Rund 1.000 dieser Transporter sollen künftig das logistische Rückgrat der Truppe bilden. Die Fahrzeuge gehören zur sogenannten UTF-Familie ("Ungeschützte Transportfahrzeuge") und basieren auf der militärischen HX-Baureihe von Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV).
Die Bestellung ist Teil eines bereits 2024 geschlossenen Rahmenvertrags über bis zu 6.500 Fahrzeuge. Der jetzt ausgelöste Auftrag hat laut Rheinmetall ein Volumen von rund 1,015 Milliarden Euro brutto. Noch 2026 soll ein Großteil der Fahrzeuge ausgeliefert werden.
Technisch deutet vieles darauf hin, dass die neuen Fahrzeuge bereits auf der modernen HX3-Generation basieren. Rheinmetall nennt die Modellgeneration in der Mitteilung zwar nicht ausdrücklich. Das aktuelle Fahrzeugdesign und die bekannten Bundeswehr-Beschaffungen sprechen jedoch klar für HX3-Fahrzeuge.
Die schweren 8x8-Lkw sind das eigentliche Kernstück
Vor allem die rund 1.000 schweren 8x8-Fahrzeuge gelten als zentrale Komponente der neuen Beschaffung. Sie übernehmen künftig Containertransporte, Nachschubfahrten, Munitionstransporte und schwere Versorgungseinsätze im Gelände. Die Bundeswehr beschreibt die Fahrzeuge selbst als so geländegängig, dass sie "einem Leopard-Kampfpanzer ins Gelände folgen können". Gemeint ist dabei nicht der eigentliche Panzertransport, sondern die Versorgung von Kampfverbänden direkt im Einsatzraum.
Für den eigentlichen Transport eines Leopard 2 nutzt die Bundeswehr deutlich größere Schwerlasttransporter wie den HX81 "Elefant 2".
Die neuen UTF ersetzen schrittweise die alten MAN-KAT-Lkw, die teilweise noch aus den 1980er-Jahren stammen. Die HX-Familie gilt dagegen als deutlich moderner, digitaler und stärker standardisiert.
Moderne Militär-Lkw mit ziviler Technikbasis
Die Fahrzeuge basieren auf der HX-Plattform von Rheinmetall MAN Military Vehicles. Rheinmetall bezeichnet die Fahrzeuge als "Military-off-the-shelf"-Systeme. Gemeint ist damit eine Kombination aus ziviler Großserientechnik und militärischen Spezialanpassungen.
Zum Einsatz kommen unter anderem:
- permanenter Allradantrieb
- automatische Getriebe
- militärische Kommunikationssysteme
- hohe Watfähigkeit
- Container- und Wechselladesysteme
- Vorbereitung für Waffenstationen
- verstärkte Geländefahrwerke
Die HX3-Generation bringt zudem zahlreiche moderne Assistenz- und Digitalsysteme mit.
Das steckt technisch hinter den neuen UTF-Lkw
Besonders die 8x8-Version kann große ISO-Container transportieren und gilt als eigentliche Schwerlastplattform innerhalb der UTF-Familie.
HX3 fällt vor allem durch das neue Fahrerhaus auf
Die aktuelle HX3-Generation unterscheidet sich äußerlich deutlich von den bisherigen HX-Fahrzeugen. Besonders auffällig ist das vollständig überarbeitete Fahrerhaus mit einer stärker geneigten Frontscheibe und einer moderneren Frontpartie. Auch die Kabine selbst wirkt kantiger und stärker auf bessere Sichtverhältnisse ausgelegt.
Im Innenraum setzt Rheinmetall auf eine neue digitale Fahrzeugarchitektur mit erweiterten Anzeige- und Steuerungssystemen. Dazu kommen moderne Assistenzfunktionen und eine stärker vernetzte Elektronik. Die HX3-Plattform gilt außerdem als vorbereitet für spätere teilautonome oder autonome Fahrfunktionen im militärischen Einsatz. Rheinmetall sieht die neue Generation deshalb ausdrücklich als Grundlage für zukünftige NATO-Logistiksysteme.
Hohe Standardisierung soll Wartung vereinfachen
Die Bundeswehr setzt bei den UTF-Fahrzeugen stark auf Gleichteile und Standardisierung. Dadurch sollen Ausbildung, Wartung und Ersatzteilversorgung einfacher werden.
Die technischen Gemeinsamkeiten der verschiedenen Varianten liegen bei rund 90 Prozent. Gleichzeitig können die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Aufbauten, Containern oder militärischen Modulen ausgerüstet werden.





