350 Prozent mehr Elektroautos: Europas E-Auto-Markt wächst ganz unterschiedlich

Bis zu 350 Prozent mehr Elektroautos
Europas E-Auto-Markt wächst ganz unterschiedlich

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.08.2026
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Elektroauto Anteil Europa Länder
Foto: KI generated

Der europäische Elektroauto-Markt kommt 2026 deutlich in Bewegung. Im ersten Halbjahr stieg der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen in der EU von 15,6 auf 20,7 Prozent. Das heißt, jedes fünfte Auto, das in Europa zugelassen wurde, fährt rein elektrisch. Die Zahl der Batterieautos legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum damit um 40,5 Prozent zu. Die Zahlen stammen übrigens von der ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles / Europäischer Automobilherstellerverband). Die ACEA ist die offizielle Interessensvertretung der großen europäischen Automobilproduzenten mit Sitz in Brüssel. Beim Blick auf die einzelnen Länder zeigt der Verband, wie unterschiedlich schnell Europa elektrifiziert wird. Zwischen Kroatien und Norwegen liegen Welten.

350 Prozent Wachstum in Kroatien

Besonders spektakulär ist die Entwicklung in Kroatien. Dort haben sich die BEV-Zulassungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht – ein Plus von rund 350 Prozent. Trotzdem liegt der Elektroanteil erst bei etwa vier Prozent. Das Urlaubsland an der Adria ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum hohe Wachstumsraten allein wenig über den tatsächlichen Stand der Elektromobilität aussagen. Von einer niedrigen Ausgangsbasis aus sind selbst enorme Zuwächse möglich. Trotzdem ist die Dynamik bemerkenswert: Kein anderer EU-Markt kommt auch nur annähernd auf ein vergleichbares Wachstum.

Auch Slowenien gehört zu den Ländern mit besonders viel Bewegung. Die BEV-Zulassungen steigen um 125 Prozent, der Marktanteil liegt inzwischen bei rund 13 Prozent. Bulgarien kommt auf knapp 96 Prozent Wachstum. Damit wachsen die Elektroautomärkte dieser Länder deutlich schneller als der EU-Durchschnitt – allerdings weiterhin von einem vergleichsweise niedrigen Niveau aus.

Deutschland wächst genauso schnell wie Italien

Ganz anders sieht die Entwicklung in den großen Automärkten aus. Deutschland kommt ebenfalls auf ein BEV-Wachstum von rund 78 Prozent. Der entscheidende Unterschied zu Kroatien: Deutschland startet nicht bei vier, sondern bei einem bereits deutlich höheren Marktanteil. Damit bedeutet der Zuwachs auch eine erhebliche zusätzliche Zahl an Elektroautos in einem der größten Automärkte Europas.

Interessant ist der Vergleich mit Italien. Auch dort steigen die BEV-Zulassungen um rund 78 Prozent – also genauso stark wie in Deutschland. Beim Marktanteil liegen die beiden Länder allerdings weit auseinander: Italien kommt erst auf etwa acht Prozent, Deutschland bereits deutlich über den EU-Durchschnitt von 20,7 Prozent. Italien erlebt damit zwar einen kräftigen Elektroauto-Schub, befindet sich aber noch wesentlich früher in der Transformation. Deutschland hat dagegen bereits den Sprung zum Massenmarkt geschafft.

Frankreich verbindet Wachstum und hohen Anteil

Frankreich nimmt eine Zwischenposition ein. Die BEV-Zulassungen steigen um rund 73 Prozent, gleichzeitig liegt der Elektroanteil bereits bei etwa einem Viertel. Damit wächst der französische Markt nicht nur schnell, sondern elektrifiziert gleichzeitig einen erheblichen Teil seiner Neuwagenflotte. Frankreich ist damit deutlich weiter als Italien, aber noch weit von den Spitzenwerten in Dänemark oder Norwegen entfernt.

Portugal zeigt: Hoher Anteil und weiteres Wachstum sind möglich

Eine interessante Sonderrolle spielt Portugal. Dort liegt der BEV-Anteil bereits bei rund 25 Prozent, gleichzeitig wachsen die Zulassungen noch um knapp 40 Prozent. Portugal zeigt damit, dass ein relativ hoher Elektroanteil nicht automatisch bedeutet, dass der Markt an seine Wachstumsgrenze kommt. Auch wenn bereits jedes vierte neue Auto elektrisch ist, kann die Nachfrage weiter deutlich zulegen.

Dänemark fast schon elektrisch

An der Spitze innerhalb der EU steht Dänemark. Rund 80 Prozent der neu zugelassenen Pkw sind dort inzwischen reine Elektroautos. Der Abstand zu anderen europäischen Märkten ist enorm. Die Niederlande kommen auf rund 36 Prozent, Frankreich und Portugal auf etwa ein Viertel. Deutschland liegt ebenfalls deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Für den europäischen Vergleich darf natürlich Norwegen nicht fehlen. Das Land liegt bei rund 98 Prozent BEV-Anteil und damit praktisch bei einer vollständigen Elektrifizierung des Neuwagenmarktes. Das erklärt auch, warum Norwegen bei den Wachstumsraten nicht mit Kroatien oder Slowenien mithalten kann. Wenn fast jedes neu zugelassene Auto bereits elektrisch ist, gibt es schlicht kaum noch zusätzlichen Marktanteil zu gewinnen.

Fazit