Die Easter Jeep Safari ist seit 1967 ein Fixpunkt für Offroad-Enthusiasten. In Moab im US-Bundesstaat Utah treffen sich jedes Jahr tausende Teilnehmer, um in der spektakulären Landschaft anspruchsvolle Trails zu fahren. Jeep nutzt die Veranstaltung traditionell als Bühne für neue Konzeptfahrzeuge. Für 2026 hat die Marke sechs Studien vorbereitet, die sich eng an Serienmodellen orientieren, aber mit teils massiven Umbauten zeigen, was sich alles aus den Jeep-Modellen herausholen lässt. Auffällig ist in diesem Jahr das gesetzte Thema: Mehrere Fahrzeuge greifen gezielt historische Vorbilder auf oder interpretieren frühere Modellgenerationen neu, bis hin zu einem weitgehend original belassenen Restomod auf Basis eines Cherokee XJ.
Wrangler Anvil 715 Concept
Der Anvil 715 basiert auf dem Wrangler Rubicon und zitiert mit seiner komplett neu gestalteten Frontpartie den militärischen Kaiser Jeep M715 aus den 1960er-Jahren. Charakteristisch sind die nach vorn geneigte Front, ein schmaler Grill und gelb getönte Rundscheinwerfer. Ergänzt wird das Konzept durch ein fest montiertes Hochdach mit integrierten seitlichen Dachfenstern sowie klassische Overlanding-Ausstattungselemente wie Dachträger, Seilwinde und Onboard-Kompressor. Unter der Haube arbeitet der 6,4-Liter-V8 mit 470 PS.
Wrangler Laredo Concept
Der Wrangler Laredo nimmt gestalterisch Bezug auf frühe CJ-Modelle und die Laredo-Ausstattungslinie der 1970er- und 1980er-Jahre. Auffällig sind die braun-goldenen Dekoraufkleber im Stil der damaligen CJ, Chromräder im Retro-Design und Details wie Halbtüren sowie das im Hardtop integrierte Stoffdach. Technisch bleibt es beim 3,6-Liter-V6 in Kombination mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe. Im Innenraum setzt Jeep auf gemusterte Stoffbezüge und einen pflegeleichten Vinylboden.

Zeitreise in die 1980er Jahre mit dem Cherokee XJ.
XJ Pioneer Concept
Mein persönlicher Favorit in diesem Jahr ist der XJ Pioneer, der letzte echte Gelände-Cherokee mit zwei Starrachsen. Dabei sind die Umbauten verhältnismäßig moderat, weil Jeep das hervorragend erhaltene Basisfahrzeug nicht "verstümmeln" wollte. Das Fahrzeug behält sowohl Lackierung als auch Innenraum weitgehend im Originalzustand. Besonders ungewöhnlich ist der verbaute Motor, ein damals von General Motors übernommener 2,8-Liter-V6, der nur zwei Jahre eingebaut und später vom legendären Vierliter-Reihensechszylinder ersetzt wurde. Auch die Zweitürer-Ausführung macht den Pioneer zur Seltenheit. Die Modifikationen beschränken sich auf ein leichtes Fahrwerks-Plus, größere 33-Zoll-Reifen und funktionale Offroad-Details wie einen entkoppelbaren Stabilisator und Rock Rails.
Wrangler Buzzcut Concept
Der Buzzcut ist ein zweisitziger Wrangler-Umbau mit um rund fünf Zentimeter abgesenkter Dachlinie und stärker geneigter Frontscheibe. Die Karosserie wird durch ein Mopar-Fahrwerk mit Höherlegung und 37-Zoll-Reifen ergänzt. Der Innenraum ist konsequent auf Stauraum ausgelegt, mit entfernten Rücksitzen und modularen Ladesystemen. Angetrieben wird das Konzept vom Zweiliter-Turbo-Vierzylinder.
Grand Wagoneer Commander Concept
Mit dem Commander zeigt Jeep eine geländetauglich adaptierte Variante des Luxus-SUV Grand Wagoneer. Das Konzept kombiniert schwarze Karosserieelemente mit Offroad-Technik wie Höherlegung, Unterfahrschutz und 35-Zoll-All-Terrain-Reifen. Ein Dachträger in der vorderen Dachhälfte ist mit Zusatzscheinwerfern bestückt. Das als Topografie-Karte ausgelegte Dekor an der Seite soll in der Form an die "Woodie"-Holzdekos früherer Wagoneer-Generationen erinnern.
Gladiator Red Rock Concept
Der Gladiator Red Rock ist als Arbeitsfahrzeug für den Offroad-Einsatz ausgelegt und basiert auf dem Wrangler Pick-up Gladiator Rubicon. Er erhält ein umfangreiches Paket aus Mopar-Zubehör, darunter Fahrwerkslift, Seilwinde, Zusatzbeleuchtung und ein modulares Ladesystem mit ausziehbarer Plattform. Die Ladefläche ist für den Transport von Werkzeugen und Ausrüstung konzipiert. Schöne Geste: Dieses Konzeptfahrzeug soll nach der Veranstaltung dem lokalen Offroad-Club, der die Moab Easter Jeep Safari veranstaltet, zur weiteren Nutzung überlassen werden.











