12-Uhr-Regel beim Tanken: Mehr Marge für Mineralölkonzerne

12-Uhr-Regel beim Tanken
Mehr Marge für Mineralölkonzerne

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.04.2026
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Mineralölkonzerne Margen
Foto: KI-generiertes Bild

Das zeigt eine gemeinsame Analyse des ZEW Mannheim und des Forschungsinstituts DICE auf Grundlage sind Preisdaten von rund 15.000 Tankstellen in Deutschland.

Im Fokus steht dabei die Marge, also die Differenz zwischen Verkaufspreis abzüglich Steuern und den Großhandelspreisen. Laut Studie liegt sie bei Superbenzin im Schnitt um rund sechs Cent pro Liter höher als in den zwei Wochen vor Einführung der Regelung.

Margenanstieg vor allem bei Benzin messbar

Die Auswertung zeigt ein klares Bild für Benzin, während die Entwicklung bei Diesel weniger eindeutig bleibt. Hintergrund sind stark schwankende internationale Dieselpreise, die eine saubere Abgrenzung erschweren. Leona Jung vom DICE sagt: "Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich."

Auch beim ZEW Mannheim sieht man noch Unsicherheiten beim Diesel. Jacob Schildknecht erklärt: "Aufgrund des kurzen Betrachtungszeitraums lässt sich der Anstieg der Dieselmargen nicht belastbar quantifizieren."

Feste Preisspitze am Mittag verändert Tagesverlauf

Mit der neuen Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr anheben. Laut Studie hat das den bisherigen Tagesverlauf deutlich verändert.

  • Statt mehrerer Preisspitzen gibt es nun eine vorhersehbare Erhöhung zur Mittagszeit
  • Preise bleiben anschließend bis in den Abend hinein auf höherem Niveau
  • Morgens liegen die Preise häufiger unter dem Tagesdurchschnitt

Ko-Autor Leonard Gregor beschreibt den Effekt so: "Einerseits reduziert sich der durch sieben bis acht Preisspitzen geprägte Tageszyklus auf eine einzelne, vorhersehbare Mittagssteigerung. Andererseits müssen höhere Preise zwischen Mittag und frühem Abend in Kauf genommen werden."

Unterschiede je nach Region und Anbieter

Die Studie zeigt außerdem deutliche Unterschiede innerhalb des Marktes. Kleinere Ketten und unabhängige Tankstellen haben ihre Margen stärker angehoben als große Anbieter. DICE-Direktor Justus Haucap führt das auf den Wettbewerb zurück. Größere Unternehmen würden vorsichtiger agieren, da sie eher mit kartellrechtlicher Prüfung rechnen müssten.

Regional fallen die Effekte im Süden Deutschlands stärker aus. Dort liegen die zusätzlichen Margen laut Studie bei bis zu 1,2 Cent pro Liter Benzin und bis zu 2,4 Cent bei Diesel. Als mögliche Gründe nennen die Forscher höhere Einkommen sowie Unterschiede in Lieferketten und Beschaffung.

Datenbasis und Methode der Untersuchung

Für die Analyse wurden hochfrequente Preisdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe ausgewertet. Betrachtet wurde jeweils ein Zeitraum von 14 Tagen vor und nach Einführung der Regelung.

Insgesamt flossen rund 420.000 Einzelbeobachtungen ein. Zur Berechnung der Margen wurden die Nettopreise mit den Großhandelspreisen der europäischen Handelsregion Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen verglichen.

Nutzen Sie unsere Spritpreis-App

Um ein wenig die Kraftstoffkosten zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen.

Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.

Fazit