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Audi A5 Sportback und VW Arteon im Vergleich

Zwei Coupés mit Allrad und starken Turbobenzinern

Audi A5 Sportback, VW Arteon, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 23 Bilder

Ihnen sagt seit jeher ein Coupé zu, doch Sie benötigen einen Viertürer mit großem Kofferraum? Dann hätten wir hier den Audi A5 Sportback und den VW Arteon für Sie. Beide als Allradler und mit starken Turbobenzinern.

16.05.2018 Marcus Peters

So ein Coupé-Schwung ist echt anspruchsvoll. Nehmen Sie ein Blatt Papier, einen Bleistift und zeichnen Sie eine Dach-Silhouette, wie Sie sie beim Audi und beim VW sehen. Setzen Sie an, ziehen Sie durch – von der Frontscheibenkante bis tief hinein ins Heck. Klappt nicht? Selbst Designstudenten üben lange am optimalen Schwung für ein sehenswertes Coupé-Dach, denn letztlich entscheidet die perfekte Linie darüber, ob sich genügend Liebhaber finden.

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Audi A5 Sportback, VW Arteon, Exterieur
Audi A5 Sportback und VW Arteon im Vergleich Zwei Coupés mit Allrad und starken Turbobenzinern
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Die gehörten früher einer elitären Gesellschaft an: wohlhabend und ohne Kinder (denn Coupés waren teure Zwei-plus-zwei-Sitzer). Oder reich und mit Kindern (dann war das Coupé nur Teil eines Fuhrparks). Erst die Erfindung des Flachdach-Viertürers auf Limousinen-Basis mit rahmenlosen Seitenscheiben demokratisierte die Coupé-Idee. So wie eben der A5 Sportback und der Arteon.

Einen Viertürer Coupé zu nennen, klingt verwegen. Zumal wenn der Kofferraum unter einer Fließheckklappe liegt. Andererseits haben sich in der jüngeren Vergangenheit schon verwegenere Verbalverbrämungen als Bezeichnung einer Klasse kritiklos festgesetzt.

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An Modellen wie Sportback und Arteon jedenfalls ist vieles sportlicher und nützlicher als an anderen. Der Kofferraum des Audi bietet mit umgeklappten Rücksitzen bis zu 1.300, derjenige des VW bis zu 1.557 Liter Volumen. Weiterer Vorteil des Arteon: Er lässt sich dank der weiter aufschwingenden Klappe einfacher mit Sperrigem beladen. Auch haben Passagiere auf den Vorder- wie den Rücksitzen mehr Platz, können leichter in den Fond steigen.

Stilvolle Umgebung

Das klingt nach einem Durchmarsch im Karosserie-Kapitel, doch der Audi spielt seine Qualitäten beim Thema Qualität aus – und schließt damit bei den Punkten fast auf. Im A5 verreist man in der stilvolleren Umgebung, dreht an fein klickenden Knöpfen und drückt auf straff rückmeldende Taster. Der Arteon-Fahrer muss sich im Vergleich mit einem deutlich schmuckloseren Umfeld samt Touchscreen begnügen – höhere Ablenkung inklusive, denn ohne hinzublicken, ist der Bildschirm so wenig zu bedienen wie ein Smartphone.

Dabei läuft Ablenkung dem Gesamtkonzept dieser Art von Fahrzeug zuwider. Sportback und Arteon sollten viertürige GTs sein, geschaffen für die Grande Tour, die große Reise. Und zu anstrengungsfreien Langstreckenwagen gehört vor allem eines: Reisekomfort.

Den bieten beide schon durch ihre effektive Schalldämmung – trotz rahmenloser Seitenscheiben übrigens auch gegen Windgeräusche. Der Audi ist hier etwas leiser als der VW, was sich in den Messergebnissen bemerkbar macht. Dass unter der Fronthaube jeweils nur ein Vierzylinder-Benziner läuft, nimmt man bei Teillast nicht wahr. Beide Zweiliter-Turbos machen erst bei Vollgas auf sich aufmerksam.

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Federung zu detailverliebt

Kritik folgt beim Federungskomfort. Da haben die Fahrwerkstechniker den GT-Charakter wohl mit Sportlichkeit verwechselt. Beide Testwagen treten mit adaptiven Stoßdämpfern an, die eigentlich für ihr hohes Engagement bekannt sind. Doch sie filtern nur grobe Zumutungen des Straßenbaus weg, lassen den Rest generös durchdringen, als müssten sie ihren Fahrern detailverliebt vom Zustand der Asphaltdecke berichten. Dabei will man in einem GT doch möglichst unbehelligt von solchen Störungen Strecke machen und genießen.

Dass der Audi das Komfort-Kapitel für sich entscheidet, liegt an zwei Alleinstellungsmerkmalen: Die induktive Ladevorrichtung macht sich akustisch bemerkbar, sobald man beim Aussteigen sein Smartphone zu vergessen droht. Zudem reagiert der Abstandstempomat des A5 auf Verkehrszeichen. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für den besseren Seitenhalt der Sportsitze.

Den kann man tatsächlich gebrauchen, denn der Sportback sticht hochmotiviert in Kurven. Allerdings arbeitet seine Lenkung nicht ganz so gefühlvoll wie die des Arteon, der dem A5 problemlos folgen kann. Von sich aus würde er dessen hohes Tempo allerdings nicht anschlagen, denn der VW animiert kaum zu einer engagierten Fahrweise.

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An mangelndem Zug liegt das nicht, im Gegenteil: Der Arteon sprintet sogar schneller auf Tempo 100 als der Sportback. Im Gegenzug genehmigt er sich für seinen enthusiastischeren Vortrieb im Testdurchschnitt knapp einen Liter mehr Sprit – zwei Punkte kostet ihn das im Antriebs-Kapitel. Der höhere Verbrauch macht sich auch bei den Emissionen bemerkbar, wo er insgesamt sogar vier Punkte verliert.

Im Sicherheits-Kapitel lässt der VW noch einmal sechs Punkte liegen, was sich entscheidend auf den Ausgang der Eigenschaftswertung auswirkt. Er verzögert zwar schon gut, doch der Audi kommt bei allen prüfungsrelevanten Geschwindigkeiten nochmals früher zum Stillstand.

Kreis, Schwung und Dreh

Nach dem Addieren wird klar, dass der Audi bereits weit enteilt ist – praktisch uneinholbar für den VW. Der bringt zwar in der R-Line seine umfangreiche Ausstattung ins Spiel, muss aber an anderer Stelle nachgeben: bei den Kosten für Unterhalt, Wartung und Kraftstoff. Zudem verkauft er sich gebraucht schwieriger als der Sportback.

Bleibt am Ende vor allem der Platzvorteil, der für den Arteon spricht. Und etwas, was sich in Punkten nicht bemessen lässt: je nach persönlicher Betrachtungsweise der möglicherweise perfektere Dachschwung.

Womit sich der Kreis dieser Geschichte mit einem Schwung als Dreh schließt.

Fazit

1. Audi A5 Sportback 2.0 TFSI Quattro Sport
449 Punkte

Abgesehen von Schwächen beim Federungskomfort ist der Sportback ein guter Gran Turismo für die Familie. Er bietet viele Sicherheitsassistenten und bremst sehr gut.

2. VW Arteon 2.0 TSI 4Motion R-Line
430 Punkte

Der Arteon bietet Passagieren und Gepäck mehr Platz und ist besser ausgestattet. Punkte kosten ihn die weniger zupackende Bremsanlage.

Technische Daten
Audi A5 Sportback 2.0 TFSI Quattro SportVW Arteon 2.0 TSI 4Motion R-Line
Grundpreis50.600 €50.675 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4733 x 1843 x 1386 mm4862 x 1871 x 1450 mm
KofferraumvolumenVDA480 bis 1300 l563 bis 1557 l
Hubraum / Motor1984 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung185 kW / 252 PS bei 5000 U/min206 kW / 280 PS bei 5100 U/min
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
0-100 km/h5,8 s5,5 s
Verbrauch6,5 l/100 km7,3 l/100 km
Testverbrauch9,2 l/100 km10,1 l/100 km
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    Vanko, den A5 gibt es jetzt seit über 10 Jahren. Und mindestens so lange wird hier unter jedem Artikel verkündet, dass das gar kein Coupe sei. Abgesehen davon, dass diese ständige Besserwisserei langsam nervt, weil sich der Begriff für Autos dieser Art längst eingebürgert hat (siehe z.B. solche Abscheulichkeiten wie X6 oder GLE), gibt es tatsächlich so etwas wie viertürige Coupés, die "einzelne Konstruktions- und Gestaltungsmerkmale von Coupés mit denen einer Limousine" verbinden. Findet man nach 2min "Recherche" bei Google. Aber an deiner Stelle würde ich das noch 10 weitere Jahre predigen...

    Was die Bremsen angeht: Ob VWs tendentiell besser oder schlechter bremsen als andere Hersteller, will ich nicht beurteilen, weil mir dafür das nötige Wissen fehlt.
    Allerdings soll es auch Unfälle geben, bei denen ein Zusammenstoß ohne Bremsung erfolgt. Was nützt mir die beste Bremse, wenn ich gar nicht die Zeit habe, um die Geschwindigkeit vorm Aufprall zu verringern?

    EinBenutzer 20. Mai 2018, 22:06 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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