Berichte über eine besonders leistungsstarke Version des Ineos Grenadier sorgen derzeit für neue Spekulationen rund um den Geländewagen. Basis dafür ist ein Prototyp mit V8-Motor, der bereits 2024 gezeigt wurde. Laut der australischen Plattform Carexpert denkt Ineos intern zumindest darüber nach, eine schnellere und kräftigere Variante des Modells zu entwickeln.
Mehr Power für den Grenadier
Einen konkreten Beschluss zur Serienfertigung gibt es bislang allerdings nicht. Dennoch wird das Thema innerhalb des Unternehmens diskutiert. Justin Hocevar, Chef von Ineos Automotive Australien, bestätigte gegenüber Carexpert grundsätzliches Interesse an einem Power-Grenadier. "Wir würden so etwas gern auch hier sehen", sagte Hocevar bei der Präsentation des Modelljahrgangs 2026 des Grenadier. Gleichzeitig machte er deutlich, dass eine Umsetzung derzeit noch offen ist. "Im Moment ist leider noch nichts bestätigt. Aber ich denke, man sollte das weiter beobachten. Je weiter wir uns entwickeln und je mehr wir die grundlegenden Themen im Griff haben, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Sonderprojekte umgesetzt werden."
Im Hintergrund seien bereits verschiedene Möglichkeiten untersucht worden. "Im Hintergrund wurde viel experimentiert und verschiedene Optionen wurden geprüft. Einen Teil davon hat man gesehen, als wir in Goodwood den V8-Prototypen gezeigt haben", erklärte Hocevar weiter.
V8 bislang ein Einzelstück
Der angesprochene Prototyp entstand als Einzelstück und wurde beim Goodwood Festival of Speed 2024 gezeigt. Entwickelt wurde das Fahrzeug im Rahmen eines Projekts für technische Auszubildende des Ineos-Partners Magna. Im Zuge des Umbaus ersetzten die Entwickler den serienmäßigen 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Benzinmotor von BMW durch einen 6,2-Liter-V8 von General Motors. Das Aggregat leistet 431 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 625 Newtonmetern. Gegenüber dem serienmäßigen Turbobenziner mit 285 PS und 450 Nm entsprechend ein hübscher Aufschlag.
Der Motortausch erforderte seinerzeit aufwendige Anpassungen des Serien-Grenadier. Für den Einbau des V8 mussten unter anderem die Motorlager, die gesamte Motorsteuerung und Elektrik, die Wasser- und Ölkühlung sowie der Abgaskrümmer und der hintere Schalldämpfer neu konstruiert werden. Auch Getriebelager, Hitzeschilde und Teile der Mittelkonsole wurden überarbeitet. Der Prototyp blieb daher vorerst ein einmaliges Demonstrationsfahrzeug.
Tuning der BMW-Motoren
Für eine mögliche Serienversion hält Hocevar eine andere technische Basis für wahrscheinlicher. Aus seiner Sicht liegt der schnellste Weg zu mehr Leistung darin, die bereits verwendeten BMW-Motoren weiterzuentwickeln. "Wir wissen bereits, dass in unseren Versionen der Motoren B57 und B58 noch ein großes Potenzial steckt", sagte er. Höhere Leistungsstufen dieser Reihensechszylinder seien aus anderen Fahrzeugen bekannt, außerdem gebe es bereits erprobte Lösungen im Zubehörmarkt. "Ich denke deshalb, dass es am sinnvollsten wäre, mit dem zu arbeiten, was wir bereits haben."
Der V8-Prototyp war nicht das einzige ungewöhnliche Fahrzeug, das Ineos beim Goodwood Festival of Speed 2024 präsentierte. Die Marke zeigte dort mehrere Umbauten auf Basis des Grenadier. Dazu gehörte unter anderem ein Quartermaster-Pick-up mit Portalachsen, der vom deutschen Spezialisten LeTech entwickelt wurde. Ebenfalls zu sehen war ein sogenannter "Shortermaster", ein Pick-up mit verkürzter Ladefläche und verändertem Radstand. Ergänzt wurde die Reihe der Prototypen durch einen für Rallye-Raid-Einsätze vorbereiteten Grenadier, der bereits den technischen Anforderungen der FIA entspricht und eine leistungsgesteigerte Version des BMW-Reihensechszylinders nutzt.







