Im Zentrum stehen rund 200 sogenannte Powerpacks mit dem Motor 10V 890 sowie 188 Getriebe des Typs HSWL 256. Beide bilden gemeinsam den Antriebsstrang des Fahrzeugs und werden in bestehende Puma-Systeme integriert.
Motor und Getriebe wurden weiterentwickelt
Das Powerpack kombiniert mehrere Bauteile in einer Einheit. Dazu gehören ein Zehnzylinder-Dieselmotor mit 800 Kilowatt bzw. 1.088 PS Leistung, ein Automatikgetriebe, die Leistungselektronik und das Kühlsystem. Neu sind unter anderem Anpassungen an der Luftführung. Ein zusätzliches Filtersystem entfernt Staub und feine Partikel aus der Ansaugluft, was vor allem bei Einsätzen in trockenen Regionen relevant ist.
Das Getriebe HSWL 256 übernimmt die Kraftübertragung auf die Ketten. Es beeinflusst Beschleunigung, Fahrverhalten und Steuerbarkeit. Im Zuge der neuen Bestellung werden die Systeme technisch angepasst und in größerer Stückzahl gefertigt. Ergänzend sind auch Federungskomponenten vorgesehen, die Beweglichkeit und Stabilität verbessern sollen.
Die Auslieferung der Getriebe beginnt Mitte 2027 und läuft voraussichtlich bis Ende 2030. Die neuen Motor- und Powerpack-Systeme folgen ab 2028.
Deutsche Hersteller liefern zentrale Komponenten
Die Motoren stammen von Rolls-Royce Power Systems mit Sitz in Friedrichshafen. Das Unternehmen gehört zum britischen Rolls-Royce-Konzern, produziert die mtu-Antriebe aber in Deutschland und ist seit Jahrzehnten im militärischen Fahrzeugbau tätig.
Die Getriebe liefert Renk Group AG aus Augsburg. Renk ist ein deutscher Spezialist für militärische Antriebstechnik und entwickelt unter anderem Getriebe, Fahrwerks- und Antriebssysteme für schwere Kettenfahrzeuge. Beide Unternehmen arbeiten seit Jahren am Puma-Programm und liefern zentrale Komponenten für dessen Mobilität.
Hintergrund zum Schützenpanzer Puma
Der Puma ist das derzeit modernste Schützenpanzersystem der Bundeswehr. Er wurde als Nachfolger des Marder entwickelt und ist seit 2013 im Einsatz. Rund 350 Fahrzeuge wurden bisher ausgeliefert.
Gebaut wird der Puma von Rheinmetall und KNDS. Das Fahrzeug transportiert Infanterieeinheiten und unterstützt sie im Gefecht. Neben Schutz und Bewaffnung spielt die Beweglichkeit eine zentrale Rolle.
Der Panzer wiegt je nach Ausführung bis zu 45 Tonnen. Das komplette Antriebssystem bringt rund 3,5 Tonnen auf die Waage und ist kompakt im Heck untergebracht.





