notwendig ist

Der Hauptgrund für die Kalibrierung liegt im flachen Spannungsprofil der LFP-Batterien. Dieses erschwert es dem Batteriemanagementsystem (BMS), den genauen Ladezustand (SOC) zu bestimmen. Laut Mercedes ist eine regelmäßige Vollladung notwendig, damit das BMS den Energieinhalt präzise erfassen kann. Ohne diese Maßnahme könnten Reichweite und Ladeleistung konservativ berechnet werden, was die Nutzererfahrung beeinträchtigen würde.

So funktioniert die Kalibrierung

Die Kalibrierung ist einfacher, als es klingt. Mercedes empfiehlt, das Fahrzeug regelmäßig vollständig aufzuladen. Idealerweise sollte dies bei einer Außentemperatur von mindestens 10 °C geschehen. Nach dem Ladevorgang sollte das Fahrzeug für mindestens drei Stunden, idealerweise über Nacht, geparkt bleiben. Während dieser Zeit führt das BMS automatisch die Kalibrierung durch. Wichtig ist, dass keine Ladefunktionen wie bidirektionales Laden oder externe Ladepläne aktiviert sind, die eine vollständige Ladung verhindern könnten.

Folgen bei fehlender Kalibrierung

Wird die Kalibrierung über längere Zeit vernachlässigt, arbeitet das BMS vorsichtiger. Die Reichweite und Ladeleistung werden konservativ berechnet, um die Batterie zu schützen. Eine korrekt durchgeführte Kalibrierung stellt jedoch die volle Genauigkeit der Anzeigen wieder her und sorgt für eine optimale Nutzung der Batterie.

Wissenschaftliche Hintergründe

Studien zeigen, dass das flache Spannungsprofil von LFP-Batterien die SOC-Schätzung erschwert. Innovative Methoden wie die dQ/dV-Analyse und kurze Strompulse können die Genauigkeit verbessern. Diese Technologien könnten in zukünftigen BMS-Generationen integriert werden, um die Notwendigkeit manueller Kalibrierungen zu reduzieren.

Fazit